mini|Stenderup Frimenighedskirke (: Stenderup Freikirche) mini|Sundeved-Centeret Stenderup ist ein Dorf auf der Halbinsel Sundeved in Südjütland bzw. Nordschleswig, gelegen drei Kilometer südlich von Vester Sottrup und drei Kilometer nordwestlich von Dybbøl. Das Dorf gehört zur Kommune Sønderborg und liegt in der Region Syddanmark.

Stenderup gehört zum Kirchspiel Nybøl. Die Kirche von Nybøl befindet sich in Nybøl, 2 km südwestlich von Stenderup.

Geschichte Während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung hielt König Friedrich VII. im Jahr 1848 auf dem Hof Tavhav in Stenderup einen Kriegsrat ab.

Stenderup verfügte über einen Haltepunkt an der Broackerbahn, die von 1910 bis 1932 zwischen Vester Sottrup und Skelde verkehrte.

Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) – als Nordschleswig noch unter deutscher Herrschaft stand – wurden auch dänische Einwohner aus Stenderup in die deutschen Streitkräfte eingezogen. Einige flohen über die Grenze am Fluss Kongeå (: Königsau) nach Norden, um der Einberufung zu entgehen. Auf den Höfen, von denen die Männer in den Krieg geschickt worden waren, wurden russische Kriegsgefangene zur Arbeit eingesetzt. Nach Beendigung ihrer Arbeitszeit wurden sie in das Gefangenenlager zurückgebracht. Einigen gelang die Flucht über die Insel Als nach Fünen.

Der sogenannte Stenderup-Streik im April 1932 brach aus, nachdem ein Hofbesitzer vom Gerichtsvollzieher zwangsgeräumt worden war.Leif Hansen Nielsen: Stenderupslaget. Sønderjydske Årbøger. Jahrgang 131 (Ausgabe 1): S. 65–104. 2019. doi:10.7146/SOENDERJYDSKEAARBOEGER.V131I1.130317. ISSN 0106-4452. Wikidata Q120214292.

Sundeved-Centeret 1903 wurde auf dem Stenderup Kirchenhügel die Stenderup Frimenighedskirke errichtet – eine von insgesamt sechs dänischen Freikirchen im deutschen Nordschleswig. 1912 wurde zudem ein Pfarrhaus erbaut; als der Geistliche jedoch 1915 zum Kriegsdienst eingezogen wurde, kamen die Gottesdienste zum Erliegen. Nach dem Abgabe Nordschleswigs an Dänemark im Jahr 1920 beschloss die Freigemeinde, ihre Arbeit fortzusetzen; das Interesse ließ jedoch nach, da es in der Umgebung nun zahlreiche dänische Kirchen gab. Viele Jahre lang fanden nur wenige Gottesdienste statt – wenngleich es während der deutschen Besatzungszeit ab 1940 erneut zu einem Aufschwung kam.

Im Jahr 1970 wurden die Kirche und das Pfarrhaus an eine Gruppe übergeben, die Verbindungen zur sog. Indre Mission, einer pietistischen Bewegung innerhalb der Dänischen Volkskirche, zu den Sonntagsschulen sowie zum CVJM und CVJF in Südjütland unterhielt. Diese Gruppe gründete die eigenständige Einrichtung „Sundeved-Centeret“. Das Pfarrhaus wurde umgebaut und verfügt nun über einen Saal, der Platz für 80 Gäste bietet, sowie über 41 Betten, verteilt auf 14 Zimmer unterschiedlicher Größe. Das Zentrum wird für Schullandheimaufenthalte, Kurse, Bibelfreizeiten und Familienfeiern genutzt. Auch die Kirche kann angemietet werden – beispielsweise für Hochzeiten.

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Nordschleswig) Kategorie:Geographie (Sønderborg Kommune)