Die Hauptstrasse 124 (französisch Route principale 124) ist eine hochrangige Strasse im Kanton Waadt und eine Hauptstrasse der Schweiz. Sie verläuft grösstenteils auf dem Trassee der historischen Strasse Route de l'Etraz parallel zum Jurasüdfuss. Im Strassensystem des Kantons Waadt entspricht die Hauptstrasse 124 den Kantonsstrassen RC 30, RC 171, RC 251 und RC 317 oder Abschnitten dieser Routen.

Verlauf Die Hauptstrasse verbindet die Stadt Nyon, den Hauptort des gleichnamigen Waadtländer Distrikts, wo sie an zwei unterschiedlichen Stellen von der Hauptstrasse 123 abzweigt, mit Aubonne und Cossonay im Distrikt Morges, mit drei Ortschaften im Distrikt Gros-de-Vaud sowie mit der Hauptstrasse 5 in Cheseaux-sur-Lausanne im Distrikt Lausanne. Dabei führt die Strasse an mehreren Stellen zu Anschlüssen an die Autobahn A1, in deren Nähe sie streckenweise verläuft.

Die Route beginnt in Nyon einerseits im Kreisel Clémenty auf der Höhe von und andererseits beim Kreisel Route Blanche/Route de la Gravette/Route de Signy auf Die beiden Zweige der Strasse treffen sich im Kreisel der Kreuzung Tattes d'Oie, von wo aus die Route als Avenue des Eules zum nordöstlichen Stadtrand von Nyon führt. Dabei kreuzt sie die Bahnstrecke Nyon-Saint-Cergue mit einem Niveauübergang. Die Strasse steigt zu den Dörfern der La Côte hinauf, wo sie in Bursins die Höhe von erreicht. In der Nähe von Rolle liegt sie wieder auf und steigt danach am Berghang allmählich wieder in die Höhe; in Aubonne erreicht sie , sinkt dann zur Brücke über die Aubonne auf und steigt danach zum Plateau auf der andern Seite des Aubonnetales hinauf. Bei Grancy passiert die Hauptstrasse auf die höchste Stelle in ihrem westlichen Streckenabschnitt. Im Tal östlich von Cossonay überquert sie die Bahnstrecke Lausanne-Yverdon und den Fluss Venoge auf Östlich des Venogetales wurde sie bei Penthaz 2023 mit einem sogenannten «Turbokreisel», dem ersten Bauwerk dieser Art im Kanton Waadt, ausgestattet. Die Autobahn A1 kreuzt die Strasse auf und bei Sullens erreicht sie auf die höchste Stelle in ihrem Streckenprofil. Bei Cheseaux-sur-Lausanne endet die Hauptstrasse 124 im Kreisel mit der Umfahrungsstrasse (Hauptstrasse 5) auf

Kulturlandschaft Der Strassenabschnitt von der Region Nyon bis nach Cossonay hat eine lange Geschichte. Gemäss historischen und archäologischen Hypothesen dürfte dieser Verkehrsweg seit der Antike als Teil der Landstrasse von Genf, dem antiken Genava, über Orbe (Urba) nach Yverdon-les-Bains, das auf die antike Ortschaft Eburodunum zurückgeht, eine bedeutende Rolle gespielt haben. Die Strasse führte nahe an der römischen Stadt Colonia Julia Equestris, dem Ursprung des heutigen Nyon, vorbei. Die bei Vich gefundenen römischen Meilensteine standen ursprünglich wohl an dieser Strecke, die zudem von zahlreichen archäologisch nachgewiesenen antiken Siedlungen gesäumt war.François Mottas: Les voies romaines en terre vaudoise. In: Strasse und Verkehr, Band 68, 1982. S. 112–115.

Im Mittelalter behielt die Landstrasse weiterhin ihre Funktion als überregionale Verbindung. In einem Dokument aus dem Jahr 1365 ist erstmals eine Brücke über den Fluss Aubonne erwähnt, bei welcher sich damals eine Zollstation befand.

Der Kanton Waadt bezeichnete anlässlich der Klassifikation der Kantonsstrassen die Route von Nyon nach Cossonay mit dem offiziellen Namen d'Etraz. Strassennamen Route de l'Etraz, Route d'Etraz oder auch Vy d'Etraz kommen am Jurasdüfuss von Genf bis Neuenburg vor. Die Form Vy d'Etraz wird als mundartliche (frankoprovenzalische) Variante des lateinischen via strata erklärt.

Von Luins bis Aubonne durchquert die Strasse das Weinbaugebiet La Côte mit gut erhaltenen historischen Dörfern. Die Gegend hoch über dem Genfersee ist als Landschaftsschutzgebiet mit dem Namen «La Côte» im Inventaire fédéral des paysages, sites et monuments naturels d'importance nationale, deutsch: Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, verzeichnet.Objektblatt «La Côte» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.

Kunstbauten Die Route überquert zahlreiche von den Hängen des Juras und aus den Hügellandschaften bei Lausanne zum Genfersee fliessende Gewässer. Die grösseren Flüsse sind die Asse, die Promenthouse, die Gillière, die Eau Noire, die Aubonne, der Boiron de Morges, die Morges, die Venoge und die Chamberonne.

Die moderne Brücke bei Aubonne stammt von 1847 und löste den älteren Flussübergang, der sich weiter unten befindet, ab.

Siehe auch Liste der Hauptstrassen der Schweiz Liste der Brücken über die Promenthouse Liste der Brücken über die Venoge Liste der Brücken über die Aubonne

Weblinks

Durchgangsstrassenverordnung (Liste der Schweizer Strassen) auf www.admin.ch

Einzelnachweise

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