miniatur|Eingang zum Palazzo Betturri in Configno Der Palazzo Betturri ist ein Palast aus dem 19. Jahrhundert im Ortsteil Configno der Gemeinde Amatrice in der italienischen Region Latium. Er liegt im Viale del Piano. Einer örtlichen Sage nach wurden in diesem Gebäude die Spaghetti all’amatriciana erfunden.

Geschichte miniatur|links|Zeichnung des Projektes Antonio Betturri beauftragte 1879 Domenico, genannt Saraghella, einen Unternehmer im Holz-, Wein- und Ölsektor mit dem Bau. Inspiriert war das Projekt von dem kleinen Palast des Don Rodrigo, den Alessandro Manzoni in seinen Werk I Promessi Sposi beschrieb. Es handelt sich um ein freistehendes viereckiges Gebäude mit Garten auf symmetrischem Grundriss mit einem Aussichtsturm. Es erstreckt sich über drei Stockwerke und dient Wohnzwecken. Errichtet wurde es Casino-Stil als Landhaus oder Residenz auf dem Lande. Der Palast wurde als von kulturellem Interesse eingestuft. Das gesamte damalige Mobiliar ist in einer genauen Inventarliste beschrieben, die im Staatsarchiv von L’Aquila aufbewahrt wird. Diese Liste ist von besonderem Interesse, weil sie nicht nur das Mobiliar, die damaligen Sanitär- und Elektroinstallationen, die Werkzeuge, die Waffen und die Kutschen erwähnt, sondern auch alle Haushaltsgegenstände und Vorräte eines Palastes auf dem Lande Ende des 19. Jahrhunderts.

Am 27. Mai 1944 wurde das Gebäude von einer motorisierten Abteilung der 10. Armee der Wehrmacht unter General Heinrich von Vietinghoff requiriert. Im zweiten Obergeschoss sind heute noch die originalen Skripten der Nationalsozialisten erhalten.

Man erzählt sich, dass in diesem Palast das Rezept für die Spaghetti all'amatriciana erfunden worden sein soll. Auf einer Marmortafel im benachbarten Museo di Configno steht: “All’interno di questi fabbricati nacquero gli spaghetti all’amatriciana. Nell’estate del 1882, in occasione della festa patronale del paese, Antonio Betturri mercante, avendo ospiti presso la sua nuova casa i parroci di Configno, Nommisci e Pinaco, don Angelo Crisciotti, don Giovanni Di Carlo e Don Giuseppe Minozzi, versò il contenuto dei suoi barattoli di pomodoro che importava dal Salento nella padella della Gricia, così magicamente nasceva la pasta all’amatriciana”(dt.: In diesem Gebäude wurden die Spaghetti all’amatriciana geboren. Im Sommer 1882 hatte der Kaufmann Antonio Betturri anlässlich des Patronatsfestes des Dorfes die Pfarrer von Configno, Nommisci und Pinaco, Don Angelo Crisciotti, Don Giovanni di Carlo und Don Giuseppe Minozzi, in sein neues Haus eingeladen, schüttete den Inhalt seiner Tomatendosen aus, die er von Salento in der Gricia-Pfanne eingeführt hatte, und so entstanden auf magische Weise die Nudeln all’amatriciana.)

Zurzeit kann der Palast wegen Schäden, die das Erdbeben in Amatrice am 24. August 2016 verursacht hat, nicht betreten werden.

Beschreibung miniatur|Einer der Säle im Palazzo Betturri Der Bau stammt aus den Jahren 1879–1881, wie eine Steintafel an der Umfassungsmauer des Parks angibt, und dort steht eine majestätische, Jahrhunderte alte Platane namens „Dell’Altalena“, die von der Straße Lungotevere in Rom stammt und von Bauherrn in den 1870er-Jahren hierher verpflanzt wurde. Zum Bau des Hauses wurde die Reste der Einsiedelei des Heiligen Stephanus verwendet und dies ist von bemerkenswertem Interesse, weil dies dem Gebäude nicht nur einen bedeutenden symbolischen und intrinsischen Wert verleiht, sondern auch Informationen über ein altes Kultgebäude enthält, das heute verschwunden ist.

Ein Element von vielen, das als Bestätigung der Wiederverwendung von künstlerischen Bauelementen der Einsiedelei des Heiligen Stephanus dienen kann, ist ein Tympanon, das mit einem Kreuz behauen und für den Bau des Hauses verwendet wurde. Der kleine Palast hat einen quadratischen Grundriss mit 15 Metern Seitenlänge und neben der Umfassungsmauer gibt es noch doppelte, kreuzförmig angeordnete, innere Hauptmauern, die in der Mitte einen Aussichtsturm tragen.

Ende der 1870er-Jahre war das Phänomen der Räuberei bereits abgeklungen, aber dieser Fortschritt wurde von der Bevölkerung im südlichen Mittelitalien noch nicht vollständig wahrgenommen. Darüber hinaus wurde zur Verteidigung des Gebäudes Umfassungsmauer aus Stein mit mindestens 3 Meter und maximal 5 Meter Höhe errichtet. Auf der Nordseite, zur Siedlung Configno hin, die vom Aussichtsturm aus nicht gut einzusehen war, wurden zwei Nischen mit Schießscharten für Gewehre und zwei Aussichtsfensterchen ausgestattet. Die Innenräume zeichnen sich durch bemerkenswerte architektonische Elemente, wie Tonnengewölbe, Bögen und ein Kreuzgewölbe aus. Die Küche zeigt bedeutende Elemente, wie den Kamin aus dem Jahre 1881 und originale Keramiköfen aus. Die Säle sind mit feinen Fresken versehen.

Einzelnachweise und Bemerkungen Francesca Sabatini: Amatrice: storia e storie di una comunità elastica in L. Bindi (Hrsg.): Le vie della transumanza. Un patrimonio bio-culturale per la rigenerazione territoriale. Palladino, 2020. S. 293–311.

mit Sitz in Rom in der Via di Sant’Elena, 3, in den Räumlichkeiten im Gebäude des Sankt-Anna-Klosters, das 1888 im Zuge der Durchbrüche der Via Arenula abgerissen wurde. Geboren in Configno am 10. April 1840, gestorben in Rom am 11. Oktober 1888 und im Cimitero Monumentale del Verano bei „Sangue Sparso“ beerdigt, registriert im Blatt 598 von 1888, Ordnungsnummer 8983. Die originale Zeichnung wird im Museo delle Arti e Tradizioni popolari in Configno aufbewahrt. Alessandro Manzoni: Promessi Sposi. Kap. V. Zitat: «sorgeva isolato più in su del paesello (...) squadrato (...) con la sua torre piatta». (dt.: Er stand isoliert über dem Dorf (...) viereckig (...) mit seinem flachen Turm.) Als Casino bezeichnet man ein stattliches Landhaus, wie es bis zum 17. Jahrhundert üblich war, mit bemerkenswerter Größe als Wohnhaus, Symbol der Macht der Familie, um deren gesellschaftliche Position zu zeigen. lt. Beschluss des Stadtrates von Amatrice Nr. 24 vom 11. März 2022. Notarielle Urkunde von Massimi in L’Aqila in den Abruzzen vom 17. Dezember 1888, registiert in Amatrice unter Band 5, Nr. 119. Anordnung der Feuerwehr vom 17. Dezember 2016, Nr. 1647/01810. Doktorarbeit in Geschichte von Emma Moriconi vom 22. Februar 2022. Tiefergehende Studien von Professor Adriano Ruggeri identifzierten die Kirche des Heiligen Stephanus della Valle als bereits 1567 baufällig..

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