mini|hochkant|Jahanara Imam (1957) Jahanara Imam (; * 3. Mai 1929 in Murshidabad, Britisch-Indien; † 26. Juni 1994 in Michigan, Vereinigte Staaten) war eine bangladeschische Schriftstellerin, Pädagogin und politische Aktivistin, die als „Shaheed Janani“ („Mutter der Märtyrer“) bekannt wurde. Ihr Kriegstagebuch Ekattorer Dinguli (‚Tage von 1971‘) wurde zu einem der bekanntesten Bücher über den bangladeschischen Unabhängigkeitskrieg.

Leben und Wirken Imam wurde in Murshidabad im heutigen Westbengalen geboren und war eine angesehene Lehrerin sowie erfolgreiche Schulleiterin. Im Jahr 1971 lebte sie mit ihrem Ehemann Sharif Imam und ihren Söhnen Rumi und Jami in Dhaka; die Familie unterstützte die Unabhängigkeitsbewegung, versorgte Freiheitskämpfer und bot ihnen zeitweise Schutz im eigenen Haus. Ihr älterer Sohn Shafi Imam Rumi schloss sich mit ihrer Zustimmung dem Befreiungskrieg an, obgleich für ihn ein Ingenieurstudium in den Vereinigten Staaten vorgesehen war. Nach einem nächtlichen Überfall auf das Haus der Familie wurden Rumi und Sharif festgenommen; Sharif kehrte schwer gezeichnet zurück und starb am 14. Dezember 1971, während Rumi nicht mehr heimkehrte.

Im Jahr 1986 veröffentlichte Imam unter dem Titel Ekattorer Dinguli ihr auf täglichen Aufzeichnungen aus dem Krieg beruhendes Tagebuch, das in Bangladesch schnell zum Bestseller aufstieg und in der englischen Übersetzung von Mustafizur Rahman als Of Blood and Fire erschien. Das Buch gilt als eindringlicher Augenzeugenbericht des neunmonatigen Freiheitskampfes, der von privaten Erfahrungen und der politischen Geschichte des Landes erzählt. Nachdem die Ernennung Ghulam Azams zum Amir der Jamaat-e-Islami Ende 1991 breite Empörung ausgelöst hatte, wurde Imam zu einer bedeutenden Verfechterin der Forderung nach einer Ahndung der Verbrechen von 1971; unter ihrer Führung entstanden am 19. Januar 1992 das Ekattorer Ghatak-Dalal Nirmul Committee und am 11. Februar 1992 ein nationales Koordinierungskomitee. Am 26. März 1992 leitete sie die symbolische Gono Adalat gegen Ghulam Azam, woraufhin die Regierung gegen sie und weitere Beteiligte ein Verfahren wegen Staatsverrats einleitete. Trotz schwerer Krebserkrankung setzte sie ihren Einsatz fort und wurde zu einem nationalen Symbol für Gerechtigkeit; ihr Porträt stand 2013 im Zentrum der Shahbagh-Proteste.

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