Die Karlshafen ist ein Fahrgastschiff der Reederei Flotte Weser und wird als Tagesausflugsschiff im Linienverkehr sowie für Themenfahrten auf der Weser rund um die Stadt Hameln eingesetzt. Zugelassen ist das Schiff für maximal 400 Personen.
Geschichte Das Schiff wurde im Jahr 1970 unter der Baunummer 172 auf der Schiffswerft Wilhelm Rasche in Uffeln (Vlotho) für die Oberweser-Dampfschiffahrt GmbH (OWD) gebaut. Die Fertigung des Schiffsrumpfes (Kasko) erfolgte bei der Firma Boost in Trier. Die Indienststellung erfolgte am 16. Mai 1970.
Benannt wurde das Schiff nach der Stadt Bad Karlshafen, die aber erst 1977 den Städtebeinamen Bad erhielt. Mit der 1971 ebenfalls bei Rasche gebauten Stadt Hameln gab es zur Karlshafen ein baugleiches Schwesterschiff.
Bei Werftarbeiten im Jahr 1997 wurde die Karlshafen durch einen Brand erheblich beschädigt, worauf sie von der Arminiuswerft in Bodenwerder ein neues Mitteldeck erhielt, das mit seitlichen Promenadengängen außen begehbar ist. Vor dem Umbau war das Mitteldeck seitlich außenbündig vom Rumpf hochgezogen. Neben einer moderneren Inneneinrichtung erhielt das Schiff auch neue Fenster, welche die klassischen, von früheren Reisezugwagen der Eisenbahn bekannten, Übersetzfenster ersetzten.
Das Schiff Die Karlshafen ist nach dem Umbau der Höxter das zweitgrößte Fahrgastschiff der Flotte Weser. Es besitzt insgesamt drei Decks, das oberste Deck mit dem Fahrstand als offenes Sonnendeck, das 1998 neu gestaltete Hauptdeck mit einem Freideck am Bug, einem vorderen Salon für 50 Personen, Theke, Information/Zahlmeisterbüro sowie einem achteren, überdachten Freideck. Im Unterdeck sind im Vorschiff ein weiterer, größerer Salon, der 140 Personen Platz bietet, mittschiffs außenliegend jeweils die Fahrgasttoiletten, Motoren und im achteren Bereich Theke, Küche, Lager und die Besatzungsunterkünfte untergebracht.aushängender General- bzw. Sicherheitsplan an Bord der Karlshafen
Angetrieben wird das Schiff von zwei Mercedes-Benz-Dieselmotoren, die als getrennte Backbord- und Steuerbordmaschine auf jeweils einen der beiden drehbaren Schottel-Ruderpropeller wirken, welche sich mittschiffs unter den seitlichen Erkern befinden. Zusätzlich sind am Heck zwei Balance-Ruder mit elektrohydraulischer Steuerung untergebracht. Als weitere Manövrierhilfe dient eine Bug- bzw. Querstrahlsteueranlage in klassischer Tunnelbauweise.
Einsatzgebiet Im Fahrplanbetrieb ist das Schiff in Hameln stationiert und wird hauptsächlich für Rund- und Linienfahrten bis Bodenwerder eingesetzt. Aufgrund des verhältnismäßig hohen Tiefgangs von 96 cm ist das Schiff auf der Oberweser nur eingeschränkt einsetzbar, nicht zuletzt da in der Vergangenheit der Betrieb wegen Niedrigwassers vorzeitig eingestellt werden musste. Für Rundfahrten in Hameln verkehren die Schiffe dagegen im Stauwasser der Wehre und sind somit von niedrigen Pegelständen flussaufwärts weniger betroffen.
Siehe auch Geschichte der Personenschifffahrt auf der Weser
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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