Die 37-mm-Grabenkanone M 1915 (, wiss. Transliteration ) war eine Bataillonskanone des Russischen Kaiserreiches, welche während des Ersten Weltkrieges entwickelt und eingesetzt wurde.
Entwicklung Als der Erste Weltkrieg Ende 1914 langsam in einen Grabenkrieg überging, wuchs der Bedarf an hochmobilen Artilleriesystemen stark an. Diese Artillerie sollte schnell entlang der Frontlinie verschoben werden können, um gegnerischen Angriffen entgegenwirken und Sonderziele bekämpfen zu können. Daraufhin begann 1915 der russische Oberst Michail Fjodorowitsch Rosenberg, ein Mitglied des Artilleriekomitees, mit der Entwicklung eines solchen Geschützes. Daraus entstand nur kurze Zeit später die 37-mm-Grabenkanone M 1915.
Technische Beschreibung mini|Munition der 37-mm-Grabenkanone M 1915 Die 37-mm-Grabenkanone M 1915 war ein kleines, leichtes und kompaktes Geschütz für die Infanterie an den vordersten Frontlinien. Es war klein genug um auch in Maschinengewehr-Stellungen Platz zu finden. Es wog insgesamt 180 kg und konnte für einen schnellen Transport in drei Teile zerlegt werden. Diese Teile bestanden aus dem Geschützrohr mit 74 kg, der Lafette mit 82 kg und den beiden Rädern mit insgesamt 25 kg. Das Geschütz bestand teilweise aus Holz, wodurch das geringe Gewicht zustande kam. Gummiringe wurden zur Reduzierung des Rückstoßes verbaut.
Um die Bedienmannschaft vor Splittern und Beschuss von kleinkalibrigen Waffen schützen zu können, verfügte es über einen Geschützschild. Dieser hatte eine Stärke von 6 bis 8 mm. Das Geschützrohr hatte eine Länge von 70 cm, ein Kaliber von 3,7 cm und eine Kaliberlänge von L/19.
Die maximale Reichweite betrug 3,2 km. Die effektive Reichweite, bei der das Geschütz immer noch hochpräzise Treffen konnte, lag bei 1,6 km. Dabei erreichte das Geschoss eine Mündungsgeschwindigkeit von 442 m/s. Der Höhenrichtbereich in der Lafette lag zwischen −5 und +15 Winkelgrad. Die Visiereinrichtung bestand aus einem einfachen, offenen Visier.
Bezeichnungen Mit dem Einsatz während des Zweiten Weltkrieges erhielt das Geschütz unterschiedliche, länderspezifische Bezeichnungen. Траншейная 37-мм пушка обр. 1915 года / Transcheinaja 37-mm puschka obr. 1915 goda (Russisches Kaiserreich) 37 K/15 Rosenberg (Finnland) 3,7 cm Infanteriegeschütz 146 (r) (Wehrmacht)
Einsatz Russisches Kaiserreich Bei der RKKA wurde die 37-mm-Grabenkanone M 1915 in einem nur begrenzten Umfang eingesetzt. Hauptsächlich in der Anfangsphase des Russischen Bürgerkrieges bis ins Jahr 1919 kam es vermehrt zur Nutzung des Geschütztes. In den Jahren 1918 und 1919 stellten einige Schützenregimenter der RKKA Batterien und Züge mit der Grabenkanone auf. Doch bereits am 10. März 1919 wurde das Geschütz offiziell aus den Ausrüstungslisten gestrichen, da es an der Front und während der Kämpfe nicht mehr überzeugen konnte.
Finnland Während des finnischen Bürgerkrieges im Jahr 1918 gelang es den finnischen Truppen einige Exemplare der 37-mm-Grabenkanone M 1915 zu erbeuten. Diese wurden inspiziert, gewartet und recht zügig wieder eingesetzt. Bei den finnischen Truppen lief das Geschütz unter dem Namen 37 K/15 Rosenberg. In den 1930er Jahren unternahm man versuche, das Geschütz für die Panzerabwehr zu nutzen. Im Jahr 1931 verfügte die finnische Armee über 14 Geschütze dieses Typs. Im Jahr 1936 wusste die finnische Armee bereits, dass das Geschütz völlig veraltet war und listete es in den Bestandslisten mit Zusatz als obsoletes Material.
Mit dem Ausbruch des Winterkrieges während des Zweiten Weltkrieges mangelte es der finnischen Armee aber an Panzerabwehrgeschützen, wodurch man die 37 K/15 Rosenberg an die Front brachte und an die Panzerabwehreinheiten ausgab. Man erkannte jedoch sehr schnell, dass die 37 K/15 Rosenberg als Panzerabwehr völlig ungeeignet war, und zog das Geschütz umgehend von der Front ab. Im Jahr 1940 verfügte die finnische Armee noch über zehn Geschütze, welche während des Fortsetzungskrieges der Küstenverteidigung zugeteilt wurden. Hierbei kam es jedoch zu keinem Kampfeinsatz mehr. Noch vor 1945 wurde der Großteil der Geschütze verschrottet und nur wenige für museale Zwecke erhalten.
Wehrmacht Auch die Wehrmacht führte das Geschütz in der Vorschrift Kennblätter fremden Geräts als 3,7 cm Infanteriegeschütz 146 (r). Ob es jedoch zu einem Einsatz oder erbeuteten Geschützen kam, ist nicht bekannt.
Verbleib Heute beherbergt das Hauptquartiermuseum in Mikkeli eine gut erhaltene 37 K/15 Rosenberg.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Geschütz Kaliber bis 50 mm Kategorie:Feldkanone (Russland)