Das Kinderheim Heiterblick in Leipzig-Heiterblick war ein Spezial- und Durchgangsheim der Jugendhilfe in der DDR.
Es nahm Kinder auf, die als „schwer erziehbar“ galten oder deren Eltern als politisch unzuverlässig eingestuft wurden. Das Heim war Bestandteil des DDR-Heimwesens, das neben Betreuung auch disziplinierende Aufgaben wahrnahm. mini|Ehemaliges Verwaltungsgebäude des Kinderheims
Geschichte 1899 richtete die Stadt Leipzig in der Torgauer Straße (später Nr. 351) ein Kinderheim ein. Ab 1953 bestand dort ein Jugendwerkhof Typ A, in dem Jungen als Tischler und später auch in der Landwirtschaft ausgebildet wurden. 1960 lebten 56 Jungen und 14 Mädchen in der Einrichtung. In den 1960er Jahren wurde der Jugendwerkhof Leipzig-Heiterblick in ein Spezialkinderheim für schwererziehbare Kinder und Jugendliche umgewandelt, das bis zu 80 Kinder aufnahm. 1982 zog das Durchgangsheim Leipzig neben das Heim, wurde 1986 aufgelöst und seine Aufgaben übernommen. 1987 erhielt das Heim den Namen „Hans Beimler“, 1990 „Kinderheim Heiterblick“ und 1993 „Kinder- und Jugendheim Heiterblick“. Im selben Jahr wurde es aufgelöst und die Kinder in andere Heime überführt.
Der Heimaufenthalt war häufig von Gewalt, strengen Disziplinierungsmaßnahmen und institutionalisierter Isolation geprägt. Heute ist vom Gelände nur noch das Verwaltungsgebäude erhalten; ein offizieller Erinnerungsort existiert nicht.
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Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Leipzig Kategorie:Kinder- und Jugendhilfe (DDR)