Canaã dos Carajás ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Pará im Norden des Landes. Sie liegt in der Region Carajás im Südosten des Bundesstaates und gehört zu den dynamisch wachsenden Bergbauzentren Amazoniens. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 90.000 geschätzt. Der erste Teil des Ortsnamens ist die portugiesische Schreibweise des biblischen Kanaan.

Geografie und Klima Canaã dos Carajás liegt im Südosten des Bundesstaates Pará auf einer Höhe von etwa 210 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich in einer Übergangszone zwischen Amazonasregenwald und Savannenlandschaften. Das Gemeindegebiet umfasst 30 % des Carajás-Nationalwaldes, eines 1998 gegründeten Naturschutzgebiets mit einer Fläche von 411.949 Hektar, das auf nachhaltige Nutzung ausgerichtet ist und Bergbaubetriebe in einem riesigen Vorkommen an hochwertigem Eisenerz umfasst.

Das Klima ist tropisch mit hohen Temperaturen und einer ausgeprägten Regenzeit. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei knapp 26 °C.

Geschichte Die Gründung der Ansiedlung geht auf staatliche Siedlungsprojekte aus der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur zurück. Das Siedlungsprojekt Carajás in der südöstlichen Region von Pará wurde ab 1982 von der Grupo Executivo das Terras do Araguaia e Tocantins (GETAT) der Bundesregierung durchgeführt und Familien aus östlich gelegenen Gebieten angesiedelt, die hier Land zum Bewirtschaften erhielten Derartige staatliche Siedlungsprogramme sowie die Migration aus anderen Teilen Brasiliens führten zu einem raschen Bevölkerungswachstum.

1994 wurde Canaã dos Carajás aus der Gemeinde Parauapebas ausgegliedert und als eigenständige Gemeinde gegründet. Wenige Jahre später wurden bedeutende Rohstoffvorkommen entdeckt.

Seitdem entwickelte sich die Gemeinde zu einem wichtigen Zentrum des Bergbaus. Das Bergbauunternehmen Vale SA (damals CVRD) begann bereits 1999 mit dem Bau der Anlagen zur Kupfergewinnung. Aufgrund der dafür erforderlichen großen Anlagen kam es zu einem starken Zustrom von Menschen und Kapital in die Region. Die Bevölkerung vervierfachte sich in gut vier Jahren, was genau mit der Inbetriebnahme der Mine 2003/2004 zusammenfiel.

2016 begann Vale mit dem S11D-Projekt, dem weltweit größten Eisenerzbergbauprojekt mit einer Fördermenge von 90 Millionen Tonnen pro Jahr. Das Projekt sieht Investitionen in Milliardenhöhe vor.S11D: largest iron ore project in Vale's history Vale 2020 wurde eine Expansion auf 120 Millionen Tonnen pro Jahr beschlossen.

Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 90.000 Personen geschätzt. Die Bevölkerung ist überwiegend urban geprägt und wuchs in den letzten Jahrzehnten stark an.

JahrEinwohner19916.933200010.922201026.716202277.079Volkszählungen

Wirtschaft Die Wirtschaft von Canaã dos Carajás ist stark vom Bergbau geprägt. In der Region befinden sich bedeutende Rohstoffvorkommen, die von Unternehmen wie Vale erschlossen werden.

Neben dem Bergbau spielen Dienstleistungen, Bauwesen und Handel eine wichtige Rolle, insbesondere im Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungswachstum und der wirtschaftlichen Expansion.

Religion Canaã dos Carajás gehört zum römisch-katholischen Bistum Marabá. Neben der katholischen Kirche sind auch protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten. Die Namenswahl ist auf die große Anzahl evangelikaler Christen zurückzuführen und spielt auf das biblische Land Kanaan an.

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Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Pará Kategorie:Município in Pará Kategorie:Gemeindegründung 1994