Die 37-mm-McClean Automatic Cannon Mk. III war ein US-amerikanisches Infanteriegeschütz, das in der zweiten Hälfte des Ersten Weltkrieges entwickelt und von mehreren Ländern bis Beginn des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurde.
Entwicklung Im Jahr 1902 begann die private Firma McClean Ordnance and Arms Company, unter der Leitung von Samuel Neal McClean, mit Entwicklung einer eigenen Maschinenkanone. Das Ergebnis war 1903 die 37-mm-McClean Automatic Cannon Mk. I, welche zwischen 1903 und 1904 von der United States Army auf dem Testgelände Sandy Hook erprobt wurde. In den ersten Tagen war die US Army von dem Geschütz begeistert, doch das änderte sich recht schnell. Nach weiteren und ausgiebigeren Test wurden diese nicht bestanden, wodurch es nicht zu einem Vertrag oder einer Serienfertigung kam. Der Grund waren zahlreiche Ladehemmungen und Ausfälle von wichtigen Bauteilen. Auch das automatische Ladesystem funktionierte nicht wie geplant.
Nach den misslungenen Test beauftragte McClean die Poole Engineering Company mit der Entwicklung einer überarbeiteten Version, was zur 37-mm-McClean Automatic Cannon Mk. II führte. Bereits 1905 begannen die Test mit der Mk. II, doch auch hier gab es gravierende Probleme. Aufgrund erneuter technischer Mängel am automatischen Ladesystem wurde auch die Mk. II abgelehnt. Nachdem auch die zweite Version scheiterte, wendete sich McClean an die Driggs Ordnance & Manufacturing Corporation um ein neues Geschütz zu entwickeln. Die Arbeiten dauerten bis ins Jahr 1909 an, jedoch ließ McClean die Arbeiten mangels kommerziellen Interesses am Projekt einstellen.
Nachdem 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, beantragen das Russische Kaiserreich Angebote von US-amerikanischen Rüstungsfirmen für Waffenlieferungen. Umgehend begann McClean in Zusammenarbeit mit der Poole Engineering Company an der erneuten Entwicklung und Verbesserung seines Geschützes. Diese dauerten bis ins Jahr 1916 und gipfelten in der 37-mm-McClean Automatic Cannon Mk. III. McClean legte das Konzept der Kaiserlich Russischen Armee vor und erhielt umgehend einen Auftrag über 300 Geschütze. Die Poole Engineering Company begann mit den Arbeiten und stellte insgesamt 268 Geschütze her, von denen 218 Stück noch vor der Februarrevolution 1917 ausgeliefert werden konnten. Die restlichen 50 Geschütze wurden der US Navy angeboten, jedoch ohne deren Interesses zu wecken. Daraufhin wurden sie eingelagert und in den Jahren 1940/41 an Großbritannien geliefert um die Einheiten der British Home Guard damit auszurüsten.
Technische Beschreibung Die 37-mm-McClean Automatic Cannon Mk. III wurde grundlegend als Infanteriegeschütz und für maritime Landungsoperationen entwickelt. In der Rolle des Infanteriegeschütz sollte sie zur Bekämpfung gegnerischer Maschinengewehre in Bunkerstellungen eingesetzt werden. Das Geschütz hatte ein sehr geringes Gewicht von 307 kg, eine sehr niedrige Silhouette und eine hohe Mündungsgeschwindigkeit von 650 m/s. Dies machte das Geschütz auch zu einer hervorragenden Panzerabwehrkanone gegen frühe und leichte Panzerkampfwagen.
McClean entwickelt für das Geschütz einen gasbetriebenen Langhub-Gaskolben und ein Drehkopfverschluss-System, welches später auch beim Lewis-Maschinengewehr verwendet wurde. Bei diesem System wurde durch abgezweigte Gase nahe der Mündung ein Kolben in Bewegung gesetzt und damit die Patronen ausgeworfen. Diese variabel einstellbare Gaszufuhr regelte die Feuerrate. Dieses System ließ er sich bereits 1902 patentieren.
Um den Rückstoß bei der Schussabgabe abzufangen, verfügte das Geschütz über ein hydrostatisches Rückstoßsystem. Das Geschützrohr mit Verschluss lag auf einer geteilten Lafette an der zwei stahlbereifte Holzspeichenräder angebracht waren. Um die Besatzung vor Schrapnellen und Splittern zu schützen, wurde vorn an der Lafette ein Geschützschild angebracht. Geladen wurde das Geschütz mit Magazinen mit fünf oder zehn Schuss. Die Granaten waren die gleichen, welche auch bei der 37-mm-Hotchkiss-Kanone verwendet wurden.
Bezeichnungen Mit dem Einsatz in den verschiedenen Ländern erhielt das Geschütz auch unterschiedliche, länderspezifische Bezeichnungen. 37-мм-автоматическая пушка Маклена / 37-mm-awtomatitscheskaja puschka Maklena (Russisches Kaiserreich / Sowjetunion) 37-mm-rychlopalné dělo Maklina (Tschechoslowakei) 37-mmn-McClean-automaattitykki Mk. III (Finnland) Cañón automático McClean de 37-mm Mk. III (Spanien) 3,7-cm-Infanteriegeschütz 145 (r) (Wehrmacht)
Einsatz Russisches Kaiserreich Da das Russische Kaiserreich die Geschütze bestellt hatte, wurden sie auch dort zum ersten Mal eingesetzt.
Sowjetunion Noch während der Russischen Revolution und nach dem Fall des Russischen Kaiserreiches wurde die Maklen 37-mm-Puschka ob. 1917g auch in der jungen Sowjetunion in der Roten Armee eingesetzt. Nachdem sich der Sowjetstaat konsolidiert hatte, verwendete man das Geschütz auch im Polnisch-Sowjetischen Krieg und im Finnischen Bürgerkrieg.
Tschechoslowakei mini|Die Tschechoslowakischen Legion mit erbeuteten Geschütz in Penza Während des Russischen Bürgerkrieges gelang es der Tschechoslowakischen Legion etwa 50 Geschütze zu erbeuten. Diese wurden dann bis spät in die 1930er Jahre eingesetzt. Dabei erhielt das Geschütz die Bezeichnung 37-mm-rychlopalné dělo Maklina.
Finnland Während des finnischen Winterkrieges gegen die Sowjetunion gelang es der finnischen Armee vier Geschütze von der Sowjetunion zu erbeuten.
Spanien Im Jahr 1936 verkaufte die Sowjetunion insgesamt 30 Geschütze der Maklen 37 mm Puschka ob. 1917g an die Spanische Republik, um deren Truppen im Spanischen Bürgerkrieg materiell zu unterstützen. Der Stückpreis für ein Geschütz lag zur damaligen Zeit bei 16.359 Peseta. Die Spanische Republik verwendete die Cañón automático McClean de 37 mm Mk. III vorwiegend als Panzerabwehrkanone.
Wehrmacht Die Wehrmacht führte die Maklen 37-mm-Puschka ob. 1917g in den Kennblättern fremden Geräts unter der Bezeichnung 3,7-cm-Infanteriegeschütz 145 (r). Ob diese tatsächlich bei Gefechten eingesetzt wurden, ist nicht bekannt.
Verbleib mini|37-mm-McClean Automatic Cannon Mk. III im Army Museum Žižkov Noch heute kann das vermutlich einzig erhalte Geschütz mit der Seriennummer 93 im Armee Museum Zizkov in Prag betrachtet werden.
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Geschütz Kaliber bis 50 mm Kategorie:Feldkanone (Vereinigte Staaten)