Široké Třebčice (deutsch Weitentrebetitsch, auch Weiten-Trebetitsch bzw. Trebetice) ist ein Ortsteil der Gemeinde Veliká Ves (Michelsdorf) im Okres Chomutov (Bezirk Komotau) in Tschechien.
Geografie Nachbarorte sind Nové Třebčice (Deutsch Trebetitsch) im Westen, Veliká Ves (Michelsdorf) im Südwesten, Račetice (Ratschitz) im Norden und Mory (Mohr) im Osten.
Geschichte Grundherren waren 1636 Polexenia von Kolowrat und 1660 der k. k. General-Quartiermeister Franz Arin von Arino. Nach dessen Tod 1670, heiratete seine Witwe und Erbin Elisabeth Constantia geb. Broyin von Geißelsberg und Fundelstein den k. k. Oberstwachtmeister Karl Ferdinand Freiherr von Eben und Brunn(en). Letzterer kaufte 1678 die Hälfte des Gutes Ledau und vereinigte es mit Weitentrebetitsch. Nach seinem Tod 1709 erbte die Herrschaft, dessen älteste Tochter Carolina Justina Antonia, verheiratet mit Franz Joseph Reichsgraf von Schönkirchen. Sie starb 1765 als kinderlose Witwe. Als ihren Erben setzte sie ihren Großneffen Joseph Wonibald Freiherr von Eben und Brunn(en) ein. Die verschuldete Herrschaft fiel 1789 an den k. k. Hauptmann Jakob von Wimmer, der sie wiederum 1797 an Ignaz Schreiter, seit 1816 Ritter von Schwarzenfeld veräußerte. Landrechtlich feilgeboten, erhielt sie am 19. Oktober 1825 Ritter Franz Schreitter von Schwarzenfeld, darauf durch Erbschaft 1829 Ritter Joseph Schreiter von Schwarzenfeld. mini|Kirche zur Hl. Kreuzerhöhung mini|Ländliches Gehöft Nr. 42 Die Kirche wurde gleichzeitig mit dem Schloss von der damaligen Gutsbesitzerin Gräfin von Schönkirch als öffentliche Kapelle errichtet. Der Gottesdienst wurde zunächst vom Pfarrer von Michelsdorf gehalten. 1765 stiftete die Gräfin einen Weltgeistlichen bzw. Schlosskaplan, der dort täglich eine Messe las. Laut Hofdekret vom 13. Januar 1789 erhob man die Kapelle zur Lokalie-Kirche, die 1802 durch den damaligen Besitzer Ignaz Schreiter erneuert und vergrößert wurde. Das Spital stiftete am 1. Oktober 1765 Carolina Justina Antonia von Schönkirch für sieben arme Untertanen der Herrschaft bzw. drei Männer und vier Frauen. Das Spitalvermögen betrug 1844 1.239 Gulden. 1790 gründete Freiherr von Wimmer eine Schule. 1845 zählte Weitentrebtitsch 83 Häuser mit 710 Einwohnern, darunter 57 israelische Familien, eine Lokalie-Kirche zur Hl. Kreuzerhöhung, eine Lokalisten-Wohnung und eine Schule, sämtlich unter dem Patronat der Obrigkeit, eine Synagoge, ein obrigkeitliches Schloss, ein Amtshaus mit der Wohnung eines Wirtschaftsbeamten, ein Spital, ein Maierhof, eine Schäferei, ein Schüttboden, ein Dominikal-Wirtshaus und zwei obrigkeitliche Steinkohlezechen. Territorial gehörte Weitentrebetitsch bis 1848 zum Saazer Kreis.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Weitentrebetitsch ab 1850 eine Gemeinde im Bezirk Podersam. Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Podersam. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam Široké Třebčice zur Tschechoslowakei zurück und die einheimische deutsche Bevölkerung wurde vertrieben.
Sehenswürdigkeiten
Nebengebäude des 1988 abgerissenen Schlosses Weitentrebetitsch Kirche zur Hl. Kreuzerhöhung Kriegerdenkmal Nepomuksäule Synagoge Jüdischer Friedhof
Persönlichkeiten
Ignaz Hirsch (1834–1908), österreichischer Mediziner und Königlich Preußischer Geheimer Sanitätsrat. Anton August Naaff (1850–1918), österreichischer Dichter, Schriftsteller und Herausgeber.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Veliká Ves