Don’t Touch My Music ist der Titel von zwei Musikalben von Gebhard Ullmanns Formation Basement Research. Die am 22. Oktober 2007 im Jazzclub Alchemia in Krakau entstandenen Aufnahmen erschienen 2008 auf Not Two Records.
Hintergrund Mit seiner Band Basement Research (zunächst einem Quartett mit den Amerikanern Ellery Eskelin, Drew Gress und Phil Haynes) arbeitet Ullmann seit Mitte der 1990er Jahre. Alben mit der Gründungsbesetzung erschienen 1995 und 1999 beim italienischen Label Soul Note. Nach einer fünfjährigen Pause formierte Ullmann die Gruppe als Quintett mit Julian Argüelles an weiteren Saxophonen, Steve Swell an der Posaune, John Hébert am Bass und Gerald Cleaver neu. Ein weiteres Album erschien 2007 bei Soul Note und erhielt im Down Beat 4,5 Sterne. Eine weitere Tournee, bei der Don’t Touch My Music entstand, fand im November 2007 mit einem Konzert beim Jazzfest Berlin ihren Abschluss.
Das Album besteht aus zwei separat veröffentlichten CDs, die beide denselben Titel tragen und beinahe dasselbe Cover haben. Vol. 1 enthält den ersten Set eines Konzerts von Ullmanns Band „Basement Research“ aus dem Jahr 2007 in Krakau. Vol. 2 enthält den zweiten Set des Konzerts. Die Gruppe besteht aus Ullmann an der Bassklarinette und am Tenorsaxophon sowie wiederum Julian Argüelles am Sopran- und Baritonsaxophon, Steve Swell an der Posaune, John Hébert am Bass und Gerald Cleaver am Schlagzeug. Im April 2018 tourte die Band in Europa, um ihr 25-jähriges Jubiläum zu begehen; im Folgejahr wurde das Album Impromptus and Other Short Works veröffentlicht.
Titelliste Basement Research: Don’t Touch My Music Vol. 1 (Not Two Records – MW 803-2) Dreierlei 12:40 Don’t Touch My Music 14:04 Kleine Figuren No.2 9:15 Kleine Figuren No.3 12:41
Die Kompositionen stammen von Gebhard Ullmann.
Gebhard Ullmann Basement Research – Don’t Touch My Music Vol. 2 (Not Two Records – MW 804-2) Das blaue Viertel 10:41 Kleine Figuren No. I 6:03 New No Ness 10:25 Kreuzberg Park East 13:42 Don’t Touch Our Music 8:35
Die Kompositionen stammen von Gebhard Ullmann.
Rezeption mini|Gerald Cleaver (2009) Nach Ansicht von Jerry D'Souza, der das Album in All About Jazz rezensierte, ist genau wie die erste auch der zweite Folge des Mischnitts unbearbeitet und unverändert und zeige, wie intuitiv und einfühlsam die Band ist. Ullmanns Kompositionen würden verschiedene Stilrichtungen vereinen; er wechsle vom Blues zum Marsch und gehe nahtlos in freie Stilformen über. Und so wie sein Songwriting bodenständig sei, so sei es auch sein Spiel. Er verschwende keine einzige Note und schaffe Musik, die ihre Spuren in der Zeit hinterlasse. Und wenn sein Spiel der Grundstein der Band sei, so seien seine Mitstreiter in der Ausübung ihres Handwerks nicht weniger herausragend.
Ullmann würde sich weit unter dem Radar der Kritiker bewegen, weit mehr, als es sein Talent verdient hätte, meint Chris Kelsey in JazzTimes. Als feuriger, temperamentvoller Solist und vielseitiger Komponist mit einer Vorliebe für experimentelle Musik und Free Jazz sei seine Musik stets durchdacht und würde leidenschaftlich vorgetragen. Das treffe auf jeden Fall auf diese beiden Alben zu. Ullmanns Kompositionen wie „Dreierlei“, „Kleine Figuren“ (Nr. 1, 2 und 3) und das Titelstück würden komplexe, dicht harmonisierte Melodien enthalten, Ostinati in ungeraden Taktarten, geschickte Gegenüberstellungen von Rhythmus und Klang sowie viel Raum für Improvisation. Die improvisierten Elemente stünden selten für sich allein, sondern seien vielmehr ein integraler Bestandteil der Gesamtform jedes Stücks. Die Bläser seien erstklassig, und die Rhythmusgruppe rocke. Insgesamt habe die Musik „jene Atmosphäre, die so locker ist, wie sie nur sein kann, und so straff, wie sie sein muss – eine Eigenschaft, die so viel großartigen Jazz ausmacht“. mini|Julian Arguelles (2015) Michael G. Nastos verlieh dem Album in Allmusic dreieinhalb Sterne und schrieb, als eines von mehreren herausragenden Werken des modernen Progressive Jazz dieser Gruppe sei „Don’t Touch My Music“ ein weiterer improvisatorischer Ausflug auf höchstem Niveau, und mit dem Wachstum der Diskografie der Gruppe wachse auch die vielschichtige Ausdruckskraft des kollektiven Bewusstseins der Bandmitglieder. Ullmann, Julian Arguelles und Steve Swell würden sich äußerst intelligent vom Konzept dieser Musik dahinführen lassen, wohin es sie spontan auch immer führen mag, während der Bassist John Hebert und der neue Schlagzeuger Gerald Cleaver nicht-rhythmische Funktionen einbrächten, die die Frontline zu kühnen und einfallsreichen Improvisationen anspornen würden. Aufgrund ihres einzigartig unverwechselbaren Stils lasse sich die Musik von Basement Research nur schwer festlegen oder genau beschreiben, aber sie ist äußerst emotional.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2008 Kategorie:Livealbum Kategorie:Gebhard Ullmann