Der Stichbach ist ein fast zehn Kilometer langer Bach im Schweizer Kanton Thurgau und ein Zufluss des Bodensees und somit ein Nebenbach des Rheins.
Geographie Verlauf Das Fliessgewässer nimmt seinen Anfang als Bildbach in der Gemeinde Birwinken, etwa sechs Kilometer südlich der Mündung des Baches in den Bodensee bei Bottighofen. Das Quellgebiet liegt auf in einer Senke beim Dorf Klarsreuti nahe der Wasserscheide auf dem Seerücken; der nur 500 Meter weiter südlich entspringende Längenmooskanal oder Mättlibach fliesst schon auf der anderen Seite des Höhenzugs gegen Süden in das Thurtal hinunter.
Der Bildbach fliesst gegen Osten, zunächst in der Richtung zum Bodensee hin, durch das Cholholz und das Schattenholz und wird von dort an Mülibach genannt. Er bildet ein Stück weit die Gemeindegrenze zwischen Birwinken und Langrickenbach. Er fliesst durch das Weierholz und durch die Weierwis zwischen den Weilern Belzstadel und Obergreut in ein schmales, durch eine Moräne des eiszeitlichen Rheingletschers gebildetes Tal, in dem er nun gut fünf Kilometer weit gegen Nordwesten, also ungefähr parallel zum Seeufer, hinunterfliesst. Bei Langrickenbach wird der Bach zweimal von der Hauptstrasse 471 überquert. Von diesem Bereich an heisst das Gewässer nun Stichbach. Beim Dorf Herrenhof mündet der Tobelbach, der im Looholz entspringt, in den Stichbach. Dieser durchquert die Ortschaften Zuben, wo neben ihm die Flur Müliwis liegt und Schönenbaumgarten mit der Selismühle und der Martinsmühle.
Bei Schönenbaumgarten kommt von links der Neugüttingertobelbach (oder einfach Neugüttingerbach) aus einem Seitental und mündet in den Stichbach. Der Neugüttingerbach beginnt westlich von Klarsreuti, etwas mehr als einen Kilometer westlich vom Bildbach, mit dem Namen Frooholzbach. Er fliesst durch den Emerzerweiher, an der Lochmühle und ihren beiden Mühleweihern vorbei und beim Weiler Neugüttingen durch das tiefe Neugüttingertobel bis zum Stichbach.
Unterhalb von Schönenbaumgarten durchquert der Stichbach ein 2,5 Kilometer langes, tief in den Molassefelsen eingeschnittenes, bewaldetes Tobel, dessen mittlerer Abschnitt Stich heisst. In diesem Tal, wo der Bach auch Tobelbach heisst, fliessen ihm von der linken Seite mehrere kurze Nebenbäche zu: der Boggsholzbach, der Schachenbach, der Rietbach, der Henggisbüelbach, der Winkelbach, der Bischmoosbach und der Tobelstägbach.
Unterhalb des Waldes durchbricht der Stichbach in nördlicher Richtung den Moränenwall. An dieser Stelle mündet der Liebburgerbach, der von Lengwil kommt, auf von links in den Stichbach, der mit seinem etwa 1,5 Kilometer langen Unterlauf in einem kleinen Tal die Siedlung Bottighofen durchquert und über das Schlösslifeld neben dem Bootshafen von Bottighofen in den Bodensee mündet. Am Bach stehen die 1429 erstmals erwähnte Obere Mühle, zu welcher ein kurzer Mühlekanal abzweigt, und in der Nähe des Sees die seit dem 13. Jahrhundert dokumentierte Untere Mühle, die aus dem Stichbach mit dem Weiherbächli das Antriebswasser erhielt; 1991 wurde die Untere Mühle stillgelegt, und auf dem Mühleareal am See entstanden neben den historischen Gebäuden neue Wohnanlagen. Das Weiherbächli speist heute noch einen kleinen Weiher im Riggebacherfäld am Seeufer.
Literatur Carl Ruch (u. a.): Der Stichbach. (= Bottighofen. Beiträge zur Geschichte und Gegenwart. Heft 3). Bottighofen 2002.
Weblinks
Stichbach auf dem Geoportal des Kantons Thurgau Stichbach auf schweizerfluss.ch
Einzelnachweise
Kategorie:Bottighofen Kategorie:Geographie (Bodensee)