Pietro Benedetti (* 29. Juni 1902 in Atessa; † 29. April 1944 in Rom) war ein Italienischer Tischler, Antifaschist und Partisan. Er wurde während der deutschen Besatzung Roms im Zweiten Weltkrieg wegen seines Widerstands hingerichtet und ist in Italien besonders für seinen Abschiedsbrief bekannt.
Leben Benedetti wurde in der Gemeinde Atessa in den Abruzzen in der Provinz Chieti geboren. Er war ein Sohn von Filippo und Maria Cinalli. Er erlernte das Handwerk des Kunsttischlers (Ebanista). Schon in seiner Jugend engagierte er sich politisch; als junger Sozialist zählte er 1921 zu den Mitbegründern der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) in Atessa und wurde Sekretär der lokalen Sektion.
Im Dezember 1925 wurde er mit einem gefälschten Pass an der Grenze aufgehalten und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, als er als Vertreter der Abruzzen nach Frankreich reiste, um als Delegierter am dritten Kongress der Kommunistischen Partei teilzunehmen, der im Januar des folgenden Jahres in Lyon stattfand.
Anschließend wurde er Sekretär der Föderation von Chieti und hielt weiterhin Kontakt zu den Exilanten in Frankreich. 1932 wurde er verhaftet, vom Sondertribunal zur Verteidigung des Staates verurteilt und später amnestiert.
Im Jahr darauf verlegte er seinen Wohnsitz nach Rom. Seine dortige Tischlerwerkstatt entwickelte sich während der Diktatur Benito Mussolinis zu einem heimlichen Treffpunkt für junge Antifaschisten und diente als Verteilzentrum für die Untergrundpresse. Nach dem Waffenstillstand von Cassibile im September 1943 schloss er sich aktiv dem bewaffneten Widerstand der Resistenza an. mini|Blick auf die Zellen in der Via Tasso, heute das Historische Museum der Befreiung mini|Grabmal mit der Auflistung aller Namen der Märtyrer von Forte Bravetta im gleichnamigen Park Am 31. Dezember 1943 wurde Benedetti in seiner Werkstatt verhaftet, als man Waffen in seiner Werkstatt fand, und in das römische Gefängnis Regina Coeli überstellt. Später kam er in ein Gefängnis an der Via Tasso und in eine Kaserne der SS. Am 29. Februar 1944 wurde er von einem deutschen Militärgericht zu 15 Jahren Haft verurteilt. Am 11. April 1944 wurde er in einem Wiederaufnahmeverfahren zum Tode verurteilt. Am 29. April 1944 wurde er von einem Erschießungskommando der italienischen Afrikapolizei im Forte Bravetta hingerichtet.
Abschiedsbrief Kurz vor seiner Hinrichtung verfasste Benedetti einen bewegenden Abschiedsbrief an seine Kinder, der heute zu den bekannten literarischen Zeugnissen der italienischen Resistenza zählt:
Gedenken mini|Der nach ihm benannte Platz in Atessa mit Kriegerdenkmal In seiner Heimatstadt Atessa ist die Piazza Pietro Benedetti nach ihm benannt; dort steht auch ein Denkmal. In Rom erinnert eine Straße an ihn.
Literatur Pietro Benedetti: I compagni mi vendicheranno. Lettere di condannati a morte della Resistenza italiana. La Città del Sole, Neapel 2006, ISBN 978-88-8292-327-3. Angelo Staniscia: Vite per la libertà. Pietro Benedetti e altre storie di antifascismo. Edizioni Menabò, Ortona 2020, ISBN 978-88-319-2243-2.
Weblinks
Biografie von Pietro Benedetti auf der Website der Associazione Nazionale Partigiani d’Italia (italienisch)
Einzelnachweise
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