Begum Sufia Kamal (; * 20. Juni 1911 in Shayestabad bei Barishal; † 20. November 1999 in Dhaka) war eine bangladeschische Dichterin, Feministin und Menschenrechtlerin. Sie erhielt als erste Frau ihres Landes ein Staatsbegräbnis.
Leben Kamals Vater verließ die Familie, als sie noch ein Kind war. Da ihr als Mädchen keine reguläre Ausbildung offenstand, bildete sie sich mit Unterstützung ihrer Mutter und in der Bibliothek eines Onkels weitgehend selbst. Im Jahr 1918 reiste sie mit ihrer Mutter nach Kalkutta, das heutige Kolkata, und begegnete dort Begum Rokeya. Sie wurde in jungen Jahren mit ihrem Cousin Syed Nehal Hossain verheiratet und zog zunächst nach Barishal und später nach Kalkutta; nach seinem Tod im Jahr 1932 lebte sie zeitweise als Lehrerin selbständig, bevor sie Kamaluddin Ahmed heiratete. Sie starb am 20. November 1999 in Dhaka und wurde in Azimpur mit vollen Staatsehren beigesetzt. Ihre Tochter Sultana Kamal ist eine bedeutende Juristin und Menschenrechtlerin.
Wirken Kamals literarisches Schaffen begann mit der Erzählung Sainik Badhu (1923); 1926 erschien mit Bashanti ihr erstes Gedicht im Druck. Mit dem Erzählband Keyar Kanta (1937) und dem Gedichtband Sanjher Maya (1938) machte sie sich dauerhaft einen Namen; letzterer erschien mit einem Vorwort von Kazi Nazrul Islam und wurde von Rabindranath Tagore gelobt. Ab den späten 1940er-Jahren war sie für ihre Literatur, Kulturarbeit und Politik bekannt, nahm an der Sprachbewegung von 1952 teil, engagierte sich gegen das Tagore-Verbot, im Massenaufstand von 1969 und in der Unabhängigkeitsbewegung von 1971. Sie war Gründungspräsidentin von Bangladesh Mahila Parishad, brachte sich zudem in Kulturorganisationen wie Chhayanaut ein und machte Frauenrechte zu einem Schwerpunkt ihres öffentlichen Wirkens. In ihrer späteren Lyrik rückten soziale Gerechtigkeit, kulturelle Autonomie und die Erfahrung des Krieges stärker in den Vordergrund; häufig genannte Bücher sind Mrittikar Ghran, Ekatturer Diary, Ekale Amader Kal, Maya Kajal und Mon O Jibon. Zu ihren wichtigsten Auszeichnungen zählen der Bangla Academy Award (1962), der Ekushey Padak (1976) und der Independence Award (1997); die pakistanische Auszeichnung Tamgha-i-Imtiaz gab sie 1969 aus Protest zurück.
Einzelnachweise
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