mini|Benjamin Prins, Februar 2026 Benjamin Prins (* 25. April 1982 in Lisieux) ist ein französischer Opern- und Musiktheaterregisseur und Operndirektor.
Biografie Benjamin Prins wuchs in Yvetot in der Normandie auf. Im Alter von 10 Jahren trat er dem Kinderchor Maîtrise de Seine-Maritime bei und erlebte seine ersten Konzerterfahrungen in der Opéra de Rouen Haute-Normandie (Intendant Marc Adam).
Seine ersten Begegnungen mit Opern wie La Bohème & Tosca (Puccini), Carmen (Bizet), Orphée aux Enfers (Offenbach), Wozzeck (Berg), Die Zauberflöte (Mozart), sowie Werke von Britten prägten sein Verständnis für diese Kunstgattung. Zudem schloss er sich der städtischen Theatergruppe von Yvetot Le Théâtre en Face unter der Leitung von Marie-Frédérique Dehays an, wo Prins Techniken des zeitgenössischen Theaters erlernte, inspiriert von der Ensemblearbeit des Théâtre du Soleil. Im Alter von 17 Jahren ging er im Rahmen eines Schüleraustausches nach Wichita (Kansas, USA) und spielte in verschiedenen Produktionen, wie zum Beispiel in dem Musical Godspell und A Midsummer Night’s Dream‘ mit.
Prins begann nach seiner Rückkehr nach Frankreich zunächst ein Jura-Studium. Außerdem absolvierte er parallel am Théâtre des Cordes in Cean eine Schauspielausbildung.
2007 begann er sein Studium der Musiktheaterregie in die Opernklasse von Reto Nickler an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, dass er 2012 mit Diplom abschloss. Während dieser Zeit arbeitete er als Regieassistent und künstlerischer Mitarbeiter in Produktionen der Wiener Staatsoper, der Volksoper Wien, Theater an der Wien, Bayerische Staatsoper, Oper Köln, Teatro la Fenice (Venedig), Opernhaus Wuppertal, Lehár-Festival Bad Ischl & Opernhaus Shanghai mit. Er arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Olivier Py, Carlos Wagner und Johannes Weigand zusammen.
Nach seinem Studium begann Prins mit ersten eigenständigen Inszenierungen an verschiedenen Opernhäusern wie dem Theater Erfurt, Anhaltischen Theater Dessau und dem Staatstheater Braunschweig.
An der Opera Zuid (Niederlande) inszenierte Prins 2019 Fantasio von Jacques Offenbach. Eine weitere Produktion an der Opera Zuid, Orphée aux enfers (Jacques Offenbach) von 2023, erhielt eine Nominierung für den niederländischen Theaterpreis der Vereniging van Schouwburg- en Concertgebouwdirecties (VSCD).
Neben seiner Regiearbeit ist er immer wieder auch als Schauspieler, Autor, Dramaturg und Übersetzer für Musiktheaterproduktionen tätig.
Benjamin Prins entdeckte für sich die Alexander-Technik als Methode zur Verbesserung von Körperhaltung und Bewegungsabläufen und studierte von 2019 bis 2022 dieses Fach am ‚Centre de Formation de Technique Alexander‘ bei Agnès de Brunhoff in Paris.
Prins ist seit der Spielzeit 2022/23 Operndirektor am Theater Nordhausen (Thüringen).
Inszenierungen Oper 2013: The Beggar’s Opera (von Benjamin Britten) an der Opéra National de Montpellier 2015: Faust (von Charles Gounod) am Theater Erfurt 2016: Così fan tutte (von Wolfgang Amadeus Mozart) am Theater Erfurt 2016: Herzog Blaubarts Burg (von Béla Bartók) am Anhaltischen Theater Dessau 2017: Die lustigen Weiber von Windsor (von Otto Nicolai) am Anhaltischen Theater Dessau 2017: Werther (von Jules Massenet) am Staatstheater Braunschweig 2019: Fantasio (von Jacques Offenbach) an der Opera Zuid 2023: Don Giovanni (von Wolfgang Amadeus Mozart) am Theater Nordhausen 2023: Im weißen Rößl (von Ralph Benatzky) am Theater Nordhausen 2023: Orphée aux enfers (von Jacques Offenbach) an der Opera Zuid 2024: Roméo et Juliette (von Charles Gounod) am Theater Nordhausen 2024: Carmen (von Georges Bizet) am Theater Nordhausen 2024: Turandot (von Giacomo Puccini) bei den Schlossfestspiele Sondershausen am Theater Nordhausen 2024: Idomeneo (von Wolfgang Amadeus Mozart) am Theater Nordhausen 2025: Les Contes d’Hoffmann (von Jacques Offenbach) am Theater Nordhausen
Inszenierungen Schauspiel 2009: Die kahle Sängerin (von Eugène Ionesco) an der HLMW9 Michelbeuern in Wien 2010: Exercices de style (von Raymond Queneau) an der HLMW9 Michelbeuern in Wien 2014: Antigone (von Sophokles) beim Festival Festin de Pierres in Montpellier
Als Schauspieler 2014: Employé & Alphonse in La vie parisienne - Jacques Offenbach - Opéra national du Rhin 2019: Erzähler L’île de Tulipatan & Ba-ta-clan - Jacques Offenbach - Wiener Kammeroper 2020: Dr. Brook Lady in the Dark - Kurt Weill Opera Fuoco (Conservatoire M. Ravel) in Levallois-Perret (musikalische Leitung David Stern) 2024: Dr. Dryser & Großfürst Paul - Märchen im Grand Hotel - Paul Abraham (Regie: Matthias Kitter) - Theater Nordhausen
Dramaturgie / Übersetzungen / Dialogbearbeitungen 2013: Blanche-Neige - Übersetzung, Opéra national du Rhin 2013: The Beggar's Opera - Übersetzung & Dialogbearbeitung, Opéra national de Montpellier 2014: La Princesse de Trébizonde von Jacques Offenbach - Co-Adaptation, Dialoge, Opéra de Saint-Étienne 2014: La vie parisienne von Offenbach - Co-Adaptation Dialoge, Mulhouse Symphony Orchestra 2015: Geneviève de Brabant von Jacques Offenbach - Co-Adaptation Dialoge, Opéra national de Montpellier 2017: Vous qui savez ce qu’est l’amour - Libretto-Adaptation, Opéra de Limoges / Théâtre d’Agen / Compagnie La Marginaire 2022: Une chanson pour la lune von Matilde Wantenaar - Übersetzung, Théâtre royal de la Monnaie, Brüssel 2025: Valemon, roi des ours polaires von Susanne Felicitas Wolff - Übersetzung, Philharmonie Luxembourg
Musiktheater / Bühnenprojekte - Film (Autor) 2017: Co-Autor des Spielfilm-Drehbuchs zu Les Contes d’Hoffmann für die Pariser Produktionsfirma Room 237 2018–2021: Les Explorateurs Trilogie: Les aventures de Fernão et Pinto, La princesse mystérieuse, Le vieux roi et la lune - Co-Autor mit Pénélope Driant & Nina Ball für das Ensemble Sete Lágrimas, Philharmonie Luxembourg 2021: Crazy Kids Cabaret – Co-Autor mit Hélène Gustin, Philharmonie Luxembourg 2026: Intergalactic Highway (Volle Fahrt ins All) - Text und Konzept, Philharmonie Luxembourg / Elbphilharmonie in Hamburg
Prins Inszenierungsstil ist eine Verbindung einer visuell geprägten Ästhetik und einer choreographischen, körperorientierten Schauspieltechnik, geprägt von den Methoden eines Jacques Lecoq, Jerzy Grotowski und der |Alexandertechnik.
Auszeichnungen 2018 Lauréat des Stipendiums Schreibresidenz der Cité Internationale des Arts, Paris 2023 Nominierung Für den niederländischen Theaterpreis VSCD Ovatie
Weblinks Offizielle Website Benjamin Prins am Theater Nordhausen
Einzelnachweise
Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Mann Kategorie:Opernregisseur