mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Riesen-Kängururatte in Kalifornien Die Riesen-Kängururatte (Dipodomys ingens) ist ein im zentralen Kalifornien endemisches Nagetier in der Gattung der Kängururatten. Das Typusexemplar stammt aus dem San Luis Obispo County. Das Tier zählt zu einer Artengruppe, die nach Heermanns Kängururatte benannt ist. Weitere Mitglieder sind die San-Quintin-Kängururatte, die Meißelzahn-Kängururatte (Dipodomys microps), die Panamint-Kängururatte und die Stephens Kängururatte (Dipodomys stephensi).
Merkmale Wie aus dem Namen ersichtlich ist das Tier mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 137 bis 149 mm, einer Schwanzlänge von 174 bis 198 mm und einem Gewicht von 93 bis 195 g die größte Kängururatte, wobei Weibchen leicht größer sind. Es sind Hinterfüße von 48 bis 55 mm Länge und etwa 13 mm lange Ohren vorhanden. An den Füßen gibt es fünf Zehen mit Krallen, wobei vom fünften seitlich gelegenen fast nur die kleine Kralle erkennbar ist. Oberseits ist ein intensives gelbbraunes Fell vorhanden. Am Schwanz ist die Grenze zur hellen Unterseite deutlich. Kurze schwarzbraune Haare bilden auf der Oberseite einen Kamm und gleichfarbige lange Haare eine Quaste am Schwanzende. Schon bei Jungtieren sind die Hinterfüße im Verhältnis zum Körper deutlich länger als bei nahe verwandten Arten.
Verbreitung Das Tier bewohnt Hochebenen an der Südwestgrenze des San Joaquin Valley und Hochtäler in den anschließenden Kalifornischen Küstengebirgen. Es hält sich zwischen 120 und 870 Meter Höhe auf. Als Habitat dienen trockene Savannen und Grasländer. In dieser Region liegt die jährliche Niederschlagsmenge bei 150 mm, wobei in den Monaten Mai bis Oktober nur äußerst selten Regen fällt. In ursprünglichen Gebieten dominieren die Pflanze Atriplex polycarpa (Fuchsschwanzgewächse) und Gräser. Die zwischenzeitliche landwirtschaftliche Nutzung hat dazu geführt, dass die Anzahl verholzter Kräuter zunahm. Diese Kängururatte hat selbst zur Veränderung der Vegetation beigetragen, da sie große Pflanzensamen als Nahrung bevorzugt. Verstreut kommen Büsche vor.
Lebensweise Auch wenn viele Baue in einem relativ kleinen Gebiet auftreten, so werden diese nicht von Kolonien bewohnt, da jedes Exemplar sein begrenztes Revier hat, das aggressiv verteidigt wird. Diese Kampfbereitschaft wird auch gegen andere Nagetiere und im Labor gegen das Personal gezeigt. Dabei richtet sich die Kängururatte auf und wackelt drohend mit dem Kopf. Außerhalb der Paarungszeit sind die Reviere etwa 0,4 Hektar groß. Wenn Weibchen Paarungsbereitschaft zeigen vergrößern sich die Reviere der Männchen, so dass sie sich mit den Territorien mehrerer Weibchen überlappen. Bei der Fahnenschwanz-Kängururatte ist das Revier zum Vergleich etwa 0,7 Hektar groß und bei Merriams Kängururatte etwa 1,6 Hektar. Deutliche Abnahmen der Gesamtpopulation treten bei Dürren oder bei Überschwemmungen auf. Die Nutzung der Region als Weideland scheint eher positiv für das Tier zu sein.
Ein gewöhnlicher Bau hat bis zu fünf Ausgänge, die durch erkennbar andersfarbige Erde verstöpselt werden. Dieser Pfropfen ist 26 bis 46 cm lang. Zusätzlich ist ein Haufen vorhanden, der von Sträuchern frei gehalten wird. Die bis zu 24 Vorratskammern sind groß und liegen nicht wie manch anderen Kängururatten seitlich der Gänge. Nur ausgewählte Nagetiere, wie der Nelson-Antilopenziesel dürfen Teile des Baus kurzzeitig mit benutzen. Andere Nager und Vögel, werden auch am Tage vertrieben, so dass sie keine Verstecke von Körnern erreichen. Im weiteren Umfeld können sich Baue des genannten Ziesels, des Kalifornischen Ziesels, der San-Quintin-Kängururatte, der San-Joaquin-Taschenmaus (Perognathus inornatus) und der Südlichen Grashüpfermaus befinden. Das Tier wird von der Schleiereule, dem Virginiauhu, vom Kojoten, vom Kitfuchs und vom Silberdachs gejagt.
Die Nahrung besteht aus Samen von Gräsern, Kräutern und Büschen. Zu den registrierten Pflanzen zählen das oben genannte Fuchsschwanzgewächs, Wegeriche, Kressen und die eingeführten Reiherschnäbel. Als Kompliment dienen grüne Pflanzenteile und Insekten. Oft wird an den Eingängen ein bis zu 1,8 Meter langer, 1,2 Meter breiter und 10 cm hoher Körnerhaufen angelegt, um diese zu trocknen. Nach 4 bis 6 Wochen werden sie in die unterirdischen Vorratskammern umgeschichtet. Das Fortpflanzungsverhalten hängt vom Angebot an Nahrung und von der Populationsdichte ab. So erfolgt keine Paarung in Jahren mit Nahrungsmangel. Liegen viele Baue dicht beieinander, kommt nur ein Wurf mit bis zu vier Nachkommen vor und im zeitigen Frühjahr geborenen Weibchen paaren sich im Spätsommer nicht. Bei guten Bedingungen haben Weibchen jährlich zwei oder drei Würfe und junge Weibchen pflanzen sich nach 12 oder 13 Wochen erstmals fort. Nach einer trockenen Periode im Herbst erfolgen die ersten Paarungen im Dezember oder Januar. Nach ungefähr 32 Tagen Trächtigkeit sind Neugeborenen anfänglich hilfebedürftig.
Regionale Populationen haben die Möglichkeit auch bei intensiven Dürren, die ein bis zwei Jahre andauern zu überleben. Als Ursachen werden die großen Vorräte und das recht hohe Alter von erwachsenen Exemplaren angenommen.
Gefährdung Das Verbreitungsgebiet wurde in großem Umfang für die Landwirtschaft, den Verkehr und Siedlungen umgestaltet oder durch Erdöl- und Erzförderung beeinflusst. Eine weitere Bedrohung stellen die eingesetzten Schädlingsbekämpfungsmittel dar. Die Neuanlage von Ackerland ist stark zurückgegangen. Schätzungsweise ist das von der Kängururatte bewohnte Gebiet noch 5000 km² groß. Die IUCN listet sie als stark gefährdet (endangered).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Taschenmäuse Kategorie:Endemisches Tier Kaliforniens