Christoph Müller (* 1. August 1971 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Energiemanager, Hochschullehrer und Fachautor. Seit Juli 2024 ist er Mitglied und seit Januar 2025 Vorsitzender der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers Amprion GmbH.
Leben Christoph Müller wurde 1971 als Sohn des späteren Bundeswirtschaftsministers Werner Müller in Mannheim geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit dem Abschluss als Diplom-Volkswirt. Seine berufliche Laufbahn begann Christoph Müller 1997 beim britischen Kraftwerksbetreiber PowerGen plc als Economist. Von 1998 bis 2000 absolvierte er ein MBA-Abendstudium an der Warwick Business School.
Im Jahr 2000 wechselte Christoph Müller zur EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Dort war er zunächst von 2000 bis 2001 bei der EnBW Energie-Vertriebsgesellschaft mbH als Teamleiter Energielogistik tätig. Von 2001 bis 2004 arbeitete er bei der EnBW AG als Projektleiter im Bereich Energiemarkt; seine Arbeitsschwerpunkte lagen dabei unter anderem in den Bereichen Yello Strom und Regulierung. Von 2004 bis 2009 leitete er den Bereich Netze der EnBW AG und war für Netzstrategien und Regulierungsmanagement verantwortlich. Von 2009 bis 2010 war er Vorstand für Finanzen und Netzvertrieb beim Übertragungsnetzbetreiber EnBW Transportnetze AG und von 2010 bis 2013 Geschäftsführer Risk & Finance bei der EnBW Trading GmbH. Parallel dazu absolvierte er von 2011 bis 2013 ein Promotionsstudium der Wirtschaftswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, das er als Dr. rer. pol. abschloss.
2013 trat Christoph Müller als kaufmännischer Geschäftsführer in die Netze BW GmbH (vormals EnBW Regional AG) ein und wurde 2015 Vorsitzender der Geschäftsführung. Seit 2016 lehrt er am Lehrstuhl für Controlling der Universität Stuttgart mit Fokus auf Unternehmenssteuerung und Regulierungsmanagement in der Energiewirtschaft. Von 2016 bis 2021 war er Mitglied des Universitätsrats der Universität Stuttgart. Zudem ist er Vorsitzender des Kuratoriums der Gesellschaft für intelligente Energie- und Ressourcennutzung e. V., dem Förderverein des Instituts für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart. Seit 2023 ist er Honorarprofessor an der Universität Stuttgart.
Im Juli 2024 wechselte Christoph Müller in die Geschäftsführung der Amprion GmbH, Deutschlands größtem Übertragungsnetzbetreiber, und ist seit Januar 2025 Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor. Er verantwortet die Bereiche Recht, Gremien, Immobilien, Risk & Compliance, Unternehmenskommunikation, Netzwirtschaft, Revision sowie Strategie, Energiepolitik und Unternehmensentwicklung.
Christoph Müller hat sich insbesondere auf die Schnittstelle zwischen Energiewirtschaft, Regulierung und Wirtschaftswissenschaften spezialisiert. Er ist Mitgründer und ehemaliger Vorsitzender des Arbeitskreises Regulierung in Netzindustrien der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e. V. und hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in den Bereichen Energie, Regulierung und Netzwirtschaft veröffentlicht.
Christoph Müller ist verheiratet und hat zwei Kinder. Von 2010 bis 2024 war er Vorsitzender des Vorstands der Förderstiftung Diakonie Kork. Er engagierte sich in dieser Position ehrenamtlich für das Epilepsiezentrum und die angeschlossenen Einrichtungen der Diakonie Kork.
Veröffentlichungen (Auswahl) Markt und Organisation House rules – Germany’s liberalised market has 900 suppliers, but no-one is switching. In: Utility Week, Dezember 2002. The German Electricity Market. In: The Utility Journal, April 2003. Illusions of grandeur. In: Utility Week, April 2003. Eine preistheoretische Betrachtung des Ownership Unbundlings. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 56. Jg., Heft 1/2, 2006. Anmerkungen zur Debatte um das Ownership Unbundling. In: ew 1–2/2007. Messwesen, die vergessene Marktöffnung. In: ew 9/2007. Handelshäuser mit angeschlossenem Netzgeschäft. In: emw 2/2009. Die Preise an den Großhandelsmärkten. In: ew 1–2/2013. If it ain’t broke – don’t fix it – Anmerkungen zur Kapazitätsmarktdebatte. In: emw 1/2013.
Regulierung und Netzentgelte Anreizregulierung im Strommarkt. In: emw 2/2005. mit Helwig Oechsler: Zukünftige Verzinsung von Netzinvestitionen. In: emw 2/2006. mit Gert Brunekreeft: Der generelle X‑Faktor in der Anreizregulierung. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 56. Jg., Heft 9, 2006. mit Jan Krancke: Innovation und Investition in regulierten Netzindustrien. In: zfbf – Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Sonderheft 64/11, 2006. mit Michael H. Grote: Anmerkungen zum Fremdkapitalzinssatz in der Regulierungspraxis der Bundesnetzagentur. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 58. Jg., Heft 5, 2008. mit Sabine Streb und Marcel Ketterer: Bestimmen und Anpassen – zur Auslegung der Anreizregulierungsverordnung. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 58. Jg., Heft 10, 2008. Finanzierung aus Engpasserlösen oder Investitionen mit Rendite. In: ew 11/2008. Netze ohne Regulierung – eine ökonomische Betrachtung der Netzentgelte im verhandelten Netzzugang des deutschen Strommarkts in den Jahren 2000 bis 2005. Lit Verlag, Münster 2013. Theoretische Fixkostendeckungslücken und ihre möglichen Folgen. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 63. Jg., Heft 11, 2013. Niedrige Netzentgelte, ein politischer Selbstbetrug. In: Energiewirtschaft 2016, Newsletter zur 23. Handelsblattjahrestagung, 2015. Was wir mit dem Netzentgelt bezahlen. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 66. Jg. (2016), Heft 5.
Versorgungssicherheit und Resilienz Erneuerbare Energien und Versorgungssicherheit. In: Günther Knieps, 37. Verkehrswissenschaftliches Seminar „Versorgungssicherheit und Grundversorgung in öffentlichen Netzen“, Universität Freiburg, 2004. Erneuerbare Energien und Versorgungssicherheit im deutschen Kraftwerkspark der Zukunft. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 60. Jg., Heft 3, 2010. Die Vertreibung aus dem Paradies – die deutsche Stromregulierung der letzten 15 Jahre. In: „Regulierung: Wettbewerbsfördernd oder wettbewerbshemmend?“, Universität Hohenheim, 6./7. Oktober 2010. Die Versorgungssicherheit des deutschen Kraftwerkparks. Working Paper Universität Stuttgart, Lehrstuhl Controlling, 2011 (auch erschienen in Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 61. Jg., Heft 8). mit Clemens Cremer, Thomas Fritz, Dennis Manteuffel und Jörg Stäglich: Die Versorgungssicherheit in Süddeutschland. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 64. Jg., Heft 10, 2014. Beobachtung zur Versorgungssicherheit der deutschen Stromversorgung. In: Bitburger Gespräche Jahrbuch, Verlag C.H. Beck, München, 2014. Versorgungssicherheit aus Sicht eines Praktikers. Vortrag auf der Plattform Strommarkt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, Berlin, 1. Juli 2014. Die Geschichte bis hier: Die Corona‑Krise im Jahr 2020 aus Sicht eines Verteilnetzbetreibers. In: Redundanzen, Resilienzen und Nachhaltigkeit: Energie für die 20er Jahre, Schriftenreihe des Forums für Zukunftsenergien, Berlin, 2021.
Energiepolitik und Rahmenbedingungen Energiewende – Notes on a Great Project from a Regulatory Perspective. Keynote auf der Mannheim Energy Conference 2015, Sustainable Energy Markets, 7./8. Mai 2015. Zur Wahrscheinlichkeit im EnWG. In: Recht und Energie, Liber amicorum für Ulrich Büdenbender zum 70. Geburtstag, Hrsg. Rosin/Uhle, De Gruyter, 2018. Herausforderungen und Risiken aus der Elektromobilität für Verteilnetzbetreiber. In: VDA Technischer Kongress 2019, Berlin. Stabile Rahmenbedingungen! Eine kleine Reflektion über eine beliebte Forderung der Energiewirtschaft. In: Staatliche Industriepolitik versus soziale Marktwirtschaft – am Beispiel der Energie‑ und Klimaschutzpolitik, Schriftenreihe des Forums für Zukunftsenergien, Berlin, 2020. mit Thomas Fritz, Dennis Manteuffel und Jörg Stäglich: Steuerbare Wallboxen schaffen Zeit für Netzausbau. In: emw 4/2021. Die konzeptionelle Lücke der Energiewende und wie der Markt sie füllt. In: Resilienz – Innovation – Wachstum, Schriftenreihe des Forums für Zukunftsenergien, Berlin, 2022. Der Konsens in der Energiepolitik: Vom Ausstieg aus der Windenergie, vom Wiedereinstieg in die Kernkraft und vom vergessenen Kohleausstieg. In: EID, Sonderheft „75 Jahre EID“, 2022.
Einzelnachweise
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