Die Geschichte vom Pferd und Yak ist ein tibetisches Märchen.Helmut Hoffmann (Hrsg. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Tibet. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1965, S. 16–23, 247.
Handlung In Bya-ma-rong in rTa-za Lung-brang vereinigten sich des Pferdes Ahnen Vater Khar-rtai Yal-ba und Mutter gSang-rtai Phyod-ma und bekamen drei Söhne. Der älteste Bruder hieß Yid-kyi gdang-pyam, der mittlere wurde rKong-ron rNgog-bkra genannt und der jüngste hörte auf den Namen Khug-ron rMang-dar. Eines Tages wanderte Yid-kyi gdang-pyam nach Norden, um Wasser und Futter zu finden, wo er auf Vater Yak-Stier sKar-ba traf. Dieser meinte zu ihm, dass das Land der Pferde die Steppe sei und das Land der Yaks die Nordhochebene und verlangte von Yid-kyi gdang-pyam zurückzugehen. Der jedoch wollte sich nicht fügen, also brachte Yak-Stier sKar-ba Yid-kyi gdang-pyam mit seinen Hörnern um.
Seine beiden jüngeren Brüder rKong-ron rNgog-bkra und Khug-ron rMang-dar beschlossen daraufhin ihren Bruder zu rächen, jedoch waren sie dafür nicht stark genug. Also gingen sie zum Land der Äußeren Steppe. Der jüngere Bruder beschloss dann die Menschen in sKyi-mthing aufzusuchen, woraufhin rKong-ron rNgog-bkra ihn von den Nachteilen des Lebens bei den Menschen erzählte. Khug-ron rMang-dar zählte jedoch auch einige Vorteile auf und so gingen sie getrennte Wege. Bei den Menschen traf Khug-ron rMang-dar dann einen Mann namens rMa-bu lDam-shad, mit dem er eine Übereinkunft für das Zusammenleben beschloss. Von da an ritt der Mann auf Khug-ron rMang-dar, der stolz wie ein Tiger war.
Umherreitend erreichten sie dann die Nordhochebene, wo sie auf Yak-Stier sKar-ba trafen, der der gemeinsamen Kraft von Pferd und Mann nicht gewachsen war, sodass mit seinem Tod Yid-kyi gdang-pyam gerächt war.
Hintergrund Das Märchen stammt aus Frederick William Thomas’ Ancient Folk-Literature from Nort-Eastern Tibet (Berlin 1957, S. 22 ff.) und bekam in Helmut Hoffmanns Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Tibet (Düsseldorf / Köln 1965) den Titel Die Geschichte vom Pferd und Yak. Nach Hoffmann stammen sowohl das Geschlecht der Menschen, als auch das Geschlecht der Pferde aus dem Reich der Himmelsgötter. Er nimmt an, dass die Geschichte in Nordosttibet entstand, da sKyi-mthing das dortige sKyi-Plateau meint.
Literatur Helmut Hoffmann (Hrsg. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Tibet. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1965, S. 16–23, 247.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Tibetisch) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Pferd in der Literatur Kategorie:Hausyak