La Vuelta Femenina 2026 war ein Etappenrennen für Frauen. Es fand vom 3. bis 9. Mai in Spanien statt und zählte zur UCI Women’s WorldTour 2026. Es siegte die spanische Fahrerin Paula Blasi.

Streckenführung

Der Parcours wurde Anfang März vorgestellt und befand sich vollständig im Nordwesten des Landes. Die ersten vier Etappen spielten sich in Galicien ab, jeweils in einer der vier Provinzen dieser Region. Die fünfte Etappe war der Provinz León in Kastilien und León gewidmet, die beiden letzten Etappen führten durch Asturien. Sämtliche Etappen waren als hüglig bis bergig eingestuft.

Das in den Vorjahren übliche Mannschaftszeitfahren zum Auftakt entfiel. Die erste Etappe begann in Marín an der Westküste Galiciens. Die Anstiege waren vor allem in der Mitte der Strecke platziert; am Zielort Salvaterra de Miño an der Grenze zu Portugal gab es einen Bergaufsprint. Die zweite Etappe enthielt keine offizielle Bergwertung, war aber zu keinem Zeitpunkt flach und enthielt eine längere Steigung zu ihrem Ziel in einem Vorort von Ourense. Die dritte Etappe enthielt wiederum keine ausgewiesene Bergwertung und war vom Profil ähnlich zur zweiten Etappe, jedoch mit einem einfacheren Finale in der Provinzhauptstadt A Coruña. Die vierte Etappe führte durch die Provinz Lugo, aufgrund des welligen Profils war sie für einen Sprint mit reduziertem Peloton prädestiniert. Die fünfte Etappe begann in der Provinzhauptstadt León und war die flachste der sieben Etappen.

Die Entscheidung im Gesamtklassement wurde vor allem auf den beiden letzten Etappen erwartet, die jeweils mit einem längeren Schlussanstieg endeten. Auf der sechsten Etappe war dies Les Praeres mit 13,4 % durchschnittlicher Steigung auf den letzten 3,7 km, auf der siebten Etappe der Angliru mit über 1200 Metern Höhenunterschied auf den letzten 12,4 Kilometern.

Rennverlauf

1. Etappe

Das Peloton ging ohne die Vorjahressiegerin Demi Vollering an den Start, da diese die Vuelta nach einer erfolgreichen Klassikersaison im Frühjahr ausließ.

Maëva Squiban und Ashleigh Moolman-Pasio gewannen die beiden Bergwertungen des Tages, Franziska Koch den Zwischensprint in Ponteareas. Das Finale der Etappe fand im Regen statt. Etwa 10 km vor dem Ziel wurden die meisten Fahrerinnen durch eine sehr enge Haarnadelkurve aufgehalten, und in der folgenden Abfahrt spalteten Stürze das Feld, von denen unter anderem Marianne Vos betroffen war. Es entstand eine fünfköpfige Spitzengruppe mit drei Vertreterinnen von FDJ United-Suez, die jedoch in der Schlussphase des Rennens wieder eingeholt wurde. Den Bergaufsprint am Zielort gewann Noemi Rüegg vor Lotte Kopecky und Franziska Koch. Vos kam noch auf den siebten Platz, wie sich später herausstellte mit gebrochenem Schlüsselbein. Zur zweiten Etappe trat sie nicht mehr an.

2. Etappe

Im Gegensatz zum Vortag war die Bildung der Ausreißergruppe hart umkämpft, und es dauerte längere Zeit, bis sich eine fünfköpfige Gruppe löste. Zu dieser gehörte Carina Schrempf, die den Zwischensprint 30 km vor dem Ziel gewann, bevor die Gruppe eingeholt wurde. Unterwegs schied die Gesamtführende Noemi Rüegg durch einen Sturz aus, nachdem sie das Hinterrad einer Teamkollegin touchiert hatte.

Mehrere Angriffsversuche auf der Steigung zum Zielort blieben fruchtlos, so dass es zum Sprint einer noch 40-köpfigen Gruppe kam. Lotte Kopecky zog bei ihrem Antritt seitwärts und kollidierte mit Shari Bossuyt. Diese zeigte sich unbeeindruckt und gewann vor Franziska Koch, die die Gesamtführung übernahm. Kopecky, die durch ihr Manöver mehrere Fahrerinnen behindert hatte, wurde von der Jury ans Ende der Gruppe zurückgesetzt.

3. Etappe

Die Ausreißerinnen des Tages waren Felicity Wilson-Haffenden und Sterre Vervloet, die bis zu vier Minuten Vorsprung hatten, aber vor der Schlussphase wieder eingeholt wurden. Die kurzen Zwischensteigungen auf den letzten 15 km sahen Angriffsversuche mehrerer Fahrerinnen, die zunächst nicht erfolgreich waren. Auf einer gepflasterten Straße entlang der Küste zog sich das Peloton auseinander, und zwei Kilometer vor dem Ziel konnte sich Cédrine Kerbaol nach Vorarbeit ihrer Teamkameradin Alice Towers absetzen. Sie gewann die Etappe mit vier Sekunden Vorsprung vor dem Feld, in dessen Sprint sich Lotte Kopecky behauptete.

4. Etappe

An der ersten Bergwertung setzten sich mit Marine Allione und Annelies Nijssen zwei Ausreißerinnen ab, zu denen sich später noch Lauretta Hanson und Marta Jaskulska gesellten. 25 km vor dem Ziel hatten diese noch zwei Minuten Vorsprung vor dem Feld, das nun die Verfolgung ernsthaft aufnahm. Allionne und Nijssen konnten das Tempo alsbald nicht mehr mitgehen, auch Hanson und Jaskulska wurden vier Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Den Zielsprint gewann Lotte Kopecky, die durch die damit verbundene Zeitgutschrift die Führung im Gesamtklassement übernahm.

5. Etappe

Eine fünfköpfige Ausreißergruppe erhielt rund drei Minuten Vorsprung und nahm die Punkte an den beiden Bergwertungen des Tages mit, bevor ihre letzten Vertreterinnen innerhalb der letzten zehn Kilometer eingeholt wurden. Währenddessen hatte es leicht zu regnen begonnen. In der Sprintvorbereitung, anderthalb Kilometer vor dem Ziel, stürzten mehrere Fahrerinnen, darunter Anna van der Breggen. Im Zielsprint zog Mischa Bredewold das Tempo für Lotte Kopecky an und tat dies so überzeugend, dass keine andere Fahrerin an sie herankam. Kopecky machte ihr daher den Etappensieg nicht streitig und fuhr als Zweite über die Linie, womit sie dennoch die Führung in der Punktewertung von Franziska Koch übernahm.

6. Etappe

Während zwei der am Vortag gestürzten Fahrerinnen nicht wieder antraten, schien Anna van der Breggen ohne Schaden davongekommen zu sein. Es bildete sich früh ein Spitzenquartett mit Ausreißerinnen, die zwischendurch fünf Minuten Vorsprung hatten. Beim Zwischensprint 23 km vor dem Ziel attackierte Franziska Koch aus dem Feld heraus, um Boden im Punkteklassement gutzumachen. Mischa Bredewold vereitelte diesen Plan jedoch zugunsten Lotte Kopeckys, indem sie Koch auf den letzten Metern überspurtete.

Nachdem die Ausreißerinnen eingeholt worden waren, setzte zu Beginn des Schlussanstiegs ein heftiger Schauer ein. Van der Breggen diktierte von Beginn an das Tempo. Die Tour-de-France-Siegerin des Vorjahrs, Pauline Ferrand-Prévot, verlor schon zu Beginn den Anschluss, auch ihre Vorgängerin Katarzyna Niewiadoma verlor eine Minute Zeit. Einzig Paula Blasi behielt van der Breggen im Blickfeld und kam nur acht Sekunden hinter ihr ins Ziel. Dritte wurde Marion Bunel mit einer halben Minute Rückstand.

7. Etappe

Ashleigh Moolman-Pasio holte sich die erste Bergwertung zu Beginn der Etappe, anschließend bildete Femke Markus mit ihrer Schwester Riejanne Markus sowie Liane Lippert die Ausreißergruppe des Tages, die bis zum Fuß des Angliru Bestand hatte.

Auf dem langen Schlussanstieg am Angliru, einem der anspruchsvollsten Anstiege des Radsports (mit 23,5 % maximale Steigung), lag Lippert bald allein an der Spitze, während im Hauptfeld Petra Stiasny das Tempo diktierte und nur noch Anna van der Breggen, Paula Blasi, Marion Bunel, Juliette Berthet und Valentina Cavallar bei sich hatte. Diese Gruppe holte Lippert zur Mitte des Anstieg ein. Blasi konterte eine Tempoverschärfung von Bunel, während van der Breggen zurückfiel. Stiasny holte nach und nach auf, übernahm zwei Kilometer vor dem Ziel die Spitze von Blasi und gewann mit gut 20 Sekunden Vorsprung die Etappe. Ihrerseits machte Blasi über eine halbe Minute auf van der Breggen gut und siegte somit in der Gesamtwertung.

Blasi gewann zudem die Bergwertung, während die Punktewertung an Lotte Kopecky ging. Bunel war beste Nachwuchsfahrerin mit Platz 3 der Gesamtwertung. Als beste Mannschaft wurde Team SD Worx-Protime ausgezeichnet.

Teilnehmende Teams

Wertungen Die Tabelle zeigt die Führenden in der jeweiligen Wertung bzw. die Trägerinnen der Wertungstrikots oder farbigen Rückennummern am Ende der jeweiligen Etappe an. Etap­pe 18x18px|Rotes Trikot (Gesamtwertung) 18x18px|Grünes Trikot (Punktewertung) 18x18px|Gepunktetes Trikot (Bergwertung) 18x18px|Weißes Trikot (Nachwuchswertung) 18x18px|Rote Rückennummer (Mannschaftswertung) 1. Noemi Rüegg (EF Education-Oatly) Noemi Rüegg (EF Education-Oatly) Maëva Squiban (UAE Team ADQ) Eleonora Ciabocco (Team Picnic PostNL) UAE Team ADQ 2. Franziska Koch (FDJ United-Suez) Franziska Koch (FDJ United-Suez) Lore De Schepper (AG Insurance-Soudal Team) 3. Ashleigh Moolman-Pasio (AG Insurance-Soudal Team) 4. Lotte Kopecky (Team SD Worx-Protime) Marine Allione (Mayenne-Monbana-MyPie) 5. Lotte Kopecky (Team SD Worx-Protime) Alice Coutinho (Mayenne-Monbana-MyPie) Gaia Segato (Vini Fantini-BePink) Team SD Worx-Protime 6. Anna van der Breggen (Team SD Worx-Protime) Anna van der Breggen (Team SD Worx-Protime) Marion Bunel (Team Visma-Lease a Bike) 7. Paula Blasi (UAE Team ADQ) Paula Blasi (UAE Team ADQ)

Weblinks

Website des Veranstalters (spanisch / englisch)

Parcours auf La Flamme Rouge

Einzelnachweise

#2026 Kategorie:Radrennen 2026