mini|hochkant|Wappen derer von Herwegh in Siebmachers Wappenbuch (nachkoloriert) Herweg (auch: Herwegh, Harwek, Herbek o. ä.) ist der Name eines Kölner Patriziergeschlechts, das ursprünglich aus dem gleichnamigen Ort bei Bensberg stammte. Die Familie stellte einige Bürgermeister und Senatoren zu Köln sowie andere hohe (geistliche) Ämtsträger. In Mähren erlangte die Familie bereits 1755 den Freiherrenstand; in Köln erreichte die Familie mit Franz Jacob von Herweg am 19. Juni 1829 den einfachen Adelsstand.

Geschichte Schon am 29. Oktober 1608 erschien Wilhelm Herwegh in einer Verkaufsurkunde der Elsbeth Dobbe, Äbtissin des Stifts St. Quirin zu Neuss. Heinrich Herwegh erschien Mitte des 17. Jahrhunderts als Ehemann der Margaretha Düssel, Tochter des Peter Düssel und der Veronica Ley. mini|Franz (Heinrich) Joseph Caspar von Herweg Die Stammliste beginnt mit N. N. (von) Herweg und seiner Frau N. N. Balder. Deren Söhne waren Peter von Herweg, Senator und Kaufmann zu Köln, und Dr. iur. Johann Hermann von Herweg, Hofgerichtskommissar. Sie wurden 1690 von ihrem Onkel Engelbert Balder beerbt. Johann heiratete die Clara Gertrud von Horn gt. Goldschmidt, die ihm den Dikopshof einbrachte. Sie hatten vier Kinder: Severinus (Gerwin) Joseph (von) Herweg († 1713) Johann Peter von Herweg (* 18. August 1686, † 15. August 1755, ▭ in St. Laurenz), ab 1720 Herr zu Golzheim, Besitzer der Ahrburg zu Golzheim, ab dem 18. Mai 1713 des Hirtzhofes durch einen Lehnsbrief des Abts von St. PantaleonLandesarchiv NRW Abteilung Rheinland, AA 0627 / Reichskammergericht AA 0627, Nr. 2539 - H 1099/3495, abgerufen am 3. April 2026. sowie des Vischenicher Hofes zu Niederaußem, den er von den von Rollingen abkaufte, zwischen 1720 und 1754 zwölfmal Bürgermeister von Köln. Er wurde finanziell von seinem Verwandten Johann Philipp Jakob von Horn-Goldschmidt unterstützt, während Letzterer Theologie studierte und erbte 1702 den Dikopshof. ⚭ (18. Januar 1711) Clara Catharina von Junkersdorf († 1754 oder 1755, ▭ in St. Laurenz), Tochter des Franz und der Ursula Richmod von Schnellen Nicolas Anton(ius) (von) Herweg († 3. Juli 1738), 1724 Senator. Er war wohl Alkoholiker sowie arbeitslos und lebte im Hause seines Bruders Johann Peter. Sein übermäßiger Alkoholgenuss führte angeblich „zu zeitweiliger geistiger Verwirrung“, sodass er eine ziellose Reise mit einem Geistlichen unternahm und Wertgegenstände wie Waffen und Silber mitnahm. Nicolas Anton brachte es bis nach Koblenz, von wo sein eben genannten Bruder ihn zurückholen ließ und zur Erholung in das Augustinerstift Rösrath schickte. Der Schultheiß Scherer nahm ihn einige Wochen später mit nach Bensberg, wogegen der von Johann Peter bestellte Kurator Schram in Düsseldorf protestierte. Weiter klagte Nicolas Anton bei der Regierung Düsseldorfs gegen seinen Bruder und Schram auf Rückerstattung seiner konfiszierten Wertgegenstände. Jedoch stellte sich die 1726 gestellte Klage im Jahre 1728 als erfolglos heraus, da Düsseldorf nicht über die zu Köln und Bonn wohnenden Angeklagten richten konnte.Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, AA 0627 / Reichskammergericht AA 0627, Nr. 2545 - H 1143/3566, abgerufen am 3. April 2026. Maria Magdalena (von) Herweg († vor 1727)

Johann Peter von Herweg hatte sieben Kinder, die ansehnliche Ämter bekleideten und/oder in einflussreiche adlige Familien einheirateten: Franz (Heinrich) Joseph Caspar von Herweg (* 1. Dezember 1710 – 30. November 1711, † 30. November 1775), Kanoniker zu St. Gereon und St. Maria im Kapitol, Regens des Gymnasium Montanum Everhard Joseph Melchior von Herweg († Dezember 1777), zwischen 1771 und 1777 dreimal Bürgermeister von Köln, ab dem 2. September 1745 mit dem Vischenischer Hof von der Reichsabtei Kornelimünster belehnt ⚭ (28. Oktober 1760) Anna Wilhelmina Franziska Freiin von Hilgers († 11. September 1799), Tochter des Heinrich Joseph und der Maria Anna de Groote Anna Lucia (Luise) Wilhelmina von Herweg († 19. August 1779, ▭ in Kirchberg) ⚭ (27. Juni 1739) Franz Joseph (Johann) Melchior Amandus Reichsfreiherr von Geyr zu SchweppenburgFahne (1848), S. 111 Maria Josepha von Herweg Agatha von Herweg († 1728) Maria Ursula Walburga von Herweg († Januar 1785, ▭ 29. Januar 1785 zu den Oliven) ⚭ (1750) Franciscus Peter Michael Felix Joseph Freiherr von Becker(s) (* 25. März 1722, † Januar 1786, ▭ 19. Januar 1786 zu den Oliven), Herr zu Benesis, Direktor des Oberpostamts der Thurn und TaxisFahne (1848), S. 21

Neben der vielen weiblichen Linien der Familie wurde der Mannesstamm durch den Bürgermeister Everhard Josef Melchior von Herweg fortgesetzt. Dieser zeugte mit seiner Frau drei Kinder: Henrich Caspar Joseph Rudolph von Herweg (* 1762, † 1776), Kanoniker zu St. Gereon Anna Lucia von Herweg (* 9. Oktober 1768, † 19. April 1833) ⚭ (12. Oktober 1793) Maximilian Joseph von Kempis (* 20. Juni 1757, † 5. November 1823 in Köln), kurkölnischer Hofrat, Zivilkommissar der niederrheinischen und westfälischen Truppen gegen Lüttich, bis zu seinem Ableben Stadtrat zu KölnFahne (1848), S. 216 Franz Jacob von Herweg (* 16. April 1773, † 15. Mai 1848) wurde am 19. Juni 1829 in die Adelsmatrikel der preußischen Rheinprovinz unter Nr. 25 in der Klasse der Edelleute aufgenommen; sein Wappen wurde dort auch eingetragen. ⚭ (5. November 1800) Maria Agatha von Weise (Weißers) (* 5. November 1773, † 23. September 1847), Tochter des Ignatz und der Elisabeth von Gall

Gerhard von Herweg war von 1699 bis 1711 Festungskommandant von Olmütz.

Wappen

Blasonierung des Stammwappens In Schwarz ein goldener Rechtsbalken (stilistisch teilweise mit einer goldenen verminderten Spitze und einer goldenen gestürzten verminderten Spitze dargestellt; siehe z. B. Portrait des Franz (Heinrich) Joseph Caspar von Herweg). Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken zwei schwarze Straußenfedern, zwischen denen eine goldene ist.

Blasonierung des mährischen Freiherrenwappens In Blau ein roter Rechtsbalken. Auf dem Helm zwei rote Straußenfedern, zwischen denen eine blaue ist. Die Helmdecken sind in Silber, oberhalb in Blau und unterhalb in Rot tingiert.

Literatur Christian Samuel Theodor Bernd: Wappenbuch der preussischen Rhein-Provinz, Band 2: Beschreibung der im Wappenbuche der Preussischen Rheinprovinz gelieferten Wappen nebst einer Farbtafel, Henry & Cohen, Bonn 1835, S. 53 (digitale-sammlungen.de). Bernd Dreher, Brigitte Klosterberg, Uwe Neddermeyer: in Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2. Spätes Mittelalter und Frühe Neuzeit. Förderverein Geschichte in Köln e. V., J. P. Bachem Verlag Köln, S. 247, ISBN 3-7616-1285-0. Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 151 f. (hhu.de). Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 1, T. 1: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute A–L, Nürnberg 1878, S. 167 (uni-goettingen.de) und Tfl. 215 (uni-goettingen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 4, Verlag von Friedrich Voigt, Leipzig 1863, S. 339 (Google Books). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 1: A–K, Berlin 1855, S. 348 (digitale-sammlungen.de). Herbert M. Schleicher (Bearb.): Die genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln, Band II (E–H) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 24), Köln 1984, S. 548–551. Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln: Band 3 (Mappe 148–246; Brienen–Cob von Nudingen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 63), Köln 1992, S. 396, 410, 493. Band 4 (Mappe 247–356; Cobern–Eerde) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 64), Köln 1993, S. 723. Band 6 (Mappe 423–518; Fischenich–Gruben) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 70), Köln 1994, S. 444 f., 458, 460, 464, 742, 744, 751. Band 8 (Mappe 585–665; Heimbach–Hoven) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 74), Köln 1995, S. 192–194. Band 15 (Mappe 1151–1236; Speckhewer–Waldbott von Ulmen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 94), Köln 1998, S. 382. Band 16 (Mappe 1237–1304; Waldecke von Kaimbt–Wolff III. von Metternich) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 99), Köln 1998, S. 119. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 4tes Supplement, Nürnberg , Tfl. 1 (digitale-sammlungen.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Mährisches Adelsgeschlecht Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht