Heinrich Friedrich Fetschow (* 11. September 1755 in Dalldorf; † 18. Dezember 1812 in Berlin) war ein Berliner Kaufmann und Bankier.
Leben Fetschow wurde als Sohn des Predigers Gottlieb Michael Fetschow (1713–1792)Gottlieb Michael Fetschow. In: Find a Grave. Abgerufen am 29. März 2026 geboren. Er lernte und ‚diente‘ von 1771 bis 1779 in der Berliner Material- und Speditionshandlung von Johann Siegmund Krämer. 1785 machte er sich selbstständig und gründete ein Kommissions-, Wechsel- und Speditionsgeschäft, das er in dem 1787 von ihm erworbenen Haus Klosterstraße 87 führte. Er war verheiratet mit Henrietta Sophia Maue (1761–1850),Berlin, St. Marien, Tote 1838–1855, In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [Datenbank online] einer Tochter des Direktors der Splitgerberschen Zuckersiedereien Martin Friedrich Maue. Deren Schwester, die seit 1782 mit dem Bankier Christian Christoph Engel verheiratet war, verkaufte ihm nach dem Tod ihres Mannes 1791 die angesehene Wechselhandlung Chr. Heinr. Scheel & Söhne, die ihr Mann von 1781 bis 1791 unter seinem Namen geführt hatte. Dadurch stieg die Firma zu einer der bedeutenderen in ihrer Branche auf. Die Firma nannte sich bis 1799 H. F. Fetschow & Jury, da Carl Wilhelm Jury, ehemaliger Mitarbeiter Engels, sein Geschäftspartner wurde. Von 1800 bis 1805 war Fetschow wieder Alleininhaber der Firma H. F. Fetschow. Das Ehepaar Fetschow hatte drei Töchter und keine Söhne. Die Töchter heirateten drei Brüder der Familie Brose. Die Tochter Henriette (1786–1815) heiratete 1805 den Bankier Christian Wilhelm Brose, der im selben Jahr Teilhaber wurde. Seitdem führte die Firma den Namen H. F. Fetschow & Sohn. Die Tochter Charlotte Friederike (1790–1858) heirateten den Buchhalter Georg Ferdinand BroseBerlin Marienkirche, Heiraten 1804–1831, Seite 137. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [Datenbank online] und Auguste Amalie (1792–1866) den Kaufmann Arndt Eduard Brose.Berlin Marienkirche, Heiraten 1804–1831, Seite 75. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [Datenbank online] Im Jahr 1811 ließ Fetschow auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks Klosterstraße 87 an Stelle eines 1573 erbauten Hauses einen Neubau errichten. Fetschow war auch Direktionsmitglied der Streitschen Stiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger Schüler des Gymnasiums zum Grauen Kloster.
Seit etwa 1788 hatten Fetschows im Dorf Niederschönhausen einen Sommersitz gepachtet, den sie 1802 vom Bauern Kraft erwerben konnten (heute Dietzgenstraße 51–53). Dort empfingen sie viele prominente Gäste, u. a. auch Carl Maria von Weber. Nach Fetschows Tod erweiterte seine Witwe das Anwesen und ließ ein neues Gebäude errichten, das sogenannte Holländerhaus. Nach ihrem Tod im Jahr 1850 verkauften die Erben den Besitz.
mini|Klosterstraße 87, Sitz des Bankhauses H. F. Fetschow & Sohn, Aufnahme um 1885 Firma H. F. Fetschow & Sohn Nach dem Tod Fetschows führte sein Schwiegersohn Christian Wilhelm Brose die Firma als Alleininhaber weiter. Sie entwickelte sich zu einem der bedeutenden Bankhäuser der Stadt. So gehörte die Firma 1835 zusammen mit den führenden Bank- und Handelshäusern wie Schickler, Oppenheim, Keibel und Bendemann zu den Initiatoren zum Bau der Berlin-Potsdamer Eisenbahn. 1846 wurde Broses Sohn Heinrich Friedrich Wilhelm Brose (1807–1869) Mitinhaber der Firma. Als der 1869 starb, nahm Fetschow dessen Witwe Henriette Caroline Elisabeth Brose, geb. Brendel (ca. 1822–1889) sowie seinen ältesten Enkel Carl Friedrich Wilhelm Brose (1847–1877) als Teilhaber auf.Carl Friedrich Wilhelm Brose. In: DNB Katalog. Abgerufen am 29. März 2026 Seit 1857 war der Kommerzienrat Adolph Preuss (ca. 1831–1892) Mitarbeiter der Firma. 1886 wurde er gemeinsam mit der Witwe Amalie Brose, geb. Karsten (1794–1889) Inhaber und 1889 alleiniger Inhaber. Ihm folgten 1892 sein Sohn Eugen Preuss und 1912 sein Sohn Dr. Curt Preuss. Eugen Preuß ließ 1908 das Haus Klosterstraße 87 abreißen und vom Regierungsbaumeister Robert Leibnitz einen Neubau errichten. 1935 feierte die Firma ihr 150-jähriges Bestehen.Festschrift: H. F. Fetschow & Sohn, Bank gegr. anno 1785 Die letzte Erwähnung findet die Firma 1943. Das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Heute steht dort der Fernsehturm.
Literatur
Weblinks Fetschow, Heinrich Friedrich. In: Carl Maria von Weber Gesamtausgabe. Abgerufen am 29. März 2026
Einzelnachweise
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