mini|hochkant|Maryam Touzani bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2025 Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger (Originaltitel Calle Málaga) ist ein Spielfilm aus dem Jahr 2025 mit Carmen Maura, Marta Etura und Ahmed Boulane. Regie führte Maryam Touzani, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Nabil Ayouch das Drehbuch schrieb. Der Film wurde als marokkanischer Kandidat in der Kategorie Bester internationaler Film für die Oscarverleihung 2026 ausgewählt.
Handlung Die 79-jährige María Ángeles lebt seit Jahrzehnten in der Calle Málaga im spanischen Viertel der marokkanischen Stadt Tanger. Ihre Wohnung ist für sie ein Stück Heimat. Eines Tages beschließt ihre Tochter Clara aufgrund finanzieller Probleme, die Wohnung, die ihr einst vom Vater überschrieben wurde, zu verkaufen. María Ángeles muss widerwillig in ein Seniorenheim umziehen, ihre Möbel werden an den Antiquitätenhändler Abslam verkauft.
Heimlich kehrt sie in ihre frühere Wohnung zurück und beginnt, sich dort wieder einzurichten. Unterstützung erhält sie von einem Netzwerk aus Nachbarn. Außerdem kauft sie nach und nach ihre Möbel von Abslam zurück. Aus der geschäftlichen Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine Nähe.
Synchronisation Die deutsche Synchronisation übernahm die K13 Studios Berlin GmbH. Dialogregie führte Olaf Mierau, das Dialogbuch schrieb Tina Bartel.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Abslam Ahmed Boulane Erich Räuker Clara Muñoz Marta Etura Runa Aléon Dr. Tovar Miguel Garcés Nils Nelleßen Friedhofswärter Ahmed Moustapha Haouchine Hubert Burczek Friseurin Laila Hotait Salas Carmen Katt Hassan Youssef Imrani Samuel Kellner Idder Abdelilah Iramdane Stephan Baumecker Immobilienmakler Tarik Rmili Vlad Chiriac Khalid Ghali Errazqi Vincent Borko Larbi Fouad Mnebhi Werner Braunschädel Maria Angeles Muñoz Carmen Maura Manon Straché Mbarek Mohammed El Aouni Ulrich Blöcher Polizist #1 Yassine Akel Robin Hackemesser Polizist #2 Jaafar Brigui Oliver Betke Soukaina La Imèn Muriel Bielenberg Verkäufer in Assilah Mohamed Naimane Jörg Pintsch Zahra Sanae Regragui Lisa Braun
Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden an 37 Drehtagen vom 27. November 2024 bis zum 24. Januar 2025 in Tanger in Marokko statt.
Produziert wurde der Film von Ali n' Productions (Marokko), Les Films du Nouveau Monde (Frankreich), MOD Producciones (Spanien), One Two Films (Deutschland) und Velvet Films (Belgien), beteiligt waren das ZDF, Arte, Canal+, Ciné+, RTVE, RTBF, Voo & Be TV und Proximus TV. Als Produzenten fungierten Nabil Ayouch, Sol Bondy, Jean-Rémi Ducourtioux, Sebastian Schelenz, Fernando Bovaria, Amine Benjelloun, Fred Burle und Simón de Santiago. Unterstützt wurde die Produktion unter anderem von Creative Europe MEDIA, der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH und Eurimages.
Die Kamera führte Virginie Surdej, die Musik schrieb Freya Arde und die Montage verantwortete Teresa Font und das Casting Yolanda Serrano, Eva Leira und Said M’Niouli. Das Production-Design gestaltete Eve Martin und Samir Issoum, das Kostümbild Frederik Denis, das Maskenbild Romana González und den Ton Nassim El Mounabbih, Samuel Aïchoun und Gabriel Gutiérrez.
Die Produktion war der erste spanischsprachige Film der marokkanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Maryam Touzani. Sie begann mit dem Schreiben des Drehbuchs nach dem Tod ihrer Mutter, die in Tanger lebte. Titelgebend ist die gleichnamige Straße in Tanger.
Veröffentlichung mini|Das Filmteam am Festival de Málaga 2026 Premiere war am 29. August 2025 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2025 in der Sektion Venice Spotlight, wo der Film mit dem Publikumspreis der Sektion ausgezeichnet wurde.
In den USA kam der Film am 6. Februar 2026 in ausgewählte Kinos und in Frankreich am 25. Februar 2026. Der deutsche und österreichische Kinostart war am 26. März 2026.
Rezeption
Am 26. März 2026 waren 33 der 34 bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken positiv. Bei Metacritic erhielt der Film am 26. März 2026 einen Metascore von 73 von 100 möglichen Punkten, der auf zwölf Rezensionen basierte.
Filmdienst.de bewertete den Film mit 3,5 von 5 Sternen und urteilte, dass der Film als warmherziges Porträt voller Würde und Resilienz überzeuge, insbesondere auch durch seine großartige Hauptdarstellerin.
Markus Solty vergab auf film-rezensionen.de neun von zehn Sternen. Der warmherzige Film über Alter, Würde und Selbstbestimmung verbinde Humor und Melancholie. Besonders bemerkenswert sei die respektvolle, ungewöhnlich offene Darstellung von Liebe und Sexualität im hohen Alter.
Jochen Werner (3,5 von 5 Sterne) schrieb auf filmstarts.de, dass der Film zwischen den erwartbaren Plot Points einiges mehr zu bieten habe als bloß herzerwärmendes und ein bisschen erhebendes Unterhaltungskino für Best Ager. Die größte Stärke sei, dass der Film es wage, das Publikum mit einem Maß an ungelösten Konflikten aus dem Kino zu entlassen.
Birgit Roschy (drei von fünf Sterne) bezeichnete die Produktion auf epd-film.de als Liebeserklärung an das kosmopolitische Tanger, an der Grenze zum Kitsch. Im merkwürdig abrupten Ende dieses Feelgood-Dramas blieben einige Fragen offen. Allerdings sei es ein sympathisches Plädoyer dafür, die Gegenwart zu genießen, statt sich um die Zukunft zu sorgen.
Auszeichnungen und Nominierungen Internationale Filmfestspiele von Venedig 2025 Auszeichnung mit dem Publikumspreis der Sektion Venice Spotlight
Festival Internacional de Cine de Mar del Plata 2025 Auszeichnung mit dem Astor Piazzolla Award – Bester Spielfilm (Maryam Touzani) Auszeichnung mit dem Astor Piazzolla Award – Beste Darstellerin (Carmen Maura) Auszeichnung mit Publikumspreis
Marokkanischer Kandidat für den besten internationalen Film für die Oscarverleihung 2026
Tromsø Internasjonale Filmfestival 2026 Auszeichnung mit Publikumspreis
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Marokkanischer Film Kategorie:Französischer Film Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Belgischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Liebesfilm Kategorie:Alter im Film