mini|Haus Weißenburger Straße 28 Der ehemalige Getreidespeicher Weißenburger Straße 28 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Eichstätt. Das Gebäude gilt als Jurahaus und wird unter der Nummer D-1-76-123-265 als Baudenkmal geführt. Heute wird das Gebäude als Moschee genutzt.
Lage Das Gebäude liegt westlich außerhalb der historischen Stadtmauer von Eichstätt. Der Getreidespeicher steht in den damals noch nahezu unbebauten Altmühlauen (Freiwasser).
Architektur und Geschichte
Laut Beschreibung der Bayerischen Denkmalliste handelt es sich um einen dreigeschossigen massiven Satteldachbau, zwischen 1781 und 1808/09 errichtet. Das Haus wurde massiv aus Kalkbruchstein errichtet.
Der Getreidespeicher wurde von den Eigentümern des in der Eichstätter Westenstraße ansässigen Ochsbräus bei den ebenfalls dem Ochsbräu gehörenden Wiesen und Garten errichtet. Laut dendrochronologischen Untersuchungen wurde das Bauholz 1781/1782 gefällt. Der Bau ist wohl einige Jahre später erfolgt. In den Abgabebüchern wird das Gebäude erstmalig 1787 erwähnt. 1838 verkaufte der Ochsbräu den Stadel. Ein weiterer Verkauf fand 1855 statt, der Erwerber war das Kloster St. Walburg. Kaufpreis des Gebäudes mit den umliegenden Wiesen waren 3600 Gulden. 1904 gelangte das Gebäude in den Besitz der in Eichstätt ansässigen Englischen Fräulein. Diese nutzten den Stadel noch bis ca. 1960 landwirtschaftlich. Das Untergeschoss wurde als PKW-Werkstatt und als Papierlager der Eichstätter Druckerei Brönner & Daentler verpachtet. 1984 wurde das Gebäude an die Sparkasse Eichstätt verkauft. Diese plante den Abriss des Gebäudes, der von den zuständigen Behörden aber nicht genehmigt wurde. Das Haus wurde daraufhin an einen Bildhauer verkauft.Johann Kraus in Das Jurahaus Nr. 11, ISSN 0948-5066: Online abrufbar auf: Das Jurahaus - Nummer 11 1995 wurde das Haus schließlich an den Türkisch-Islamischen Kulturverein Eichstätt verkauft. Von 2004 bis 2005 fand eine Renovierung des Gebäudes statt. Dabei wurde das Gebäude für die Nutzung als Moschee umgebaut. Während äußerlich der historische Eindruck fast vollständig wiederhergestellt wurde – nur an der südlichen Giebelseite wurde ein zusätzlicher Erker als Gebetsnische errichtet – wurde der Innenraum des Gebäudes umfassend umgebaut. Unter anderem wurden die Statik des Gebäudes verbessert und Waschräume sowie zwei Gebetsräume eingerichtet.
Einzelnachweise
Weissenburger Strasse 28 Weissenburger Strasse 28 Kategorie:Jurahaus Kategorie:Moschee in Bayern Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Eichstätt Kategorie:Erbaut 1787