Die Edelherren von Hackenbroich (auch: Hackenbruche, Bruche o. ä) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht mit Stammsitz im gleichnamigen Ortsteil Dormagens, das dem Dynastenstand angehörte. Im 17./18. Jahrhundert gelangte das Geschlecht durch Heirat in das Kölner Patriziat.
Die Familie ist zu unterscheiden von den Edelherren von Broich zu Schloss Broich, auch wenn Anton Fahne und Theodor Joseph Lacomblet einzelne Familienmitglieder falsch zuordnen.Anton Fahne: Geschichte der Grafen, jetzigen Fürsten zu Salm-Reifferscheid, sowie ihrer Länder und Sitze, nebst Genealogie derjenigen Familien, aus denen sie ihre Frauen genommen, Band 2 (Urkundenbuch), Köln 1858, S. 36, Nr. 64 (digitale-sammlungen.de) (hier Dietrich IV. von Broich fälschlicherweise den Hackenbroich zugeordnet) und S. 48, Nr. 79 (digitale-sammlungen.de) (hier Dietrich IV. von Broich fälschlicherweise Grevenbroich zugeordnet).Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Band 2 (Von dem Jahr 1201 bis 1300 einschliesslich), Düsseldorf 1846, S. 389, Nr. 661 (uni-bonn.de) und S. 455, Nr. 774 (uni-bonn.de) (hier jeweils Dietrich IV. von Broich fälschlicherweise den Hackenbroich zugeordnet).Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 3 (Mappe 148–246; Brienen–Cob von Nudingen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 63), Köln 1992, S. 108.
Geschichte Erstmals erschien das Geschlecht 1279 mit dem Kellner Bruno Conrad Herr zu Hackenbroich (Bruche), der mit Zustimmung Erzbischofs Siegfried von Köln, seinem Lehnsherrn, die Gerichtsbarkeit über drei Höfe bei Delhoven an das Kloster Knechtsteden verkaufte.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0359 / Knechtsteden, Rep. u. Hs. AA 0359, Nr. 1, abgerufen am 8. April 2026. Dieser Verkauf wurde am 17. Juni des nächsten Jahres von Abt Gottschalk von Knechtsteden bestätigt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0359 / Knechtsteden, Rep. u. Hs. AA 0359, Nr. 1, abgerufen am 8. April 2026. Am 12. Oktober 1348 erschien Godart von Neuenahr als Vormund der Johanna von Hackenbroich (Johannen van Hackenbruche), die Witwe des Heinrich von Reifferscheid. Godert bat den Erzbischof Walram von Köln, die Vormundschaft an den Oheim Johannas, Johann von Reifferscheid, zu übergeben.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0001 / Kurköln, Urkunden AA 0001, Nr. 486, abgerufen am 8. April 2026.Günter Aders (Hrsg.): Urkunden und Akten der Neuenahrer Herrschaften und Besitzungen Alpen, Bedburg, Hackenbroich, Helpenstein, Linnep, Wevelinghoven und Wülfrath sowie der Erbvogtei Köln (= Inventare Nichtstaatlicher Archive Band 21), Rheinland-Verlag, Bonn 1977, S. 10 f. (afz.lvr.de). Aus einer Urkunde des 24. Märzes 1426 wird klar, dass eine Hofstätte bei Bedburg zuvor im Besitz des verstorbenen Junkers (vgl. Jonkheer) Ludwig von Hackenbroich war.Aders (1977), S. 24 Yberg von Hackenbroich (* um 1460) war die Frau des Peter von Kessel. Ob Johann von Hackenbroich (* um 1585 in Hackenbroich, † in Köln), der Anna von Wickrath (* um 1590) heiratete, ein Nachfahre der Edelherren von Hackenbroich ist, bleibt unklar. Deren Sohn Heinrich von Hackenbroich (* um 1625 in Köln-Poll) heiratete am 8. Februar 1654 Elisabeth Schiffers (von Poll?) (* 4. März 1626 in Köln-Poll, † nach 1668) in Köln-Deutz. In zweiter Ehe war er mit Fritza von Vettweiß, Tochter des Cuntz und der Gütgin. Er hatte zwei Söhne und drei Töchter; der Adel schien jedoch zu verdunkeln:
Andreas von Hackenbroich (* 11. Oktober 1654 in Köln-Poll, † 30. März 1730) Margaretha von Hackenbroich (* 4. März 1657 in Köln-Poll) Maria Theresia von Hackenbroich (* 19. Januar 1659 in Köln-Poll) Anton (von) Hackenbroich (* 15. Januar 1662 in Köln-Poll, † 14. Juni 1738 ebenda), mit ihm und seinen Nachfahren verdunkelte der Adel. ⚭ I. Gertrud Kürten (* 1663 in Köln-Poll, † 20. Oktober 1707 ebenda); ⚭ II. (10. Oktober 1712 in Köln-Poll) Catharina Türck (* um 1667) aus II.: Catharina von Hackenbroich (* 27. Mai 1668 in Köln-Poll, † 13. Februar 1738 ebenda), mit ihr gelangte die Familie von Hackenbroich in das Kölner Patriziat. ⚭ Johann von Büchel
Ob der 1197 erschienene Unterdechant des Domes, Herimann von Brucke, und dessen Bruder Ludger, Kanoniker zu St. Gereon, dem Geschlecht der Edelherren von Hackenbroich angehören, ist unklar.Peter Joerres: Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Hanstein, Bonn 1893, S. 720 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht