mini mini|Wappen Ippolito Antonio Vincenti Mareri (* 20. Januar 1738 in Rieti; † 21. März 1811 in Paris) war ein italienischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche.
Leben Ippolito Antonio Vincenti Mareri entstammte einer adeligen Familie aus Rieti. Er war der jüngste Sohn von Cinzio Francesco Vincenti Gentili Mareire, Graf von Ascreas und Caterina Razza. Er wurde am Tag seiner Geburt von seinem Onkel Adriano getauft.
Im Alter von neun oder zehn Jahren trat Ippolito in das Diözesanseminar von Rieti ein, wo er Grammatik, Rhetorik und Geisteswissenschaften studierte. Bereits mit siebzehn Jahren wurde er zur Fortsetzung seiner Ausbildung nach Rom geschickt und begann im November 1754 sein Studium an der Universität La Sapienza. Dort studierte er Kirchenrecht bei Dario Guicciardi und Zivilrecht bei Michelangelo Petrocchi. Am 27. April 1764 erlangte er den Doktortitel (Dr. iure).
Nach Abschluss seines Studiums kehrte Ippolito nach Rieti zurück und schloss im Sommer desselben Jahres die Verhandlungen über die Heirat seiner Schwester Lavinia mit Baron Bernardino Gagliardi von L’Aquila ab. Kurz darauf begann er seine kirchliche Laufbahn als Geistlicher. Am 11. April 1764 wurde er zum Auditor der Apostolischen Nuntiatur in Spanien ernannt und trat sein Amt im August des folgenden Jahres an. Er musste 1767 hilflos miterleben, wie der Jesuitenorden durch Befehl Karls III. aufgelöst wurde. Er bekleidete dieses Amt bis 1775. Nachdem er Referendar des Tribunals der Apostolischen Signatur geworden war, wurde ihm der Titel eines außerordentlichen Apostolischen Protonotars verliehen. Als Hausprälat Seiner Heiligkeit wurde er im April 1776 zum Relator der Heiligen Consulta ernannt und übernahm in Abwesenheit des Amtsinhabers, Monsignore Ferdinando Spinelli, zwischen September 1783 und Februar 1784 vorübergehend die Stadtverwaltung Roms. Am 16. Januar 1784 wurde er zum Generalpräzeptor des Erzhospitals Santo Spirito in Sassia ernannt und trat die Nachfolge von Monsignore Domenico Sampieri in diesem Amt an. Am 29. Januar 1784 erhielt er von Papst Pius VI. die unterzeichnete Urkunde über seine neue Ernennung, doch angesichts seiner bevorstehenden Ernennung zum Apostolischen Nuntius in Spanien legte er das Amt nur drei Tage später nieder.
Er empfing am 19. März 1785 die Priesterweihe. Am 11. April 1785 wurde er zum Titularerzbischof von Corinthus ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 8. Mai desselben Jahres in der Kathedrale des Bistum Frascati Kardinal Henry Benedict Stuart. Mitkonsekratoren waren die Titularbischöfe Girolamo Volpi und Pier Luigi Galletti OSB. Am 20. August 1785 wurde er als Apostolischer Nuntius nach Spanien entsandt, wo er neun Jahre lang die Interessen des Heiligen Stuhls vertrat.
Kardinalat Im Konsistorium vom 21. Februar 1794 nahm ihn Pius VI. ins Kardinalskollegium auf. Am 25. Februar desselben Jahres erhielt er in Madrid durch Monsignore Francesco Carafa d’Andria, den Privatkaplan Seiner Heiligkeit, zusammen mit einem Apostolischen Breve den Kardinalshut. Gemäß der Tradition verlieh König Karl IV. von Spanien dem Erzbischof persönlich im Beisein des gesamten Hofes den Kardinalshut. Am 5. April des folgenden Jahres reiste er von Spanien nach Rom und wiederholte die Zeremonie am 28. Mai in Anwesenheit des Papstes, der ihm am 1. Juni die Titelkirche Santi Nereus e Achilleo verlieh. Er wurde in die Kongregation der Bischöfe und Regularen aufgenommen und schloss sich auch den Kongregationen für die Glaubensverbreitung, das Konzil von Trient, den Index und die Pontinischen Sümpfe an. Vom 1. Juni 1795 bis Juni 1796 war er päpstlicher Legat in Bologna, als die Stadt von französischen Truppen besetzt war. 1797 zog er nach Rieti, wurde jedoch gefangen genommen und 1798 nach Rom zurückgebracht. Zu diesem Zeitpunkt war er beinahe gezwungen, auf das Kardinalsamt zu verzichten, entging aber der Schmach, indem er eine hohe Entschädigung zahlte, die ihn freiließ und ihm erlaubte, im folgenden Jahr nach Rieti zurückzukehren. Dort blieb er bis zur Einberufung des Konklaves, das in außerordentlicher Form in Venedig stattfand und aus dem Pius VII. gewählt wurde.
Am 3. August 1807 wurde er Kardinalbischof des suburbikarischen Bistums Sabina
Als Vize-Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche bekleidete er dieses Amt vorübergehend während der Abwesenheit von Kardinal Giuseppe Maria Doria Pamphili im Jahr 1808.
Als Napoleon den Kirchenstaat annektierte und den Papst gefangen nahm, gehörte Vincenti Mareri zu den Kardinälen, die am 2. Januar 1810 gezwungen wurden, nach Frankreich zu übersiedeln. Da er – im Gegensatz zu den „schwarzen Kardinälen“ – bei der zweiten Hochzeit Napoleons mit Marie-Louise von Österreich anwesend war, gehörte er zur Gruppe der sogenannten „roten Kardinäle“.
Er starb am 21. März 1811 in Paris, im Beisein seines treuen Kammerherrn Michele Torraca. Sein Leichnam wurde in der Kirche Saint-Thomas d’Aquino in Paris öffentlich aufgebahrt, wo auch seine Beisetzung stattfand. Auf ausdrücklichen Wunsch Napoleons, aus Dankbarkeit für die Unterstützung des Kardinals, wurde dieser im Pariser Panthéon, im dritten Gewölbe von links, beigesetzt. Als 1861 der Erzbischof von Paris, Kardinal François-Nicolas-Madeleine Morlot, die Räumung einiger Gräber in der Kirche anordnete, benachrichtigte er Giacinto, den Großneffen von Kardinal Vincenti Mareri, der die Überführung der Gebeine in die Heimat des Verstorbenen organisierte. Sie reisten mit dem Zug nach Marseille und von dort mit dem Schiff nach Civitavecchia, wo sie am 4. September eintrafen und vorübergehend in der örtlichen Pfarrkirche aufgebahrt wurden. Am 22. Oktober desselben Jahres trafen die sterblichen Überreste des Kardinals in einem eigens aus Rom herbeigebrachten Leichenwagen in Rieti ein. Die feierliche Beisetzung fand hier statt, und der Leichnam des Kardinals wurde in der Familiengruft in der Kapelle Santa Caterina, neben dem Grab seines Bruders Alessandro, in der Kathedrale Santa Maria Assunta beigesetzt.
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