mini|Nils Gustaf von Heidenstam Nils Gustaf von Heidenstam (* 2. Juni 1822 in Blekinge; † 2. Juni 1887 in Stockholm) war ein schwedischer Ingenieur und Leuchtturmkonstrukteur, der 20 Jahre für das Leuchtturmbauamt und von 1850 bis 1887 als Chefingenieur der schwedischen königlichen Lotsenbehörde () tätig war.
Ausbildung Seine Herkunft gründet sich auf ein Schwedisches Adelsgeschlecht mit deutschen Wurzeln (Q122916560) lt. Wikidata ID. Von Heidenstam begann seine Laufbahn im Alter von 14 Jahren mit einer Aufnahmeprüfung im Jahr 1836 beim Marineinformationsamt in Karlskrona. Im selben Jahr war er als Kadett auf der Brigg HMS Harmonium. Im April 1837 schloss er seine Ausbildung zum Artillerieunteroffizier der Marine ab. Zwei Jahre später wurde er Hilfsingenieur im Pionierkorps und diente im Sommer 1840 bei den Festungswerken in Karlsborg. Im folgenden Jahr absolvierte er die Universität Lund, legte anschließend die Offiziersprüfung im Pionierkorps ab und wurde im Juni 1842 zum Leutnant befördert.
Wirken 1849 wurde er als Ingenieur bei der Leuchtturm- und Seezeichenabteilung der Lotsenbehörde angestellt. Der Leuchtturm von Gäven wurde 1852 nach seinen Entwürfen als Lotsenmarke zur Anfahrt nach Lysekil errichtet.Leuchtturm von Gäven Eine originalgetreue Nachbildung befindet sich seit 2009 auf dem Campingplatz Vindöns, nördlich von Henån.Wahrzeichen der Marina und Campingplatz Von Heidenstam erhielt von der Lotsenbehörde den Auftrag, ein umfassendes Leuchtturmsystem entlang der schwedischen Küste zu entwerfen, wofür er 1856 einen detaillierten Planentwurf vorlegte.
Von Heidenstam wurde in Schweden vor allem durch die Einführung von Leuchttürmen aus Eisen bekannt. Er erkannte mehrere Vorteile im Wechsel zu Eisen: geringere Herstellungskosten, einfacheres Aufstellen und Errichten des Leuchtturms sowie die Möglichkeit, ihn später bei Bedarf zu versetzen. Von Heidenstams Konstruktion trug maßgeblich zum rasanten Wachstum der Leuchtturmindustrie in den folgenden zwanzig Jahren bei. Für ihn selbst bedeutete die positive Resonanz die Bestätigung seiner wichtigen Position in der Lotsenbehörde, die später zu seiner Ernennung zum Major und Chefingenieur bei der Lotsenbehörde führte. (schwedisch) Zwei Jahre später wurde er zum Chefingenieur der Lotsen- und Leuchtturmbehörde im Leuchtturmbauamt () des Königreichs ernannt.
Neben einer Reihe von Leuchttürmen in Schweden entwarf er auch einen gusseisernen Leuchtturm für das finnische Bogskär vor Åland und leitete dessen Bau von 1880 bis 1882 zu seiner Fertigstellung. 1885 folgte ein weiterer Leuchtturm Strömmingsbådan.
Maritime Projekte Von Heidenstam entwickelte eine Leuchtturmkonstruktion aus Eisen, die aus Rohren mit diagonalen Streben um eine zentrale Eisensäule bestand. Diese Leuchttürme wurden später im Sprachgebrauch als Heidenstam-Leuchttürme oder HeidenstammerHeidenstammer Leuchtturmkonstruktion In: Schwedischer Leuchtturmverein bekannt. Zu von Heidenstams zahlreichen Werken gehören unter anderem die folgenden: Leuchtturm von Grimskär bei Kalmar (1851) Leuchtturm bei Hjortens udde (1852) am westlichen Vänernsee, Staatsdenkmal (SBM 2017)Hjortens Fyr B2025:25596 Zwei Leuchttürme auf Gotska Sandön, Hamnudden (1858–1859), Staatsdenkmal (SBM 1935) Beide Leuchttürme von Sandhammaren (1862) in Ystad, Staatsdenkmal (SBM 1978) Leuchtturm von Häradskär (1863) südöstlich von ValdemarsvikGustaf von Heidenstams Beschreibung des Leuchtturms auf Häradskär (schwedisch) Leuchtturm Måseskär (1865) westlich von Orust, Staatsdenkmal (SBM 2017) Leuchtturm von Väderöbod (1867) westlich von Fjällbacka, bis 1964 Leuchtturm Pater Noster (1868) westlich von Marstrand, Staatsdenkmal (SBM 2015)Fyren Pater Noster B2025:21417 außerhalb von Marstrand Leuchtturm Utklippan (1870) außerhalb von Karlskrona, Staatsdenkmal (SBM 1935) Leuchtturm von Kapelludden (1872) auf Öland, Staatsdenkmal (SBM 1978) Leuchtturm Svenska Högarna (1874) im nördlichen Schärengarten von Stockholm Leuchtturm Bogskär (1882) im südöstlichen Archipel von Åland Leuchtturm Strömmingsbådan (1885) in der Kvarken-Straße
Auszeichnungen und Ehrungen Im Laufe seiner Tätigkeit wurde er mit einer Reihe von Orden und Ehrungen ausgezeichnet.
Privat Während seiner Zeit in der Lotsenverwaltung, heiratete Gustaf von Heidenstam 1857 seine Frau, Charlotta Rütterskiöld (1837–1917). Aus dieser Ehe ging 1859 ein Sohn, Verner von Heidenstam hervor, der später ein bekannter Schriftsteller und Nobelpreisträger wurde.
Nach schweren Nierenproblemen, einer langen Krankheitsphase und einem Streit mit seinem Sohn beging Gustaf von Heidenstam an seinem 65. Geburtstag Selbstmord. Er wurde am 15. Oktober 1887 im Krematorium Hagalund eingeäschert. Sein Sohn Verner verstreute seine Asche im Vätternsee. Sein Nachfolger im Amt wurde Gustaf Erik Höjer (18??-1891).
Weblinks
Schwedischer Leuchtturmverein
Einzelnachweise
Kategorie:Ingenieur Kategorie:Adliger (Schweden) Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1822 Kategorie:Gestorben 1887 Kategorie:Mann