Robert Jelde Helberg (* 30. Januar 1906 in Watonga, Oklahoma; † 7. Dezember 1967 in Seattle, Washington) war ein US-amerikanischer Luftfahrtingenieur.

Leben Robert J. Helberg wurde am 30. Januar 1906 als Sohn von Robert F. Helberg und Anna Helberg, geb. Meyer, in der Kleinstadt Watonga, Verwaltungssitz des Blaine County (Oklahoma), geboren. 1932 schloss er sein Studium an der Universität von Washington als Luftfahrtingenieur ab, arbeitete dann drei Jahre lang in der Goss Humidity Control Company, bevor zur Boeing Company wechselte, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Helbergs Arbeit bei Boeing begann mit dem Bomber YB-17, gefolgt von Boeing 307 und weiteren Modellen des B-17. 1942 wurde er Gruppenleiter für die elektrischen Systeme des Langstreckenbombers B-29. Ab 1946 war er leitender Ingenieur der elektrischen Systeme des Transportflugzeugs Stratofreighter und wurde 1950 zum Projektingenieur für die experimentelle, unbemannte Version des Stratojets befördert. Ab 1955 wurde er im Bomarc-Projekt, der Konstruktion und Produktion ferngesteuerter Flugabwehrraketen, eingesetzt. Hier spielte er eine bedeutende Rolle und stieg zum leitenden Ingenieur für die Produktion und dann zum Leiter des Bomarc-Projekts auf. Dieses erfolgreiche Boeing-Projekt, worüber Helberg im Journal „The Airman“ der US Air Force berichtete, machte Helberg zum natürlichen Kandidaten für das folgende NASA-Projekt.

mini|Erdaufgang 23. August 1966 1965 wurde Helberg Leiter des Boeing-Teams, das im Auftrag der NASA die Konstruktionen zum Lunar-Orbiter-1-Projekt vornahm, in dem mögliche Landestellen einer bemannten Mondmission fotografisch ausgekundschaftet werden sollten. Ursprünglich hatte die NASA nur einen beschränkten Bereich im Fokus, wechselte jedoch während des Projekts zur Untersuchung mehrerer möglicher Ziele. Das hatte natürlich immense Auswirkungen auf das Gesamtprojekt, denn man muss entsprechende Flugmanöver ausüben können, um den Orbiter zu Zeiten mit einem für die Aufnahmen günstigen Sonnenstand an geeignete Stellen zu bringen. Bei den letztlich erfolgreichen Projektänderungen vertrat Helberg Boeings Interessen. Vom Boeing-Team kam ferner die Idee auf, im Rahmen der Mission auch erstmalig die Erde vom Mondorbit aus zu fotografieren. Helberg war zunächst abgeneigt, da er ein großes Missionsrisiko im dafür nötigen Drehmanöver sah, das die Kamera in Erdrichtung drehen und anschließend wieder auf die Mondoberfläche zurück ausrichten musste. Der Enthusiasmus seines eigenen Teams und letztlich die Risikoübernahme der NASA änderten aber seine Meinung und so entstand am 23. August 1966 das damals sogenannte Picture of the century (Foto des Jahrhunderts), niemals zuvor war die Erde aus einer so großen Entfernung fotografiert worden. (Siehe auch Earthrise und Pale Blue Dot.)

Helberg war seit dem 19. November 1934 mit Helen R. Richards (1908–2001) verheiratet, das Paar hatte zwei Töchter. Robert J. Helberg starb am 7. Dezember 1967 im Alter von 61 Jahren an einem Herzanfall, er wurde auf dem Forest Lawn Cemetery in Seattle beigesetzt.

Ehrungen 1967 wurde Helberg mit dem Public Service Award der NASA und dem Astronautics Engineer Achievement Award des National Space Club ausgezeichnet. Im Jahre 1970 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Helberg offiziell nach Robert J. Helberg.

Einzelnachweise Die Find-A-Grave-Quelle enthält einen Totenschein, dem die Geburts-, Sterbe- und Familiendaten entnommen sind. Hier findet sich auch ein Bild.

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