mini|Die Kirche von Südosten Die Evangelische Kirche Hasselbach ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Die bescheidene Dorfkirche aus dem Jahr 1797 erhebt sich in zentraler Lage in Hasselbach, einem Ortsteil der Stadt Waldkappel. Das im Tal der Wehre liegende Dorf wurde 1273 erstmals als „Haselbach“ im Urkundenbuch der Deutschordensballei Hessen erwähnt, als die Grafen von Bilstein ihre Rechte, unter anderem in Hasselbach, dem Deutschordenshaus Reichenbach schenkten.Hasselbach, Werra-Meißner-Kreis. In: Historisches Ortslexikon. Website des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen (LAGIS); abgerufen am 27. März 2026.

Die evangelische Kirchengemeinde Hasselbach gehört mit Waldkappel, Harmuthsachsen und Rodebach zum Kirchspiel Waldkappel. Mit den benachbarten Kirchspielen Bischhausen und Schemmern-Mäckelsdorf sind sie Teil des „Kooperationsraums Region Waldkappel“. Die Gemeinden gehören alle zum Kirchenkreis Werra-Meißner, innerhalb der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, im Sprengel Kassel.Kirchspiel Waldkappel auf der Website des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meissner; abgerufen am 27. März 2026.

Kirchengebäude Die heutige Kirche mit ihrem mittelalterlichen Kern wurde im Jahr 1797 errichtet. Über die Entstehungsgeschichte des Vorgängerbaus ist nichts bekannt. Zeitgenössische Aufzeichnungen, die über den Bau berichten, sind anscheinend nicht vorhanden. Auf dem in massivem Mauerwerk errichteten Gebäude sitzt über dem Langhaus ein vierseitiger verschieferter Dachreiter auf. Der Rechteckchor an der südöstlichen Seite wurde deutlich abgesetzt. Im Inneren wird der Kirchenraum von einer Flachdecke geschlossen, an der Nord- und Westwand erstreckt sich eine Empore mit kassettierter Brüstung. Zu den bemerkenswerten Ausstattungsgegenständen der Kirche gehören die Holzkanzel mit reichem Beschlagwerk und schmückenden Pinienzapfen sowie die Orgel mit barockem Prospekt.

Orgel Anfangs hatte die Kirche in Hasselbach eine Orgel von der Orgelbauerfamilie Schmerbach, die ihre Werkstatt im nordhessischen Frieda hatten und in Nordhessen, im Eichsfeld und in Südniedersachsen Musikinstrumente schufen. Allerdings ist nicht klar, wer aus den fünf Generationen sie gebaut hat. Es wird angenommen, dass es Johann Wilhelm Schmerbach der Ältere (* 1705; † 1789) war. Von dieser ursprünglichen Orgel ist nur noch der barocke Orgelprospekt erhalten geblieben. Die originalen Pfeifen und die anderen Teile der Orgel sind im Laufe der Zeit ersetzt worden. Im Zusammenhang mit einer umfangreichen Kirchenrenovierung wurde in den 2010er Jahren ein Instrument der Niestetaler Orgelbaufirma Bosch, das zuvor im evangelischen Gemeindehaus in Waldkappel stand, von der Werkstatt für Orgelbau Krawinkel aus Trendelburg-Deisel für die Hasselbacher Kirche umgearbeitet.Florian Künemund: In der Kirche in Hasselbach stecken drei Orgeln in einer. In: Werra-Rundschau vom 10. März 2019.; abgerufen am 27. März 2026.Die Orgel in Hasselbach ist wiederauferstanden. Website des Kooperationsraums Waldkappel; abgerufen am 27. März 2026.

Glocken Die drei Glocken des Geläuts der Kirche wurden im Jahr 1965 von der Glockengießerei Bachert in Baden-Württemberg gegossen. Die größte von ihnen, mit dem Ton d, trägt an der Schulter die Inschrift: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben Joh. 14.6“ und im unteren Teil: „Der Gemeinde Hasselbach gestiftet von Herrn Helmut Kropf, Kassel im Jahre 1965“. Die Mittlere mit dem Ton e, trägt an der Schulter die Inschrift: „Gott allein die Ehre“ sowie „Gott segne Hasselbach 1895 - 1965“. Letztere Jahreszahl soll sich auf das Gussjahr einer Vorgängerglocke beziehen, die, so wird vermutet, bei der Anschaffung des neuen Dreiergeläuts im Jahr 1965 in Zahlung gegeben wurde. Auf der Kleinen der drei, mit dem Ton fis, ist an der Schulter zu lesen: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort Jer. 22.29“.Dennis Willershausen: Die Glocken der Ev. Kirche Hasselbach Website des Kooperationsraums Waldkappel; abgerufen am 27. März 2026.

Denkmalschutz Wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung ist die Kirche nach § 2 Absatz 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes ein Kulturdenkmal und wurde in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen unter der Nummer 38869 eingetragen.Ev. Kirche Waldkappel-Hasselbach, Goethestraße 22. In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 27. März 2026. Die Kirche ist Teil der Gesamtanlage des Ortes, zu der als größtes zusammengehöriges Architekturensemble der ehemalige Gutshof der Herren von Hundelshausen gehört sowie die Bebauung im Bereich der Kirche. Diese wird aus geschichtlichen Gründen als schützenswert angesehen und besitzt im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen die Nummer 38866.Gesamtanlage Waldkappel-Hasselbach. In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 27. März 2026.

Literatur

Weblinks

Kirchengemeinde Hasselbach auf der Website des Kooperationsraums Waldkappel.

Einzelnachweise

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