Thüringenkrimi – Gerechtigkeit ist ein deutscher Fernsehfilm von Judith Kennel aus dem Jahr 2026 und die erste Folge der ZDF-Kriminalfilmreihe Thüringenkrimi.

Handlung Mala Murphy ist die neue Rechtsmedizinerin in Jena. Schon bei der Fahrt an ihre neue Wirkungsstätte findet sie auf der Landstraße die scheinbar mit ihrem Wagen verunglückte Familienrichterin Sophie Nöll. Mala zweifelt ebenso wie der ermittelnde Hauptkommissar Moritz Herbst schon bald an der Unfallversion. Es stellt sich heraus, dass die Richterin von etwas geblendet wurde, wodurch sie von der Straße abkam. Auch weisen ein altes Magengeschwür und weitere Obduktionsergebnisse auf ein hohes Stresserlegen der eigentlich als „tough cookie“ auftretenden Frau hin. Da die Richterin mit ihren Urteilen nicht unumstritten war, gibt es sogleich mehrere Verdächtige, die ein Tatmotiv haben könnten.

Einer davon ist Felix Schmitz von der Kriminaltechnik, dessen jetzt in Karlsruhe lebende Exfrau aufgrund eines Urteils von Nöll das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für Tochter Lotte erhielt. Ein weiterer Verdächtiger ist Theo Dabring, dessen Frau Annette Steiner bei Nöll arbeitet und der das Sorgerecht für die zwei Kinder zugesprochen wurde. Wirklich wegweisende Indizien lassen sich zunächst jedoch nicht finden. Dr. Zeidler bearbeitet in der Rechtsmedizin einen weiteren Fall, bei dem er vergeblich versucht, eine vor sechs Wochen gefundene skelettierte Leiche zu identifizieren. Als Mala schließlich Nölls Krankenakte erhält, stellt sich heraus, dass frühere Verletzungen von Nöll viel besser zu Zeidlers Fall passen als zu der Toten von der Landstraße.

Mittlerweile stellt sich heraus, dass Felix Schmitz mit Annette Steiners Sohn Jonah befreundet ist und Jonah bei ihm einen Laserpointer gefunden und mitgenommen hat. Dadurch hätte dieser die Möglichkeit gehabt, die Richterin zu blenden, um Schmitz zu rächen. Die Ermittlungen ergeben, dass eine Nöll sehr ähnlich sehende Kommilitonin, Katinka Sommer, vor sechs Jahren die Identität Nölls annahm. Sommer war durchs zweite Staatsexamen gefallen und schlüpfte dann mit gefärbten Haaren in die Rolle von Nöll. Bei einem Anruf fragt Mala die bei Nöll arbeitende Annette Steiner, ob sie wusste, dass Nöll nicht Nöll war, woraufhin diese auflegt.

Als Mala bei Annette eintrifft, droht diese damit, sich vom Dach in den Tod zu stürzen. Sie erzählt, Sommer habe ihr angetrunken offenbart, dass sie nicht Nöll sei, welche vor sechs Jahren auf einer gemeinsamen Wanderung tödlich verunglückte. Da Sommer jetzt aufgrund des in den Medien präsentierten gefundenen Skeletts die Wahrheit offenbaren wollte, wodurch jedes ihrer Urteile nichtig gewesen wäre, fürchtete Annette um ihr Sorgerecht. Sie nahm den Laser und blendete Sommer auf der Straße. Herbst kann Annette vorm Sprung bewahren und verhaftet sie.

Herbst findet zum Schluss heraus, dass Malas Sohn Ben, von dem sie mehrfach berichtete, vor ein paar Jahren bei einem Lawinenabgang ums Leben kam.

Produktionsnotizen Die Folge Gerechtigkeit wurde vom 9. Oktober bis zum 10. November 2024 in Jena und Umgebung gedreht.

Die Szenen zu Beginn des Films wurde im Saale-Holzland-Kreis auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Jena-Kunitz und Golmsdorf gedreht. In Jena sind wichtige Drehorte gleich geblieben. Die Kellerräume der ehemaligen Hals-, Nasen- und Ohrenklinik fungierten erneut als das Innere des Instituts für Rechtsmedizin. Seitdem die Klinik ins neue Universitätsklinikum in Lobeda umgezogen ist, stehen die Räumlichkeiten an der Ecke Lessingstraße/Am Steiger leer. Für die Außendrehszenen des Instituts diente ein weiteres Mal das Institut für Anorganische und Analytische Chemie. Das Polizeirevier hingegen ist in die ehemalige Augenklinik gezogen, auf dem Klinikumsgelände an der Bachstraße.

Mala Murphys Wohnung befindet sich in einem elfgeschossigen Plattenbau in Lobeda-Ost in der Ziegesarstraße. Als Gericht wird die ehemalige Arbeiter- und Bauern-Fakultät genutzt, welche sich in der August-Bebel-Straße befindet. Das Haus von Kriminaltechniker Schmitz steht außerhalb der Universitätsstadt in Hohlstedt, zwischen Jena und Weimar. Im Jenaer Damenviertel, in der Arvid-Harnack-Straße, wurde das Finale des Films gedreht.

Rezeption Kritiken In seiner Besprechung auf tittelbach.tv vergibt Tilmann P. Gangloff für den Film 4,5 von 6 möglichen Sternen. Der Kritiker lobt, dass die Hauptdarsteller nicht einfach stillschweigend ausgetauscht wurden, sondern vom Sender ein gelungener Kompromiss gefunden wurde. Mala Murphy, die Theresa Wolff nachfolge als Rechtsmedizinerin, spreche zwar ebenfalls mit den Leichen, sei aber herzlich und empathisch. Moritz Herbst habe als Nachfolger des eher kantig angelegten Lewandowski eine sympathisch heitere Note. Die Nebendarsteller erhielten mehr Raum, wovon vor allem Rechtsmediziner Zeidler profitiere, der sich – zuvor meist unleidlich – als „vollendeter Gentleman“ erweise. Auch der Rolle von Ermittler Ceyhan Topal täte der neue Teamgeist gut. Die Krimistory biete den Krimifans zum Schluss einen verblüffenden Knüller.

Auf film-rezensionen.de kommt Oliver Armknecht in seiner Kritik hingegen auf insgesamt 4 von 10 möglichen Punkten. Für ihn sei die Fortführung von Elementen mit einem gewissen Wiedererkennungswert zwar sinnvoll, aber auch etwas einfallslos. Das Beibehalten des Redens der Rechtsmedizinerin mit den Toten sei „dabei besonders nervig“ und wirke wie eine Pflichterfüllung. Dass die neuen Protagonisten weniger konfrontativ seien, wirke etwas langweilig. Für Armknecht blieben die Hauptfiguren insgesamt etwas blass, der Neustart der Reihe sei nicht sehr interessant.

Die Redaktion der TV Spielfilm zeigt den Daumen nach oben und urteilt: „Der Auftakt wird seinem Vorgänger mehr als gerecht: klasse!“ Die neuen Hauptfiguren hätten eine charmante und humorvolle Chemie, auch seien sie im Vergleich zu den Wolff und Lewandowski weniger spröde.

Einschaltquoten Die Erstausstrahlung von Thüringenkrimi – Gerechtigkeit am 7. Februar 2026 wurde in Deutschland von rund 6,47 Millionen Zuschauern gesehen, was einem Marktanteil von 26,0 % entspricht. Dies bedeutete den Spitzenwert an diesem Tag.

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