How Watson Learned the Trick (Wie Watson den Trick lernte) ist eine handgeschriebene Kurzgeschichte des britischen Kriminalschriftstellers Arthur Conan Doyle, die dieser 1922 für die Bibliothek des Puppenhauses der britischen Queen Mary (Queen Mary’s Dolls’ House) verfasste. Es handelt sich dabei um eine nur 503 Worte umfassende Parodie Doyles auf seine eigenen Kriminalerzählungen rund um den genialen Privatdetektiv Sherlock Holmes und dessen Begleiter Dr. Watson.

Entstehungsgeschichte

Die Idee für Queen Mary’s Dolls’ House stammte von der Cousine der Königin Marie Louise von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (Prinzessin Marie Louise), die ihre Idee 1921 mit Edwin Lutyens, einem der prominentesten Architekten seiner Zeit, besprach. Lutyens willigte ein, das Puppenhaus zu entwerfen, während Prinzessin Marie Louise Künstler in ganz Großbritannien kontaktierte und sie bat, einen exklusiven Beitrag zu diesem Puppenhaus zu leisten. Unter anderem wurden berühmte britische Schriftsteller angeschrieben, ein Miniaturbuch für die Bibliothek des Puppenhauses zu verfassen. Neben Conan Doyle gehörten Joseph Conrad, Thomas Hardy, Aldous Huxley, Rudyard Kipling und Somerset Maugham zu den Angeschriebenen. Insgesamt umfasst die so entstandene Puppenhaus-Bibliothek 200 Miniaturbände.

Conan Doyle, der zu diesem Zeitpunkt bereits für seine Sherlock-Holmes-und-Dr.-Watson-Geschichten berühmt war, lieferte How Watson Learned the Trick, eine vom ihm selbst handgeschriebene, 34-seitige Kurzgeschichte, die in ein kleines (3,9 cm × 0,7 cm), rotes, ziegenledernes, mit Gold verziertem Buch gebunden ist.

Inhalt

Im Buch wird eine Szene geschildert, die eines Morgens am Frühstückstisch spielt, wo Dr. Watson seinem Mitbewohner Sherlock Holmes beweisen will, dass er Holmes’ Methode der Deduktion genauso virtuos beherrscht wie der weltberühmte Privatdetektiv. Watson schildert ihm seine Beobachtungen an jenem Morgen und erklärt, welche Schlüsse er daraus zieht.

Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass sämtliche Annahmen Dr. Watsons falsch sind und Holmes ihm stattdessen erklärt, was das Wahrgenommene tatsächlich zu bedeuten hat.

Rezeption Conan Doyles Text wurde 1924 zusammen mit den anderen Büchern aus der Puppenhausbibliothek in dem Buch The Book of the Queen's Dolls' House Library für die Öffentlichkeit nachgedruckt und publiziert.A. C. Benson, Sir Lawrence Weaver (Hrsg.): The Book of the Queen's Dolls' House Library auf archive.org. Am 24. August 1924 wurde Doyles Geschichte in The New York Times veröffentlicht.Queen’s Dolls Have Priceless Library auf nytimes.com. Ins Deutsche übersetzt erschien die Erzählung u. a. in Das Vermächtnis des Sherlock Holmes und in „Exzellent!“ rief ich. „Elementar“, sagte er.

Obwohl Conan Doyle den Text selbst verfasst hat und er durch Nachdrucke öffentliche Verbreitung fand, ist unter seinen Anhängern umstritten, ob How Watson Learned the Trick tatsächlich zum Sherlock-Holmes-Kanon gehört oder nicht.Wie Watson den Trick lernte auf sherlockholmes.fandom.com.

Das Puppenhaus ist in Windsor Castle ausgestellt.

Literatur Peter Haining (Hrsg.): The final adventures of Sherlock Holmes. Completing the canon by Sir Arthur Conan Doyle. Barnes & Noble 1995, S. 21–22.

Weblinks Sherlock Holmes book for Queen Mary's dolls' house – in pictures auf theguardian.com (englisch) Mini Sherlock Holmes dolls' house book by Sir Arthur Conan Doyle published auf bbc.com (englisch) How Watson Learned the Trick Kurzfilm auf youtube.com (englisch)

Einzelnachweise

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