Petra Sußner ist eine Juristin und Rechtswissenschaftlerin, die vor allem zu Geschlechterfragen im Recht, Asyl- und Migrationsrecht, Umwelt- und Klimarecht sowie digitaler Gewalt arbeitet. Seit April 2025 hat sie eine Gastprofessur für Recht mit Schwerpunkt Geschlechterfragen an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin inne.

Leben Sußner studierte Rechtswissenschaft an der Universität Wien und schloss das Studium 2006 als Magistra iuris ab. Nach dem Studium arbeitete sie in Wien als Rechtsanwaltsanwärterin, übernahm Rechtsberatungstätigkeiten für den Diakonie Flüchtlingsdienst und die Caritas Eisenstadt und war von 2013 bis 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am österreichischen Verwaltungsgerichtshof. 2019 wurde sie an der Universität Wien mit einer Arbeit zu Geschlecht, Sexualität und Asyl promoviert; 2020 erschien daraus das Buch Flucht – Geschlecht – Sexualität. Von 2018 bis 2024 arbeitete sie an der Humboldt-Universität zu Berlin in der DFG-Forschungsgruppe Recht – Geschlecht – Kollektivität, zunächst zu Asylrecht und später auch zu Umweltrecht und Umweltklagen; 2024 leitete sie dort zudem das Projekt Re:Law/lehre.

Wirken Ein Schwerpunkt ihres Wirkens ist das europäische Asylrecht, insbesondere der Schutz von LGBTIQ-Geflüchteten vor heteronormativen, stereotypisierenden und gewaltförmigen Ausschlüssen im Aufnahme- und Asylverfahren. Für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt sie 2019 den Gabriele-Possanner-Förderungspreis; die Buchpublikation wurde 2020 mit dem Pride Biz Austria Forschungspreis ausgezeichnet. Zu ihren weiteren Arbeitsfeldern gehören Legal Gender Studies, Menschenrechte sowie Fragen intersektionaler Klimaklagen; 2023 veröffentlichte sie auf Verfassungsblog den Beitrag Intersectionality in Climate Litigation zum Fall KlimaSeniorinnen v. Switzerland. Sie geht davon aus, dass bei digitaler Gewalt und sexualisierten Deepfakes das Strafrecht allein nicht ausreiche und dass Prävention, Plattformverantwortung sowie ein besserer Zugang zum Recht für Betroffene gestärkt werden müssten.

Publikationen Monografien 2020: Flucht – Geschlecht – Sexualität: Eine menschenrechtsbasierte Perspektive auf Grundversorgung und Asylberechtigung. Verlag Österreich, Wien 2020, ISBN 978-3-7046-8598-8. Journalbeiträge 2021: (mit Ida Westphal, Eva Pentz:) „Klimaklagen liefern strukturell perfekte Fragen für Verfassungsgerichte“ – Interview mit Verena Madner (Vizepräsidentin des österreichischen Verfassungsgerichtshofs) und Susanne Baer (Richterin des deutschen Bundesverfassungsgerichts) zur Rolle der Gerichte in der Klimakrise. In: Juridikum, 1/2022, S. 68–82. 2021: Das reicht (noch) nicht: wo ist das Problem mit Heteronormativität im Asylrecht? In: Asylmagazin, 7/8, 2021, S. 248–256. 2022: Addressing Heteronormativity: The No-So-Lost Requirement of Discretion in Austrian Asylum Law. In: International Journal of Refugee Law, Jg. 33, Heft 1, 2022, S. 31–53. 2023: Intersektionalität als Strategie: der Fall Klimaseniorinnen v. Switzerland. In: Zeitschrift des Deutschen Juristinnenbundes, Jg. 26, Heft 2, 2023, S. 74–76. 2023: (als Hrsg. mit Martin Gerecke:) Gerichte im Kontext. Empirische und interdisziplinäre Zugänge zum Asylrecht, (= Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung, Jg. 7, Heft 1, 2023). Nomos, Baden-Baden 2023.

Weblinks

Profil an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Portrait Gegen Stereotype im Rechtssystem bei Der Standard, 21. März 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Rechtswissenschaftler (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau