mini|Xenokrates in der Cheirongruppe auf dem Wiener Dioskurides, linke Spalte unten (Codex Vindobonensis medicus graecus 1 fol 2v) Xenokrates () war ein Mediziner der griechischen Antike aus Aphrodisias in Kilikien.
Xenokrates lebte zwei Generationen vor Galenos,Galenos, De simplicium medicamentorum temperamentis et facultatibus 10,1 (Kühn 12,248). weswegen seine Schaffenszeit in die 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts datiert wird. Da er eine der Quellen des im Jahr 79 gestorbenen älteren Plinius ist,Plinius, Naturalis historia 20,82; 20,84 und weitere Stellen, als Quelle angeführt in den Büchern 21–30. wird seine Blüte zwischen 50 und 70 anzusetzen sein. Von seinem berühmten Berufsgenossen Galenos wird er vor allem wegen seiner Therapeutik angegriffen, da er den Einsatz unter anderem von Organen, Urin, Exkrementen, Knochenasche sowohl menschlichen als auch tierischen Ursprungs als Heilmittel propagiertGalenos, De simplicium medicamentorum temperamentis et facultatibus 11,1 (Kühn 11,793). – Mitteln also, die vor allem in Volksmedizin und Magie zur Anwendung kamen. Gleichwohl überliefert Galenos einige der xenokratischen Rezepte.
Wenigstens drei medizinische Abhandlungen lassen sich aus den fragmentarisch überlieferten Erwähnungen seiner Schriften erschließen: Ein Werk über die therapeutischen Eigenschaften menschlicher und tierischer Körperprodukte ein Werk über die therapeutischen Eigenschaften pflanzlicher Produkte ein Werk über zusammengesetzte Medikamente, die weder aus tierischen noch aus tierischen Produkten bestehen mussten.
Xenokrates, seine Abhandlungen und Therapien werden außer von Plinius und Galenos von einer Reihe weiterer antiker Autoren zitiert, so von Clemens von Alexandria,Clemens von Alexandria, Stromata 1,717. Artemidor von Daldis,Artemidor von Daldis, Onirocriticon 4,24. Oreibasios,Oreibasios, Collectionum medicarum reliquiae 2,58 Aëtios von AmidaAëtios von Amida 1,2; 1,84; 4,2; 4,35. und Alexander von Tralleis. Alexander von Tralleis 1,15; 12,8. Noch im 5./6. Jahrhundert war seine Bedeutung ausreichend, um im Wiener Dioskurides unter den Ärzten der Cheirongruppe behandelt zu werden.Cod. Med. gr. 1, fol. 2v: Wiener Dioskurides; Byzanz, um 512: Sieben Ärzte mit Chiron auf der Website der Österreichischen Nationalbibliothek.
Literatur Gundolf Keil: Xenokrates von Aphrodisias. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1509.
Max Wellmann: Xenokrates aus Aphrodisias. In: Hermes. Band 42, 1907, S. 614–629.
Anmerkungen
Kategorie:Mediziner der griechischen Antike Kategorie:Grieche (Antike) Kategorie:Geboren im 1. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 1. oder 2. Jahrhundert Kategorie:Mann