mini|Blick von Norden durch den Rest des Neuen Wegs, links das Logenhaus, 2026 Der Neue Weg war eine Straße in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt.
Lage und Verlauf Die Straße befand sich im Zentrum der Magdeburger Altstadt. Sie verlief vom Platz Bei der Hauptwache in nordöstliche Richtung, bis sie nach etwa 200 Metern auf die Peterstraße mündete. Von Westen mündete im mittleren Teil der Straße die Grünearmstraße, im südwestlichen Teil die Apfelstraße ein.
Im südlichen Teil entspricht der Straßenverlauf annähernd exakt dem heutigen nördlichen Teil der Straße Bei der Hauptwache. Der nördliche Teil des Neuen Wegs verlief östlich der heutigen Weitlingstraße. Die Einmündung auf die Peterstraße lag südlich der heutigen Peterstraße. Die ursprüngliche Bebauung ist weitgehend verschwunden, im Süden ist jedoch von der historischen Bebauung das Neue Rathaus sowie der Eisenbarthbrunnen, im mittleren Teil das heute zur Weitlingstraße gehörende Logenhaus Ferdinand zur Glückseligkeit erhalten.
Historisch begann die Nummerierung mit der Nummer 1 am südlichen Ende auf der Ostseite, nördlich der dortigen Einmündung der Großen Marktstraße. Sie verlief dann aufsteigend nach Norden bis zur Nummer 10 nahe der Peterstraße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite lag die Nummer 11, an die sich nach Süden die Nummerierung bis zur 21 anschloss, nach der die Apfelstraße einmündete. Südlich hiervon schloss sich noch das Neue Rathaus an.Karte von Robolsky von 1829 in Klaus Kramer, Magdeburger Häuserbuch, Stadtplanungsamt Magdeburg 2001, Seite 15
Geschichte mini|Straßenfront des Grundstückes Neuer Weg 17 Entgegen der Namensbedeutung war die Straße sehr alt. Es wurde vermutet, dass der Name entstand, als um das Jahr 1000 hier eine Stadterweiterung nach Norden erfolgte und die Straße von der alten karolingischen Stadtmauer im Bereich um das spätere Neue Rathaus bis zur neuen ottonischen Stadtmauer verlief, deren Reste noch lange im Bereich Neuer Weg 16 bestanden. In diesem Abschnitt war die Straße verhältnismäßig breit angelegt. Um 1230 erfolgte eine abermalige Stadterweiterung. Der Neue Weg wurde dabei nach Norden verlängert und reichte dann so bis zur Peterstraße. Dieser Teil war enger als der südliche Abschnitt und hatte vor dem Grundstück Neuer Weg 15 einen Knick, wohl weil das Gebäude quer im Straßenverlauf vorstand. Bei der Nummer 15, gegenüber der Nummer 6 befand sich ein Turm der Stadtmauer. In der Zeit um 1700 befand sich am Grundstück Nummer 18 ein Winkel, der als Piepsack bezeichnet wurde.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 327 Zumindest für Teile der Straße war jedoch, wie auch bei der benachbarten Apfelstraße, der Name Brandstraße gebräuchlich, so 1690 in einem Kaufvertrag für die Nummer 17, die dann 1710 als „auf dem Neuen Wege“ bezeichnet wurde.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 137
mini|Blick über die Baustelle des Neuen Rathauses im Jahr 1905, im Hintergrund die von links kommende Apfelstraße, die auf den Neuen Weg mündet Den südlichen Abschluss der Straße, bis zur Einmündung auf den Platz bei der Hauptwache, bildete die Ostfassade des 1905 bis 1907 errichteten Neuen Rathauses. Nördlich des Neuen Rathauses mündete von Westen kommend, die Apfelstraße auf den Neuen Weg. 1909 wurde bei der Nummer 16 von Westen her die Grünearmstraße durchgebrochen.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 657
Die Stadt Magdeburg beabsichtigte eine Erweiterung des Neuen Rathauses nach Norden. Es wurde daher 1918 beschlossen, die nördlich des Gebäudes befindlichen Grundstücke anzukaufen. Dies betraf die Häuser Apfelstraße 5 bis 10b, Neuer Weg 18, 20 und 21 sowie Katzensprung 10. Die Ankäufe wurden dann tatsächlich vorgenommen. Nach Verzögerungen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurden ab November 1936 zehn Häuser der Apfelstraße und des Neuen Wegs abgerissen. Bis 1938 entstand nach Plänen des Architekten Paul Schaeffer-Heyrothsberge der in Teilen noch heute bestehende nördliche Erweiterungsbau, der am 9. Juni 1939 eingeweiht wurde.Maren Ballerstedt: Von der „scharfen Ecke“ zum Neuen Rathaus in Das Alte und das Neue Rathaus zu Magdeburg im Wandel der Zeit, Stadtarchiv Magdeburg 2006, ISBN 978-3-9808534-2-2, Seite 94. In einer entstandenen Gebäudeecke entstand auf der Westseite des Neuen Wegs der Eisenbarthbrunnen, der dort noch unverändert steht. Der Verlauf der Apfelstraße wurde im Zuge dieser Baumaßnahmen verändert, sie mündete nun nördlich des Erweiterungsbaus auf den Neuen Weg, dort wo sie auch noch heute, jetzt als Julius-Bremer-Straße, auf den nördlichen Ausläufer der Straße Bei der Hauptwache.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bereich stark zerstört. Im Zuge des sich in der Zeit der DDR nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt, wurde der Name Neuer Weg aufgegeben, obwohl die Straße in ihrem südlichen Abschnitt, zum Teil sogar mit der historischen Bebauung, erhalten blieb. Dieser Bereich wurde dem Platz Bei der Hauptwache zugeschlagen. Der nach Nordosten abknickende nördliche Bereich der Straße wurde aufgegeben. Dort weist die zurückgesetzte Lage und die schräge Gebäudeflucht des Logenhauses sowie der vor dem Haus bestehende gesonderte Straßenkörper auf den ursprünglichen Verlauf des Neuen Wegs hin. Etwas westlich hiervon entstand die gerade nach Norden verlaufende Weitlingstraße als neue Nord-Süd-Verbindung.
(Historische) Häuser des Neuen Wegs Nachfolgend werden die Grundstücke des Neuen Wegs tabellarisch aufgeführt. Dabei werden auch die aktuellen Grundstücke sowie ggf. davon abweichende historische Grundstücke benannt. Soweit diese sich überschneiden, sind sie ungefähr räumlich zugeordnet. Historische Grundstücksnummern sind dabei mit (alt) gekennzeichnet. Die Reihenfolge orientiert sich an der historischen Nummerierung des Neuen Wegs.