Sabit Laze Brokaj (* 7. Januar 1942 in Vlora; † 13. September 2020) war ein albanischer Arzt und Politiker der Sozialistischen Partei (PS), der unter anderem 1991 Gesundheitsminister sowie von 1997 und bis 1998 Verteidigungsminister war.

Leben Sabit Brokaj war während seines Militärdiensts als Sanitäter – auf einem U-Boot. In der Folge absolvierte ein Studium der Medizin an der Universität Tirana. Nach dessen Abschluss war er von 1969 bis als Militärarzt in Shijak tätig. Er spezialisierte sich als Facharzt für Kardiologie, war von 1972 bis 1984 in diesem Bereich tätig am Militärkrankenhaus von Tirana. Mehrmals war er für Weiterbildungen in Frankreich. Brokaj gehörte zu den Leibärzten des kommunistischen Diktators Enver Hoxha.

Brokaj gehörte der Partei der Arbeit Albaniens (Partia e Punës e Shqipërisë PPSh) als Mitglied an und schloss sich auch der Nachfolgepartei, den Sozialisten, an. Als Nachfolger von Ahmet Kamberi wurde er am 31. Januar 1991 zum Gesundheitsminister (Ministër i Shëndetësisë) in das Kabinett Çarçani III berufen, der letzten Regierung der Sozialistischen Volksrepublik Albanien, und bekleidete dieses Ministeramt nach dem Zusammenbruch des Kommunismus auch im Kabinett Nano I (22. Februar bis 12. Mai 1991), im Kabinett Nano II (12. Mai bis 12. Juni 1991) sowie im Kabinett Bufi (12. Juni bis 6. Dezember 1991).

Bei der Wahl am 31. März 1991 wurde Brokaj für die PPSh zunächst zum Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung gewählt. Bei der ersten regulären Wahl am 22. März 1992 wurde er für die Sozialistische Partei zum Mitglied des Parlaments (Kuvendi i Shqipërisë) gewählt, dem er zunächst in der zweiten Legislaturperiode vom 4. April 1992 bis zum 1. Juli 1996 angehörte. Er wurde am 29. Juni 1997 für die PS erneut zum Mitglied des Parlaments gewählt, dem er nach seinen Wiederwahlen am 24. Juni 2001 und am 3. Juli 2005 in der viertem, fünften und sechsten Legislaturperiode vom 23. Juli 1997 bis 7. September 2009 angehörte.

Am 25. Juli 1997 wurde er als Verteidigungsminister (Ministër i Mbrojtjes) in das Kabinett Nano III berufen. Nach dem Lotterieaufstand von Anfang 1997, bei der die albanische Armee starke Auflösungserscheinungen gezeigt hatte und Militärdepots im ganzen Land geplündert worden waren, mit ausländischen Schutztruppen im Land und dem Süden unter Kontrolle von Aufständischen musste der Verteidigungsminister die Armee wiederaufbauen und die Sicherheit im Land wiederherstellen. Er bekleidete dieses Amt bis zum 25. April 1998, woraufhin Luan Hajdaraga zu Beginn des Kriegs im Nachbarland Kosovo neuer Verteidigungsminister wurde. In der fünften Legislaturperiode (3. September 2001 bis 2. September 2005) fungierte er als stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses. Nach seinem Austritt aus der Sozialistischen Partei 2005 trat er der Sozialistischen Bewegung für Integration (Lëvizja Socialiste për Integrim LSI) bei. Er war daraufhin 2005 kurzzeitig Vorsitzender der LSI-Fraktion und übergab diese Funktion nach der Wahl am 3. Juli 2005 an Pëllumb Xhufi.„Deputët ndër Vite“, S. 110, 114

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Gesundheitsminister (Albanien) Kategorie:Verteidigungsminister (Albanien) Kategorie:Abgeordneter (Albanien) Kategorie:Parteifunktionär (Albanien) Kategorie:Mitglied der Partei der Arbeit Albaniens Kategorie:PS-Mitglied (Albanien) Kategorie:Mitglied der Partia e Lirisë Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Kardiologe Kategorie:Albaner Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann