Die Japandrossel (Turdus chrysolaus) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel brütet auf Sachalin, den Kurilen und in Japan, er überwintert südlich bis zu den Nansei-Inseln, Taiwan, Hainan und Nordphilippinen.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit der Fahldrossel (Turdus pallidus), mitunter auch mit der Izudrossel (Turdus celaenops) oder mit der Weißbrauendrossel (Turdus obscurus) angesehen.N. Collar: Brown-headed Thrush (Turdus chrysolaus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus chrysolaus

Der Lebensraum umfasst Wälder gemäßigter Zonen, als Brutgebiet wird dichter Laub- und Mischwald mit breitblättrigen Bäumen sowie Galeriewald, Flussauen und Seeufer bevorzugt. Schattige, feuchte Wälder werden in Japan eher gemieden. Das Habitat reicht von 700–2400 m. ü. M. Überwintert wird in ähnlichen, aber weniger hoch gelegenen Habitaten, zusätzlich auf Ackerflächen, in Parks und Gärten.

Der Artzusatz kommt von , und .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel ist 23–24 cm groß und wiegt 64–90 g. Das Männchen ist schiefergrau bis braun im Gesicht und an der Kehle, am hinteren Scheitel und Nacken braun mit rotbrauner Oberseite. Brust und Flanken sind kastanienfarben bis orange, die übrige Unterseite ist weiß mit brauner Zeichnung am Steiß. Der schmale Augenring ist gelb, der Schnabel matt gelb, am Unterschnabel meist gräulich, die Beine sind bräunlich. Das Weibchen ist am Kopf mehr wie an der Oberseite gefärbt, hat einen Bart- und Kehlstreif und ist an der Kehle gestrichelt. Jungvögel sind braun mit gelbbrauner Strichelung der Oberseite, die Kehle wird durch einen dunkelbraunen Streif geteilt, der in eine halsbandartige Reihe von Flecken an Brust, Flanken und Bauch übergeht.

Von der ähnlichen Izudrossel (Turdus celaenops) unterscheidet sich die Art durch olivbraunen Kopf mit dunklerer Kehle und orangerote obere Brust. Die Weibchen der Japandrossel haben einen undeutlichen Überaugenstreif und eine blasse, braun gestrichelte Kehle.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 Turdus chrysolaus chrysolaus , 1832, Nominatform – Sachalin bis Nordjapan; überwintert in Südchina und auf den Philippinen Turdus chrysolaus orii , 1929Y. Yamashina: Turdus chrysolaus orii. In: Tori (Japanese Journal of Ornithology), Band 6, S. 155, 1929, PDF – Kurilen; überwintert in Japan und auf den Nansei-Inseln, wohl etwas größer und dunkler gefiedert

Stimme Der Gesang wird als Folge von 3–4 Lauten beschrieben wie „krurr kruur krr-zeee“ oder „kiron kiron tsee“. Rufe sind ein harsches „chuck-chuck“, der Alarmruf ein dünnes „zeeee“.

Lebensweise Die Art ist ein Zugvogel entlang der chinesischen Küste. Das Brutgebiet wird im September bis Ende Oktober verlassen. Die Vögel kommen April bis Mai zurück. Die Nahrung besteht im Sommer hauptsächlich aus Insekten, auch Spinnentieren und Weichtieren. Außerhalb dieser Zeit werden überwiegend Früchte verzehrt. Die Nahrungssuche erfolgt auf allen Waldetagen.

Die Brutzeit liegt zwischen Ende Mai und Juli im Norden des Brutgebietes, in Japan zwischen Mai und August. Es gibt zwei Bruten. Das Nest ist eine Schale aus Gras, Lehm und Piniennadeln, mit trockenen Blättern ausgelegt. Es wird erdbodennah in einem Baum oder Busch angelegt, beliebt in Japan ist die Nordjapanische Hemlocktanne (Tsuga diversifolia). Das Gelege besteht aus 2 bis 5, meist 3 bis 4 blassblauen bis olivfarbenen Eiern mit unterschiedlich gefärbten Flecken. Ausgebrütet wird über 13–14 Tage.

Gefährdungssituation Die Japandrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur C. J. Temminck: Turdus chrycolaus. In: Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux, pour servir de suite et de complément aux planches enluminées de Buffon, Band 2, S. 537, 1838 Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Featherbase

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln