Friedrich Traub (* 19. April 1860 in Schussenried; † 19. Oktober 1939 in Tübingen) war ein deutscher evangelischer Theologe und Hochschullehrer.Traub, D. Friedrich. In: Württembergische Kirchengeschichte Online (mit allen biografischen Daten, abgerufen am 9. April 2026).
Leben und Wirken Friedrich Traub studierte Evangelische Theologe an der Eberhard Karls Universität und legte dort 1882 die erste theologische Dienstprüfung ab. Es folgte sein Dienst als Vikar bzw. Pfarrverweser der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Oberensingen und Reutlingen. Von 1885 bis 1888 war er als Repetent am Evangelischen Stift Tübingen tätig. Von 1888 bis 1895 war Traub im Pfarrdienst in Leonberg tätig und wurde dort 1890 zugleich Bezirksschulinspektor. 1895 übernahm er eine Gymnasialprofessor am Evangelisch-theologischen Seminar Schöntal und wurde 1903 zum Ephorus dieser Schule eingesetzt. Im Jahre 1910 erwarb er an der Universität Halle/S. den theologischen Doktorgrad und wurde Professor für Systematische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Zugleich amtierte er als Ephorus und Stiftsinspektor am Evangelischen Stift Tübingen. 1930 trat er in den Ruhestand.
Friedrich Traub veröffentlichte zahlreiche Schriften zur Systematischen Theologie, insbesondere über das Verhältnis von Philosophie und Theologie.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Die sittliche Weltordnung. Eine systematische Untersuchung. Mohr, Freiburg/Br. 1892 (Volltext). Ritschls Erkenntnistheorie. In: Zeitschrift für Theologie und Kirche, Bd. 4 (1894), H. 2, S. 91–129. Die religionsgeschichtliche Methode und die systematische Theologie. Eine Auseinandersetzung mit Tröltschs theologischem Reformprogramm. In: Zeitschrift für Theologie und Kirche, Bd. 11 (1900), H. 4, S. 301–340. Die neuere Auffassung der israelitischen Religionsgeschichte und der christliche Offenbarungsglaube. Kraemer, Heilbronn 1902 (Volltext). Aus der Geschichte des Schöntaler Seminars. Zugleich Festschrift zum 100jährigen Jubiläum des Seminars. Vereins-Buchdruckerei, Stuttgart 1910 (Volltext). Ein Apokalyptisches Bild, oder Einleitende Gedanken in die Offenbarung Johannes zum tieferen Verständnis derselben. Leutkirch 1910. Die Leidensgeschichte Jesu Christi im Grundriss. Einleitende Gedanken zum tieferen Verständnis. Leutkirch 1910. Theologie und Philosophie. Eine Untersuchung über das Verhältnis der theoretischen Philosophie zum Grundproblem der Theologie. Mohr, Tübingen 1910. Glauben und Wissen. Rede beim Antritt des akademischen Lehramts gehalten am 10. November 1910. Reuther & Reichard, Berlin 1911. Gedanken über das Hohelied Salomos. Leutkirch 1913. Zur Wunderfrage. In: Friedrich Traub (Hrsg.): Studien zur systematischen Theologie. Theodor von Haering zum siebzigsten Geburtstag (22. April 1918) von Fachgenossen dargebracht. Mohr, Tübingen 1918, S. 162–180. Rudolf Steiner als Philosoph und Theosoph. Mohr, Tübingen 1919 (2. umgearb. Aufl. 1921). Geschichtswahrheiten und Vernunftswahrheiten bei Lessing. In: Zeitschrift für Theologie und Kirche, N.F., Bd. 1 (1920), H. 3, S. 193–207. Glaube und Geschichte. Eine Untersuchung über das Verhältnis von christlichem Glauben und historischer Leben-Jesu-Forschung. Klotz, Gotha 1926. Bedarf die Theologie der Philosophie? Klotz, Gotha 1933.
Einzelnachweise
Kategorie:Systematischer Theologe Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen) Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1860 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann