mini|hochkant|Stammwappen derer von Schönkirch(en) in Siebmachers Wappenbuch Schönkirch(en) ursprünglich Schneidpeck(en) ist der der Name eines erloschenen österreichischen und böhmischen Uradelsgeschlechts. Von 1492 bis 1603 im Eigentum der Herrschaft Schönkirchen und 1522 in den Freiherren- sowie 1716 in den Grafenstand erhoben,Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 5, Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 117 wurden die Herren von Schönkirchen von Kaiser Ferdinand I. mit dem Amt des Obersterblandtürhüters belehnt, das zuvor von 1411 bis 1560 die Edlen von Wehingen innehatten. Nachdem die Schönkirchen 1734 mit Franz Joseph Graf von Schönkirchen im Mannesstamm ausgestorben sind, blieb das Amt bis 1754 unbesetzt.

Geschichte Laut Kneschke soll das Geschlecht bereits um 1387 in Österreich erwähnt worden sein. Spener berichtete: „Zuerst hießen sie vom Guthe Schnaidpach, welches sie in Oesterreich besassen, Schnaidpecken von Schnaitpach, hernach als sie Schönkirchen und vom Kayser Carl V. den Herrn oder Freyherrn-Titul erhielten, wurden sie mit gänzlicher Auslassung des alten Nahmens, Herrn von Schönkirchen genannt.“ 1387 kommt Simon Schnaypeck und 1444 Hanns Schneidbeck vor. Um 1441 lebte Georg „der Schneidpeck“. Bucelinus zu Folge beginnt die ordentliche Stammreihe mit Wolfang „Schneidpecken von Schneidpach“. Der Ritter und von 1498 bis 1501 österreichische Vitztum Sigmund Scheintpeck besaß seit 1492 die Herrschaft Schönkirchen. Sein Sohn, der österreichische Staatsmann und Diplomat Johann Schneitpeck, seit 1522 Freiherr von Schönkirchen (* um 1475), studierte 1490 an der Universität Wien und 1496 an der Universität Bologna, wo er zum Doktor der Rechte promovierte. Von 1506 bis 1509 wirkte er als Rat und 1510 bis 1520 als niederösterreichischer Kanzler, zuletzt war er von 1523 bis 1525 Gesandter Erzherzog Ferdinand I. in Ungarn. Sein Sohn Joachim von Schönkirchen brachte das Erbtürhüter-Amt von Österreich in die Familie. Von 1553 bis 1557 fungierte er als Regimentsrat, von 1560 bis 1563 als niederösterreichischer Landmarschall, sowie von 1569 bis 1572 als Statthalter der niederösterreichischen Lande.Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 5, Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 116

1585 konvertierte Hanns Wilhelm von Schönkirchen zu Angern und Prellenkirchen, Ober- und Nieder-Haußeck vom Luthertum zum Katholizismus, desgleichen bewog er dazu seine Untertanen. Um 1660 agierte Johann Maximilian Freiherr von Schönkirchen und Angern als kaiserlicher Kämmerer und Oberst. 1716 erlangte der kaiserliche Oberstwachtmeister Franz Joseph Freiherr von Schönkirchen († 1734 als letzter seines Geschlechts) den böhmischen Grafenstand. Dessen Ehefrau Carolina Justina Antonia Gräfin von Schönkirchen, geb. Freiin von Eben und Brunn(en) († 1765) gab auf ihrem böhmischen Gut Weiten-Trebetitsch den Bau eines neuen Schlosses in Auftrag. Des Weiteren gründete sie dort die Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit und stiftete am 1. Oktober 1765 ein Spital für arme Untertanen. Nachdem sie als kinderlose Witwe gestorben war, erhielt die Herrschaft ihr als Universalerbe eingesetzter Großneffe Joseph Wonibald Freiherr von Eben und Brunn(en). Ein Zweig oder wahrscheinlich namensgleiches Geschlecht soll laut Ledebur 1770 und 1832 in der Grafschaft Tecklenburg das Gut Intrup besessen haben.

Wappen

Literatur Heinrich von Kadich, Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 4 (Habsburgermonarchie), 10. Abt.: Der Mährische Adel, Nürnberg 1899, S. 128 (uni-goettingen.de) und Tfl. 98 (uni-goettingen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 313 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 402 (digitale-sammlungen.de). Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 1. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 33 (uni-goettingen.de). Johann Baptist Witting: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 4 (Habsburgermonarchie), 4. Abt., T. 2: Der Niederösterreichische Landständische Adel (S–Z), Nürnberg 1918, S. 65 (uni-goettingen.de) u. 653 (uni-goettingen.de) sowie Tfln. 30 u. 31.

Einzelnachweise

Kategorie:Böhmisches Adelsgeschlecht Kategorie:Niederösterreichisches Adelsgeschlecht