mini|hochkant|Henrik Schreiner, um 1900 Henrik Schreiner (* 1. Juli 1850 in Ljutomer, historisch:Luttenberg in der Steiermark, Kaisertum Österreich; † 14. April 1920 in Maribor, Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen) war ein slowenischer Pädagoge und Lehrer.
Lebenslauf Henrik Schreiner (auch Heinrich Schreiner) schloss in Luttenberg die Volksschule und die erste Klasse der Realschule ab. Er wechselte dann nach Marburg an der Drau (heute Maribor), wo er 1871 am Gymnasium die Matura mit Auszeichnung ablegte. Anschließend studierte er in Wien Physik, Mathematik und Naturgeschichte. Die Lehramtsprüfung legte er 1877 ab. Nach Abschluss seines Studiums unterrichtete er an einem Gymnasium in Wien, wechselte jedoch nach einem Jahr in den Schuldienst nach Bozen. An der dortigen Lehrerbildungsanstalt lehrte er Naturgeschichte und vertrat ein Jahr lang den Direktor. Parallel dazu unterrichtete er an einer Mädchenbürgerschule sowie an einer Handelsschule und war Mitglied der Prüfungskommission für Volks- und Bürgerschulen in Innsbruck und Bozen. Als studierter Naturwissenschaftler machte er sich während seiner dreizehnjährigen Tätigkeit in Bozen gründlich mit der pädagogischen Arbeit vertraut.
Tätigkeit in Marburg/Maribor Im Jahr 1890 wurde Schreiner an die Lehrerbildungsanstalt in Marburg versetzt und dort zum Direktor ernannt. Er leitete die Anstalt und unterrichtete dort pädagogische Fächer bis zu seinem Tod im Jahr 1920. In diesem Rahmen setzte er sich für die Erneuerung des slowenischen Schulwesens ein, indem er fortschrittliche pädagogische Ideen und neue Lehrmethoden einführte. Während seines Direktorates bezog die Marburger Lehrerbildungsanstalt im Jahr 1907 den heute noch existierenden Neubau an der Bürgerstraße in Marburg (heute Bojan-Ilich-Grundschule Maribor in der Mladinska ulica). 1919 leitete er die Kommission zur Umgestaltung des jugoslawischen Erziehungs- und Bildungswesens.
Seine Überlegungen und Abhandlungen, die anfangs naturwissenschaftlicher Natur waren und später zunehmend pädagogischen Fokus erhielten, wurden in zahlreichen Fachzeitschriften, Sammelbänden und eigenständigen Publikationen veröffentlicht.
Henrik Schreiner starb 1920 in Maribor und ist in der Familiengruft in Šentjur bei Celje beigesetzt.
Literatur Cerkvenik, T. et al. Schreiner Henrik. V: 130 let : zbornik : Državno učiteljišče Maribor, Gimnazija pedagoške smeri Maribor, Pedagoška šola Maribor, Srednja šola pedagoške in kulturne usmeritve Maribor, III. gimnazija Maribor. Maribor: III. Gimnazija, 1993, str. 108. (130 Jahre Lehrerausbildung und pädagogische Bildungszentren in Maribor) Pavlič, S. Henrik Schreiner. V: Sto znamenitih osebnosti v šolstvu na slovenskem. Ljubljana: Prešernova družba, 2000, str. 116–117. (Hundert berühmte Persönlichkeiten der slowenischen Bildung) Podjavoršek, A. Henrik Schreiner – vzgojitelj slovenskih učiteljev. V: Sto let učiteljišča v Mariboru: 1863–1963. Maribor: Odbor za proslavo stoletnice učiteljišča v Mariboru, 1964, str. 27–35. (Henrik Schreiner – Ausbilder und slowenischer Lehrer. In: Hundert Jahre Lehrtätigkeit in Maribor: 1863–1963. Maribor: Komitee zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Lehranstalt in Maribor) Tancer, M. Pedagoški profil Henrika Schreinerja. Časopis za zgodovino in narodopisje, 1993, letn. 64, št. 2, str. 284–290. (Das pädagogische Profil von Henrik Schreiner)
Erinnerung In Maribor erinnert heute eine Statue in der Mladinska-Straße zwischen der Bojan-Ilich-Grundschule und dem Gebäude der juristischen Fakultät der Universität Maribor an Henrik Schreiner.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Pädagoge (19. Jahrhundert) Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Stadtgemeinde Maribor) Kategorie:Slowene Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1920 Kategorie:Mann