Imbiß mit Biß (auch: Imbiss mit Biss; ) ist eine US-amerikanische Fernsehserie. Die Sitcom wurde von 1976 bis 1985 von D’Angelo-Bullock-Allen Productions und Warner Bros. Television für CBS produziert. Die Serie basiert auf Martin Scorseses Film Alice lebt hier nicht mehr aus dem Jahr 1974, der in Deutschland am 1. April 1985 Fernseh-Premiere hatte. Sie gilt als ein Vorläufer zu Cheers.
Die Serie zeigt Linda Lavin in der Titelrolle der Alice Spivak Hyatt; eine Witwe, die mit ihrem jungen Sohn Tommy nach Los Angeles ziehen will, um ihr Leben neu zu beginnen und vom Wunsch getrieben ist, Sängerin zu werden. Schließlich arbeitet sie als Kellnerin in Mel’s Diner in Phoenix in Arizona, in dem ein Großteil der Handlung spielt.
Im deutschen Sprachraum wurden nur 113 der 202 Folgen ab der vierten Staffel ausgestrahlt.
Handlung Nachdem ihr Ehemann Donald bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, macht sich Alice Spivak Hyatt zusammen mit ihrem jungen Sohn Tommy von New Jersey auf den Weg nach Los Angeles, mit dem Ziel, eine Gesangskarriere zu beginnen. Ihr Auto hat jedoch in Phoenix eine Panne und sie beginnt – da mittellos – als Kellnerin in Mel’s Diner. Die größten Konkurrenten des Diners sind Barney’s Burger Barn und Vinnie’s House of Veal. Während das Essen unter Stammgästen den (oft scherzhaft gemeinten) Ruf genießt, schrecklich zu sein, ist das Diner für „Mel’s berühmtes Chili“ bekannt; ein Rezept, um dessen Urheberschaft Mel in der Folge Sharples gegen Sharples (6.14) sogar öffentlich mit seiner Mutter Carrie streitet.
Alice arbeitet zusammen mit Mel Sharples, dem mürrischen, geizigen Besitzer und Koch des einfachen Lokals, sowie den Kellnerinnen und Freundinnen Florence Jean „Flo“ Castleberry, schlagfertig und „männerhungrig“, und der neurotischen, zerstreuten Vera Louise Gorman. Später stößt Isabelle „Belle“ Dupree zur Besetzung: eine harte, aber gutherzigen Frau, die früher bereits in Mel’s Diner gearbeitet hatte und mit ihm in einer romantischen Beziehung war. Im Verlauf der Serie kommt die gutmütige aber temperamentvolle Lkw-Fahrerin Jolene Hunnicutt dazu, die aus Myrtle Point in South Carolina stammt. Jolene streitet sich mit ihrem männlichen Fahrpartner über seine unerwünschten Annäherungsversuche im Diner und zerbricht dabei viele Teller. Mel stimmt zu, sie „vorübergehend“ einzustellen, damit sie die Kosten für das Geschirr abarbeiten kann, aber bleibt. Jolene erwähnt häufig ihre Großmutter „Granny Gums“, die nur drei oder vier Zähne hatte, und ihren entfernten Verwandten Jefferson Davis „Boss“ Hogg (eine Figur aus der damals gleichzeitig laufenden CBS-Fernsehserie Ein Duke kommt selten allein; in einer Crossover-Folge traten Sorrell Booke als Hogg und Sonny Shroyer als Enos auf).
In den späteren Jahren der Serie rückte die Charakterentwicklung stärker in den Vordergrund, etwa die überstürzte Beziehung und Heirat von Vera und dem liebenswerten Polizisten Elliot Novak. Alice’ Sohn Tommy geht schließlich aufs College und tritt seltener auf. In der letzten Staffel fehlt die Figur Alice mehrfach, da Lavin einige Folgen selbst inszenierte und zusätzlich die Rolle von Mrs. Walden spielte, Veras schrulliger, schroffer Vermieterin unklarer Herkunft. Der abschließende Handlungsbogen begann im Frühjahr 1985, als der Country-Sänger Travis Marsh sich in Alice verliebt und diese „entführt“, um sie nach Nashville zu bringen, „da es Zeit sei, ihren Traum zu verwirklichen“. Überwältigt von der Aussicht, dass ihre Träume endlich wahr werden könnten, stimmt Alice zu – jedoch nur unter der Bedingung, dass Travis sie zurück nach Phoenix fährt, damit sie ihre Angelegenheiten regeln kann, einschließlich der Beendigung ihrer aktuellen Beziehung zu einem Schriftsteller.
Im Serienfinale, das am 19. März 1985 ausgestrahlt wurde, erhält Alice nach neun Jahren endlich einen Plattenvertrag und zieht mit Travis nach Nashville. Vera verkündet, dass sie schwanger ist und beschließt, Vollzeitmutter zu werden, während Elliot vom Streifenpolizisten zum Detective befördert wurde. Jolene erfährt, dass „Granny Gums“ gestorben ist und ihr genug Geld hinterlassen hat, um in ihrer Heimatstadt einen eigenen Schönheitssalon zu eröffnen. Gleichzeitig hat Mel das Diner für eine große Summe an einen Immobilienentwickler verkauft und muss innerhalb weniger Tage schließen. Am letzten Tag überrascht er jede Kellnerin mit einem Abschiedsbonus von 5000 US-Dollar. Der Rest der Folge zeigt Rückblenden zu humorvollen und bedeutenden Momenten sowie zahlreichen Auftritten von Gastdarstellern. Schließlich findet Alice beim Ausräumen ihres Spinds das „Kellnerin gesucht“-Schild, das sie einst ins Diner geführt hatte.
Die Stammgäste – Henry, Chuck und Earl – verabschieden sich emotional, gefolgt von Elliot und schließlich den Hauptfiguren Tommy, Jolene, Vera und Alice. Die letzte Szene zeigt Mel, wie er das „Geschlossen“-Schild aufhängt und abschließt.
Besetzung Neben der Stammbesetzung bestehend aus Linda Lavin als Alice Spivak Hyatt, Vic Tayback als Mel Sharples, Beth Howland als Vera Louise Gorman, Polly Holliday als Florence Jean „Flo“ Castleberry, Philip McKeon als Alice’ Sohn Tommy Hyatt, Diane Ladd als Isabelle „Belle“ Dupree, Celia Weston als Jolene Hunnicutt, Charles Levin als Elliot Novak, Kip Niven als Travis Marsh und Robert Picardo als Officer Maxwell, gab es zahlreiche wiederkehrende Rollen Gastauftritte während der Laufzeit der Sendung.
Polly Holliday verließ die Serie, um die Hauptrolle in der Serienauskopplung Flo zu spielen, in der auch Vic Tayback einen Gastauftritt hatte. In der Folge Flo’s Farewell vom 24. Februar 1980 verlässt Flo Mel’s Diner, um einen Job in Houston anzunehmen. Auf dem Weg dorthin macht sie Halt in ihrer Heimatstadt Fort Worth, die sie als „Cowtown“ bezeichnet, und beschließt dort eine heruntergekommene Bar zu kaufen und zu betreiben, die sie Flo’s Yellow Rose tauft. Die Folge wurde weder synchronisiert noch im deutschsprachigen Raum ausgestrahlt. Polly Holliday trat nie wieder in Imbiß mit Biß auf, war jedoch in Rückblenden in der letzten Folge (Das wars, Freunde) zu sehen.
Diane Ladd, die für ihre Darstellung von Flo in der Filmversion für den Oscar nominiert worden war, stieß 1980 als Isabelle „Belle“ Dupree zur Besetzung. Trotz Ladds Golden-Globe-prämierter Darstellung der Belle, wurde die Figur Anfang 1981 wieder aus der Serie herausgeschrieben; ihr letzter Auftritt bestand darin, dass sie im Diner anrief und mitteilte, sie habe einen Job als Backgroundsängerin in Nashville angenommen. Ladd verließ den mit 400.000 US-Dollar jährlich dotierten Job nach eigenen Angaben einvernehmlich, da sich ihre Figur nicht so entwickelt hatte, wie sie es sich erhofft hatte.
Die Theaterschauspielerin Celia Weston stieß anschließend als gutmütige, temperamentvolle Lkw-Fahrerin Jolene Hunnicutt zur Serie; sie bleibt bis zum Ende Teil der Besetzung.
Gastauftritte Das Diner hatte im Laufe der Jahre mehrere Stammgäste, darunter Tommys Basketballtrainer Earl Hicks (Dave Madden) und Henry Beesmeyer (Marvin Kaplan), ein Telefonreparateur, der stets Witze über Mels Kochkünste machte. Henrys oft erwähnte Frau Chloe (Ruth Buzzi) und Mels freigeistige Mutter (Martha Raye) waren außerdem in einzelnen Folgen zu sehen.
Weitere wiederkehrende Rollen hatten Victoria Carroll als Marie Massey, Mel’s Freundin, und Doris Roberts als Mona Spivak, Alice’ Mutter und Tommys Großmutter. Zu weiteren Stammgästen gehörten Andy (Pat Cranshaw), Nachtwächter Artie (Tony Longo), Jason (Patrick J. Cronin), der örtliche Trucker Chuck (Duane R. Campbell), Charlie (Ted Gehring) und Brian (Alan Haufrect).
Prominente, die entweder sich selbst oder andere Figuren spielten, waren ein weiteres Markenzeichen der Serie. Hierzu gehörten Gastauftritte von Eve Arden, Desi Arnaz, Brice Beckham, Fred Berry, Sorrell Booke, George Burns, Art Carney, Corey Feldman, Robert Goulet, Joel Grey, Florence Halop, Eileen Heckart, Florence Henderson, Jay Leno, Bill Maher, Rue McClanahan, Nancy McKeon, Frank Nelson, Donald O’Connor, Janis Paige, Kelly Parsons, Jerry Reed, Debbie Reynolds, Kim Richards, Michael Rupert, Telly Savalas, Dinah Shore, Sonny Shroyer, Jerry Stiller, Jim Varney, George Wendt und anderen.
Deutsche Synchronisation Die Synchronisation der ersten 73 Folgen wurde von der Deutsche Synchron Filmgesellschaft mbH & Co. Karlheinz Brunnemann Produktions KG in Berlin erstellt, unter der Dialogregie von Beppo Pohlmann; Hinweise zu Synchronsprechern liegen allerdings nur vereinzelt vor.
Rollenname Schauspieler Synchronsprecher Mel Sharples Vic Tayback Joachim Kerzel Officer Maxwell Robert Picardo Walter Alich Vera Louise Gorman Beth Howland Janina Richter
Hintergrund Die vom Drehbuchautor Robert Getchell entwickelte Fernsehserie wurde D’Angelo-Bullock-Allen Productions und Warner Bros. Television für CBS produziert. Arthur Marx, der Sohn von Groucho Marx, schrieb gemeinsam mit seinem Schreibpartner Robert Fisher und anderen insgesamt 39 Folgen der Serie – von der zweiten bis zur sechsten Staffel. Zu den ausführenden Produzenten der Sitcom gehörten unter anderem – in den Anfangsjahren – R. S. Allen (1976–1977), William P. D’Angelo (1976–1977) und Harvey Bullock (1976–1977) sowie später Thomas Kuhn und David Susskind. Das Titellied, There’s a New Girl in Town, wurde von David Shire komponiert und von der Hauptdarstellerin Linda Lavin eingesungen; der Text stammte vom Liedtexter-Paar Alan und Marilyn Bergman. Mehrere Arrangements dieser Melodie wurden im Verlauf verwendet, darunter auch solche, die nur in wenigen Folgen zum Einsatz kamen. Die Liedtexte wurden nach der zweiten Staffel verändert.
Die Pilotfolge, in der Alfred Lutter seine Rolle als Timmy aus dem Film wieder aufnahm, wurde in den CBS Television City Studios (Studio 41) in Hollywood aufgezeichnet. Danach erfolgte die Produktion in den Warner Bros. Studios (Stage 3 und 7) in Burbank und Lutter durch Philip McKeon ersetzt.
Im Vorspann fahren Alice und Tommy unter zwei über ihnen angebrachten Straßenschildern hindurch, auf denen „Phoenix“ und „El Paso“ steht. Diese Konstellation existiert nur am nördlichen Ende der Interstate 19 in Tucson.
Die meisten Szenen wurden im Studio aufgenommen und spielten im Diner oder gelegentlich in Alices Einzimmerwohnung im Desert Sun Apartmentkomplex. Veras und Mels Studioapartments sowie Flos Wohnwagen waren ebenfalls gelegentlich Teil der Handlung. Die Filmsets der Wohnungen von Alice, Mel und Vera sowie Flos Wohnwagen blieben während der gesamten Serie weitgehend unverändert. Das Set von Flos Wohnwagen wurde auch im Ableger Flo verwendet.
Mel’s Diner Schauplatz der Serie ist das fiktionale „Mel’s Diner“, ein am Stadtrand von Phoenix, Arizona, gelegenes Fernfahrer-Lokal, das aus einem Tresen, zwei großen Sitznischen sowie einigen Tischen besteht. Die Außenaufnahme des Diner zeigen ein reales Lokal in Phoenix, das für die Serie von „Chris’ Diner“ in „Mel’s“ umbenannt wurde und diesen Namen bis heute trägt. Das später ikonische Schild mit der „14‑Unzen‑Kaffeetasse“ wurde von einem Produzenten in Phoenix entdeckt.
Innerhalb der Handlung werden widersprüchliche Adressen für das Diner genannt – mal 2128, mal 1130 oder 1030 Bush Highway –, während das Restaurant in der Filmvorlage noch „Mel & Ruby’s Cafe“ hieß und in Tucson angesiedelt war.
Im Pilotfilm besaß das Set von „Mel’s‑Diner“ einen blauen Kühlschrank, der in der Serie durch ein verschmutztes Edelstahlmodell ersetzt wurde; zwischen 1979 und 1981 kam ein sauberer, glänzender Edelstahlkühlschrank zum Einsatz, der in den späteren Jahren nochmals durch eine noch glänzendere Variante, während der übrige Aufbau weitgehend unverändert blieb.