Das Castello Nobili Vitelleschi ist eine Burg aus dem 10. Jahrhundert in Labro in der italienischen Region Latium. Sie liegt in der Via Santa Maria Maggiore, 4. Nach der Zerstörung von Teilen der Burg und dem Verlust der Feudalrechte Anfang des 16. Jahrhunderts baute sie die Eigentümerfamilie zu einer Adelsresidenz um, die sich an die Umfassungsmauer anlehnt.

Geschichte miniatur|links|Einer der Türme Im Jahre 956 empfing Aldobrandino de’ Nobili von Kaiser Otto I. die Investitur in die Siedlung Labro und in weitere 12 Burgen und Siedlungen auf dem Gebiet des Herzogtums Spoleto und in der Landschaft Rieti. Der Kaiser verlieh der Familie das Wappen mit dem gekrönten Adler, dem Symbol des Heiligen Römischen Reiches, und dem Fisch, der die Herrschaft der Familie über die Gewässer der Region zeigte.

Ursprünglich bestand die Befestigung von Labro aus einem imposanten, quadratischen Turm über der Siedlung, der seinerseits von einem Wehrmauer mit Wehrgang und weiteren sieben Türmen umgeben war. 1498 wurde die Familie von Papst Sixtus IV. exkommuniziert. Der Grund hierfür war der Mord an einem Priester durch Giovanni de’ Nobili. Die Folge der Exkommunikation war die Zerstörung des großen Turms und eines Teils der Siedlung. Die Aufhebung der Exkommunikation, deren Dokument bis heute in den Archiven der Burg aufbewahrt wird, sah vor, dass anstelle des großen Turms eine Kirche errichtet würde. Der Familie blieb die Wehrmauer, an der Giordano de’ Nobili die neue Residenz für die Familie errichten ließ, die heute noch von seinen Nachkommen bewohnt wird.

Die Ursprünge der Familie De’ Nobili waren laut den Ergebnissen der Studien, die anhand der in den Archiven der Burg, insbesondere des Manuskriptes „Storia di Labro“ von Notar Ippolito Tabulazzi (1630) durchgeführt wurden, langobardisch. “I Conti dei Marsi e di Rieti erano diramazioni dei Longobardi Duchi di Spoleto. Nell’anno 956, i Signori di Labro ricevettero dall’Imperatore Ottone I lo stemma con l’aquila coronata e il pesce (simbolo del dominio dei loro torrioni sui laghi e sui fiumi) e l’investitura di 12 castelli (feudi) fra i quali Labro(dt.: Die Grafen von Marsi und Rieti waren Zweige der langobardischen Herzöge von Spoleto. Im Jahre 956 erhielten die Herren von Labro von Kaiser Otto I. das Wappen mit dem gekrönten Adler und dem Fisch (Symbol der Herrschaft ihrer Türme über Seen und Flüsse) und die Investitur in 12 Burgen (Lehen), darunter auch Labro.)

Dank zahlreicher Dokumente aus dem Archiv, wie die „Instrumenta“, war es möglich, die Genealogie der Familie von den Ursprüngen bis in unsere Tage festzustellen. In einer der ersten Generationen erscheint der Name Pandolfo, dessen Träger 1256 in einer Schlacht im Gefolge von König Manfred, dem Sohn von Friedrich II., fiel.

Herkunft des Familiennamens miniatur|links|Wappen der Vitelleschis Der Familiennamen De’ Nobili entstammt dem Namen, mit dem die alten Herren von Labro nach dem Verlust der Rechtsprechung in ihrem angestammten Lehen bezeichnet wurden.

1575 verheiratete sich Gerlamo de’ Nobili mit Virginia Vitelleschi und auf Wunsch der Familie der Braut, insbesondere ihres Bruders Mutio Vitelleschi, VI. General der Jesuiten, wurde der Familienname Vitelleschi an den der De’ Nobilis angefügt und die beiden Familienwappen zu einem einzigen Wappen zusammengeführt. Die Urkunde, in der die Vereinigung der Familiennamen und der Wappen offiziell bestätigt wird, befindet sich im Archivio Nobili Vitelleschi in Labro.

Ein großes Wappen aus Holz in Form eines Herzens in Schwarz und Gold, das zur Feier der Vereinigung der beiden Familien hergestellt wurde, kann man heute noch im Waffensaal der Burg sehen. Das heutige Wappen besteht aus dem Adler und dem Fisch, Symbole der Familie De’ Nobili, und den beiden Kälbern mit sechs goldenen Lilien, Symbole der Familie Vitelleschi.

Einzelnachweise Ippolito Tabulazzi: Storia di Labro. Labro 1630. S. 44.

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