mini|Ortsansicht Rietze ist ein kleiner Wohnplatz südlich von Baruth/Mark, der eng mit Friedrichshof und der Standesherrschaft Baruth verbunden war. Der Ort entstand aus einer Meierei- und Forstwirtschaftssiedlung des 18. und 19. Jahrhunderts und gehörte seit 1983 gemeinsam mit Friedrichshof zur Gemeinde Rietzneuendorf-Staakow im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 434.
Geschichte und Etymologie Der Ortsname geht auf einen älteren Flurnamen zurück, der bereits 1593 als das Nasse holtz die Rietze belegt ist und in den Jahren 1772 als Holz der Ritz und 1802 als Rieze bezeichnet wurde. Der Name bezieht sich auf die Lage an der Dahme, die im Slawischen als Ritza bezeichnet wird.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 122, ISBN 3-937233-17-2. Die Siedlungsentwicklung setzte vergleichsweise spät ein. Zwar ist der Flurname früh belegt, doch entstand eine dauerhafte Ansiedlung erst im späten 18. Jahrhundert. Zwischen 1778 und 1786 ist eine erste Siedlung nachweisbar, 1791 wurde eine Meierei erwähnt, die 1800 neu angelegt wurde.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Rietze zu einer kleinen Kolonie mit mehreren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie einem Forsthaus. Die Gemarkung war im Jahr 1858 insgesamt 1401 Morgen groß und bestand zu 35 Mg aus Gehöften, 626 Mg Acker, 120 Mg Wiese und 260 Mg Weide. Die Einwohnerzahlen schwankten stark: 1858 lebten 60 Menschen im Ort, 1871 waren es 27, 1885 insgesamt 28, 1895 48 Einwohner sowie zusätzlich 25 im Forsthaus Rietze.
Im frühen 20. Jahrhundert ging die Zahl wieder zurück; 1905 wurden 36 Einwohner gezählt, 1925 waren es 28. Rietze bestand im Jahr 1860 mit Forsthaus Baruther Forst als Teil des Gutsbezirks Glashütte und wurde 1871 selbstständiger Gutsbezirk. Im Jahr 1885 war es ein Wohnplatz von Friedrichshof und erschien dort 1891 als Kolonie und Forsthaus, 1895 mit dem Wohnplatz Forsthaus Rietze. Ab 1905 war Rietze ein Wohnplatz von Friedrichshof und wurde 1983 mit Friedrichshof zur Gemeinde Rietzneuendorf-Friedrichshof vereinigt, die sich am 31. Dezember 2001 mit der Gemeinde Staakow zur neuen Gemeinde Rietzneuendorf-Staakow zusammenschloss.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 434 und 435.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1593 Kategorie:Rietzneuendorf-Staakow Kategorie:Ort im Landkreis Dahme-Spreewald