Ute Kobrow ist eine deutsche Choreografin, Dozentin, Theaterregisseurin und Tanzpädagogin.

Leben und Wirken Ute Kobrow wirkte am Deutschen Nationaltheater Weimar, an der Hochschule für Schauspielschule Ernst Busch, am Theater an der Parkaue, und am Kinder- und Jugendtheater Marzahn.

Mindestens ab 1981 ist ihre Mitwirkung als Dozentin für Tanz und Bewegung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in verschiedenen Inszenierungen bekannt. So war sie als Mentorin an Der Kyklop von Euripides im Rahmen des 3. Studienjahres Schauspiel und des Studiengangs Regie am Institut für Schauspielregie beteiligt. Die Inszenierung war eine Zusammenarbeit mit dem Theater der Altmark in Stendal und der Winckelmann-Gesellschaft der DDR anlässlich der Winckelmann-Festtage. 1983 übernahm sie die Choreografie zu Die Frau zum Wegwerfen von Dario Fo, eine Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin.

Die Optimistische Tragödie von Wsewolod Wischnewski wurde im Jahr 1985 am bat-Studiotheater in der Regie von Freya Klier und am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin als Beitrag bei der Werkstatt Junger Theaterschaffender der DDR in der Regie von Hans-Georg Simmgen aufgeführt. Zu diesem Stück gab es verschiedene Versionen, da Freya Klier Berufsverbot erhielt. Bei der Neu-Inszenierung von Simmgen übernahm Kobrow die Choreografie. Im selben Jahr wurde mit einer Choreografie von Kobrow Philoktet von Heiner Müller aufgeführt. Die Inszenierung wurde mit dem Kritikerpreis der Berliner Zeitung ausgezeichnet und bei den 26. Weimartagen der FDJ am 8. Juli 1985 gezeigt, wohin auch die Schulinszenierungen Nur backen, beten, b...n! von Franca Rame und Dario Fo, in der Regie von Christine Harbort, sowie Nachtfrost/Die wilden Wege von Albert Wendt, in der Regie von Christina Emig-Könning, eingeladen waren.

Für das anlässlich des 90. Geburtstags von Bertolt Brecht im Februar 1988 inszenierte Stück Der gute Mensch von Sezuan, in der Regie von Peter Schroth und Peter Kleinert, erhielt das Kollektiv der Studioinszenierung, dem Kobrow erneut als Choreografin angehörte, den Ernst-Zinna-Preis der Stadt Berlin für herausragende Leistungen in Wissenschaft und Technik sowie Kunst und Kultur. Das Stück wurde am 23. April 1988 beim 1. Festival sowjetischer Schauspielschulen in Moskau gezeigt, tourte aber auch durch den Westen: So war es im Juli am Theaterhaus Stuttgart und an der Theaterakademie Ulm zu sehen sowie im Dezember an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg.

Auch am Musical Ça Ira! – Revolution im Rock in der Regie von Gisela Oechelhaeuser im Jahr 1989 war Ute Kobrow als Choreografin beteiligt. Das Stück wurde anlässlich des 200. Jahrestages der Französischen Revolution inszeniert und collagierte „Dokumente, Selbstaussagen Lieder der französischen Revolution“ mit Texten, darunter Fragmente aus Marat/Sade von Peter Weiss, Santerre von Peter Brasch, Dantons Tod von Georg Büchner und 1793 von Ariane Mnouchkine. Der Kritiker der Berliner Zeitung, Ernst Schumacher, bemängelte in der Aufführung von Studierenden des 3. Studienjahrs die „Kunst des Sprechens“ als „entwicklungsbedürftig“, hob jedoch die Arbeit von Ute Kobrow lobend hervor: „Was am entwickeltsten schien, war der Sinn für gestischen Ausdruck, für Bewegung im Raum, für Tänzerisches.“ Ein weiterer Beitrag zum 200. Jahrestag des Sturms auf die Bastille war die Inszenierung Die natürliche Tochter von Johann Wolfgang von Goethe, die im selben Jahr aufgeführt wurde.

Ute Kobrow unterrichtete Schauspiel auch außerhalb der Hochschule, so die Gesangslehrerin May Jabin, und gab Bewegungstraining beim Kulturverein „Fabrik Osloer Straße“ in Berlin. In Köpenick war sie 1995 als Tanzpädagogin am Projekt Großstadtkinder des Bildungswerkes Jugend-Soziales-Kultur unter der Leitung von Bernd-Dieter Graetz beteiligt. Als Regisseurin arbeitete sie 1999 am Kom(m)ödchen in Düsseldorf in Das wilde Fest mit Karen Hempel sowie 2007 am Theater in der Tonne in Strausberg bei Berlin mit dem Stück Abendstunde im Spätherbst nach Friedrich Dürrenmatt mit den Schauspielern Stefan Gräber und Georg Losch.

Theaterarbeiten (Auswahl) 1984: Maß für Maß von William Shakespeare, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert, Deutsches Nationaltheater Weimar 1984: Hoppla, wir leben von Ernst Toller, Regie: Ulrich Engelmann, Deutsches Theater Berlin 1984: Bernarda Albas Haus – Frauendrama in spanischen Dörfern von Federico García Lorca, Regie: Anu Saari, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin 1985: Drei Schwestern von Anton Pawlowitsch Tschechow und Im Morgengrauen ist es noch still von Boris Wassiljew, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert, Deutsches Nationaltheater Weimar 1986: Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Elisabeth Hauptmann, Regie: Gertrud-Elisabeth Zillmer, Palast der Republik 1986: Was ihr wollt von William Shakespeare, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert 1986: Schau-Spiele und My Fair Lady von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe, Regie: Ulrich Engelmann, Palast der Republik 1986: Siegfried Frauenprotokolle Deutscher Furor von Volker Braun, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert, Deutsches Nationaltheater Weimar 1987: The Tragedy of Hamlet, Prince of Denmark von William Shakespeare/Heiner Müller, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert, Deutsches Nationaltheater Weimar 1988: Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert, bat-Studiotheater 1988: Gerettet von Edward Bond, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert, bat-Studiotheater 1988: Berliner November von Holger Teschke, Regie: Alexander Stillmark, bat-Studiotheater 1990: Die Räuber – Friedrichs schweißige Träume von Friedrich Schiller, Regie: Peter Schroth und Peter Kleinert, bat-Sudiotheater 1993: Rotkäppchen, Musical von Floh de Cologne nach Jewgeni Lwowitsch Schwarz, Regie: Peter Schroth, Carrousel Theater an der Parkaue

Weblinks Ute Kobrow bei Museum-digital Ute Kobrow im Digitalen Archiv des Landesarchivs Thüringen

Einzelnachweise

Kategorie:Choreograf Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Tanzpädagoge Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau