Suse Globisch-Ahlgrimm (* 8. Juni 1920 in Neubrandenburg als Suse Ahlgrimm; † 23. Januar 2012 in Potsdam) war eine deutsche Kunstpädagogin und Malerin.

Werdegang, Wirken und Rezeption Suse Ahlgrimm wurde als Kind eines Volksschullehrers und einer Hausfrau geboren. Die meiste Zeit ihrer Kindheit verbrachte sie in Kiel, zeitweise lebte sie auch in Pillau und Wiesbaden. 1939 legte sie in Kiel ihr Abitur an und wurde anschließend als Telefonistin dienstverpflichtet, bevor sie in Nordhackstedt ihren Reichsarbeitsdienst ableisten musste. 1940 zog sie nach Berlin-Schöneberg um und begann ein Studium an der Staatlichen Hochschule für Kunsterziehung. Ihre Professoren waren im Fachbereich Kunsterziehung Willi Maillard und Willy Jaeckel, im Bereich Kunstgeschichte Werner Richard Deusch. Neben dem Studium in Teilzeit und nach dem Abschluss in Vollzeit arbeitete Ahlgrimm als Straßenbahnschaffnerin und in der letzten Kriegsphase als DRK-Hilfsschwester in Berlin und seit ihrem Umzug 1943 in Potsdam-Babelsberg. Nach Kriegsende begann sie in der Potsdamer Schule in der Waisenstraße (heute die Dortustraße 28/29) ein Referendariat bei Gertrud Jakstein. Nach dem Ende des Referendariats war sie dort von 1947 bis 1957 als Kunstpädagogin tätig. 1957 wechselte sie an die Erweiterte Oberschule 4. Die Schule hatte in der DDR einen überaus guten Ruf und galt als eine der besten Schulen des Landes. Ahlgrimm schaffte es, in dieser Phase der zunehmenden Erstarrung des DDR-Systems, weiterhin Kunsterziehung in seiner ganzen Breite zu vermitteln und dabei ihre Schüler zu begeistern. Zu ihren Schülern zählten der Grafiker Manfred Butzmann, die Maler Wolfgang Liebert und Heidi Wilhelm sowie die Keramikerin und Malerin Elke Bullert. In dieser Zeit begann Ahlgrimm damit auch selbst zu malen. 1975 erblindete sie vollständig auf dem rechten Auge und wurde deshalb 1977 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert. Ihre Nachfolgerin an der Schule wurde ihre ehemalige Schülerin Heidi Wilhelm.

Seit der Pensionierung widmete sich Ahlgrimm ganz der Malerei und Grafik und war in diesem Beruf freischaffend tätig. 1983 heiratete sie Hubert Globisch. Mit diesem zog sie nach Potsdam/West, wo sie ihre Wohnung und das Atelier hatten. Im Sommer hatten sie ein zusätzliches Atelier in Ferch. Nachdem sie zunächst vor allem Ausstellungen gemeinsam mit ihrem Mann hatte, stellte sie seit dessen Tod mehrfach in Einzelausstellungen aus. Zum Freundeskreis des Ehepaares gehörte unter anderem der Kunsthistoriker Fritz Erpel, der auch zu einem Katalog ihrer Werke die Texte beisteuerte. Ahlgrimm verstarb im Alter von 91. Sie wurde auf dem Goethefriedhof in Potsdam-Babelsberg bestattet.

Ihr schriftlicher wie künstlerischer Nachlass wird durch den Potsdamer Kunstverein betreut, der mehrere posthume Ausstellungen mit ihren Werken veranstaltete. Ihr Nachlass und der ihres Mannes wird seit 2005 im Auftrag des Vereins von Thomas Kumlehn erschlossen. Aus Anlass ihres 100. Geburtstages lobte der Kunstverein 2020 unter dem Motto „Unter bewegten Himmeln“ für Schülerinnen und Schüler an Potsdamer Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialem Zweig einen Malwettbewerb aus, der Preis wurde im September 2021 an Christoph Tschernatsch verliehen. Ebenfalls aus Anlass des 100. Geburtstages wurde eine der neuen Planstraßen am ehemaligen Potsdamer Tramdepot Heinrich-Mann-Allee/Kolonie Daheim mit einem Hinweisschild auf die zukünftige Suse-Ahlgrimm-Straße versehen. Die endgültige Benennung erfolgte nach Fertigstellung der geplanten Bebauung im Jahr 2024.

Ausstellungen (Auswahl)

1991 mit Hubert Globisch im Schloss Sacrow 1999 mit Hubert Globisch im Kulturhaus „Hans Marchwitza“ 2005 „Im Entstehen Vergehen“ im Potsdam Museum 2008 „Feldblumen Jakobsleiter“ im Pomonatempel, Potsdam 2009 „Ankommen im Bild“ im Haus der Kultur der Welten, Gottsdorf 2009 „Stabilitas Loci“, Stadtpfarrkirche St. Marien, Müncheberg 2010 „Mein Alphabet“ – Hommage-Ausstellung ihrer ehemaligen Schüler und Schülerinnen im Pavillon des Kunstvereins auf der Freundschaftsinsel, Potsdam 2017 „Ausgehen und Ankommen“ mit Christina M. Wilsky [Bilder aus dem Nachlass] 2019 „Parallel – Wolfgang Liebert und Suse Globisch-Ahlgrimm“

Publikationen Malerei aus drei Jahrzehnten. Strauss, Potsdam 1995, ISBN 3-929748-01-0. Mitautorin: Im Zeichen der Eule. Von der Grande Ecole über das Viktoria-Gymnasium zum Helmholtz-Gymnasium zu Potsdam. Geschichte und Geschichten einer Schule in Deutschland. Märkischer Verlag, Wilhelmshorst 2001, ISBN 3-931329-14-3. Illustrationen für Elisabeth Haase: Klang der Stille. Worte und Miniaturen aus Grenzräumen. Steffen, Friedland bei Neubrandenburg 2005, ISBN 3-937669-44-2. Illustrationen für Jürgen Israel, Thomas Michael Kumlehn und Peter Rogge (Herausgeber), Uwe Wulsche Brevier. roggeDesign, Potsdam 2014, ISBN 978-3-00-035988-0.

Literatur Fritz Erpel: Suse Ahlgrimm (= Kunst aus Brandenburg). Strauss, Potsdam 1995, ISBN 3-929748-15-0.

Flyer des Potsdamer Kunstvereins zu Leben und Werk von Suse Globisch-Ahlgrimm

Weblinks

Belege

Kategorie:Kunstpädagoge Kategorie:Maler (Brandenburg) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Frau