Die Norwegische Synode war eine norwegischstämmige lutherische Kirche in den Vereinigten Staaten und in Kanada. Sie gliederte sich zuletzt in fünf Distrikte. Diesen Distrikten standen Distriktspräsidenten vor, die von den Distriktssynoden gewählt wurden. Gelegentlich wurden die Distriktspräsidenten auch in der zeitgenössischen Presse und Literatur als Bischöfe tituliert, nutzten diese Bezeichnung jedoch nicht selbst.
Östlicher Distrikt mini|Gruppenfoto der Delegierten zur ersten Distriktsversammlung des Östlichen Distrikts der Norwegischen Synode. Der Östliche Distrikt (, ) war einer der drei ursprünglichen Distrikte, die 1876 gegründet wurden, um in der schnell wachsenden Synode regionale Strukturen aufzubauen. Er umfasste weitgehend die Gemeinden östlich des Mississippi, vor allem in den Bundesstaaten Wisconsin und Illinois aber auch verstreute Gemeinden in New York, New Jersey, Ohio, Michigan, Neuengland und Ontario. Die einzige norwegische Gemeinde in den Südstaaten, jene in Thorsby in Alabama, gehörte ebenfalls dem Distrikt an. In den Jahren seines Bestehens änderte sich der geografische Zuschnitt des Distrikts nicht in größerem Maße.
Im Distrikt befanden sich auch der Gründungsort der Norwegischen Synode, Koshkonong in Wisconsin, sowie unweit davon die älteste norwegische Kirche in Amerika, die Old Muskego Church in Muskego.
Die Gemeinden des Distrikts zählten 1880, also vier Jahre nach seiner Gründung, 52.213 Seelen, davon 28.995 konfirmierte Gemeindeglieder. Diese wurden von 56 Geistlichen betreut. Die Gründung der Anti-Missourischen Bruderschaft traf auch diesen Distrikt hart, sodass er trotz reger Missionstätigkeit bis 1914 nur wieder gut 40.000 Seelen und etwa 28.000 konfirmierte Mitglieder zählen konnte, für die 84 Geistliche sorgten.
Distriktspräsidenten 1876–1888 Johannes Frich 1888–1893 Ole Juul 1893–1903 Halvor Halvorsen 1903–1907 Andreas Sagen 1908–1917 Jørgen Nordby
Minnesota-Distrikt Der Minnesota-Distrikt (, ) war einer der drei ursprünglichen Distrikte, die 1876 gegründet wurden, um in der schnell wachsenden Synode regionale Strukturen aufzubauen. Er umfasste die zahlreichen Gemeinden in Minnesota – ausgenommen jenen in den südlichen Counties an der Grenze zu Iowa – und im Dakota-Territorium. Zur Gründung des Nordwestlichen Distrikts 1908 gab der Minnesota-Distrikt die Gemeinden in North Dakota an diesen ab und umfasste damit weitestgehend nur noch Gemeinden in Minnesota und wenige Gemeinden im Grenzgebiet in South Dakota.
Im Gebiet des Distrikts befanden sich das theologische Seminar der Synode, das Luther Seminary in St. Paul und ein College, das St. Olaf College in Northfield. Dieses wurde – wie der Distrikt unter seinem Vorsitzenden Bernt Muus allgemein – zu einer der Keimzellen der Anti-Missourischen Bruderschaft, die sich 1887 von der Synode löste.
Die Gemeinden des Distrikts zählten 1883, also sieben Jahre nach seiner Gründung, 49.369 Seelen, davon 25.609 konfirmierte Gemeindeglieder. Diese wurden von 70 Geistlichen betreut. Die Gründung der Anti-Missourischen Bruderschaft hemmte den Minnesota-Distrikt in seinem Wachstum und die Neugründung des Nordwestlichen Distrikts 1909 entzogen ihm viele mitgliederstarke Gemeinden in North Dakota, sodass er trotz reger Missionstätigkeit bis 1914 nur wieder 47.159 Seelen und etwa 30.127 konfirmierte Mitglieder zählen konnte, für die 103 Geistliche sorgten.
Distriktspräsidenten 1876–1883 Bernt Muus 1884–1892 Bjug Harstad 1892–1917 Knut Bjørgo
Iowa-Distrikt Der Iowa-Distrikt (, ) war der dritte der drei ursprünglichen Distrikte, die 1876 gegründet wurden, um in der schnell wachsenden Synode regionale Strukturen aufzubauen. Ursprünglich umfasste er die Gemeinden in Iowa, South Dakota und den südlichen Counties von Minnesota, sowie die südlich und westlich davon liegenden verstreuten Gemeinden in Nebraska, Kansas, Texas, Kalifornien, Oregon und Washington. Die Gebiete an der Pazifik-Küste trat der Distrikt 1893 zur Errichtung des neuen Pazifik-Distrikts ab.
Auf dem Gebiet der Gemeinde befand sich auch der Sitz der Synode in Decorah, sowie ihre Hochschule, das Luther College, und ihr Verlag am selben Ort.
Die Gemeinden des Distrikts zählten 1880, also vier Jahre nach seiner Gründung, 39.024 Seelen, davon 20.059 konfirmierte Gemeindeglieder. Diese wurden von 54 Geistlichen betreut. Durch die Ausgliederung des Pazifik-Distrikts und die Gründung der Anti-Missourischen Bruderschaft wuchs der Distrikt kaum, sodass er trotz reger Missionstätigkeit bis 1914 nur wieder 32.844 Seelen und 20.817 konfirmierte Mitglieder zählen konnte, für die 68 Geistliche sorgten.
Distriktspräsidenten 1876–1894 Ulrik Vilhelm Koren 1894–1906 Torger Andreas Torgerson 1906–1916 Ole Vangsnes 1916–1917 Daniel Jordahl
Pazifik-Distrikt mini|Die Immanuel Lutheran Church in Seattle war eine der größten des Pazifik-Distrikts. Der Pazifik-Distrikt (, ) wurde 1893 als vierter Distrikt der Norwegischen Synode aus Gebietsabtretungen des Iowa-Distrikts gegründet. In ihm organisierten sich die ab 1880 entstandenen norwegischen Gemeinden an der Westküste, die sich vor allem in Washington, aber auch in Oregon, Idaho und Kalifornien befanden. Auch die Missionsarbeit der Synode in Alaska war dem Distrikt zugeordnet. Die Gründung eines eigenen Distrikts war vor allem durch die weite Entfernung zu den Kerngebieten der Synode im Mittleren Westen nötig geworden.
Auf dem Gebiet der Synode befand sich die Pacific Lutheran Academy.
Die Gemeinden des Distrikts zählten 1895, also zwei Jahre nach seiner Gründung, 2.340 Seelen, davon 1.079 konfirmierte Gemeindeglieder. Diese wurden von 13 Geistlichen betreut. Der Distrikt wuchs durch Zuzug aus dem Osten und rege Missionstätigkeit bis 1913 auf 7.315 Seelen und 4.412 konfirmierte Mitglieder an, für die 37 Geistliche sorgten.
Distriktspräsidenten 1893–1898 Bjug Harstad 1900–1917 Ludvig Foss
Nordwestlicher Distrikt Der Nordwestliche Distrikt (, ) wurde 1908 als fünfter und letzter Distrikt der Norwegischen Synode aus Gebietsabtretungen des Iowa-Distrikts gegründet. Er umfasste die zahlreich gewordenen Gemeinden in North Dakota und Montana sowie in den kanadischen Provinzen Saskatchewan und Alberta. Der größte Teil seiner Gemeinden hatte zuvor dem Minnesota-Distrikt angehört.
Die Gemeinden des Distrikts zählten 1913, also drei Jahre nach seiner Gründung, 22.794 Seelen, davon 12.577 konfirmierte Gemeindeglieder. Diese wurden von 56 Geistlichen betreut.
Distriktspräsidenten 1908–1916 Peder Anton Hendrickson 1916–1917 Ivar Ylvisaker
Einzelnachweise
Kategorie:Norwegische Synode