mini|George van der Mijn (1723–1763): Portrait of Cornelis Ploos van Amstel (1758). Mauritshuis, Den Haag Cornelis Ploos van Amstel (* 4. Januar 1726 in Weesp; † 20. Dezember 1798 in Amsterdam) war ein niederländischer Zeichner, Reproduktionsstecher, Maler, Kopist, Kunstsammler und Kunstschriftsteller sowie Akademielehrer, Kaufmann und Makler.

Leben Cornelis Ploos van Amstel wurde entweder in Weesp oder in Amsterdam geboren. Sicher ist, dass er in der reformierten Kirche in Weesp getauft wurde, und in Amsterdam aufwuchs. Bereits im Alter von zwölf Jahren erhielt er Zeichenunterricht bei Norbert van Bloemen. Ab 1740 absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung in der Holzhandlung Bontekoning & Aukes, in der er 1756 Teilhaber wurde. Im Jahr 1758 ernannte ihn die Stadt Amsterdam zum Makler und er wurde Mitglied der Maklergilde. Am 14. Mai 1758 heiratete er Elisabeth Troost, eine Tochter des Malers Cornelis Troost. Nach deren Tod im Jahr 1790 ging er 1791 eine zweite Ehe ein. Ploos van Amstel war seit 1746 als Lehrer an der städtischen Zeichenakademie in Amsterdam tätig und spielte eine wesentliche Rolle bei deren Reorganisation im Jahr 1765.mini|Cornelis Ploos van Amstel und Cornelis Brouwer nach Allart van Everdingen, Dorf mit Teich, ca. 1782, National Gallery of Art, Washington DCDer wissenschaftliche Austausch nahm in seinem Leben einen wichtigen Platz ein: Er stand in Korrespondenz mit Gelehrten in ganz Europa und war in wissenschaftlichen Gesellschaften tätig, unter anderem in Haarlem und Vlissingen. Im Jahr 1776 wurde er zum Professor für Zeichnen und Grafik an der Kurfürstlich-Pfälzischen Akademie in Düsseldorf ernannt. 1781 verfasste er seine Memoiren. Gemeinsam mit dem Arzt Petrus Camper erarbeitete er ein anatomisches Lehrbuch für Künstler, das 1783 erschien. Ab 1788 war er Mitglied der Gesellschaft Felix Meritis. Im Jahr 1790 veröffentlichte er eine kunst- und kulturhistorische Beschreibung der Gemälde im Amsterdamer Rathaus.

Neben seiner Tätigkeit als Holzhändler und Makler widmete Ploos van Amstel sein Leben lang der Kunst. Er trug eine bedeutende Sammlung von Zeichnungen, Drucken, Gemälden, Skulpturen, Emaillen, topografischen Ansichten, Münzen, wissenschaftlichen Geräten, Manuskripten und Büchern zusammen. Er erwarb mehr als 5000 Zeichnungen vor allem niederländischer Meister sowie Hunderte Gemälde aus Deutschland, Italien und Frankreich zugeschrieben, darunter Werke von Albrecht Dürer und Hans Holbein.

Werk mini|Cornelis Ploos van Amstel nach Adriaen van Ostade, Sitzender Bauer mit Krug, ca. 1763, National Gallery of Art, Washington DC Cornelis Ploos van Amstels herausragenden Verdienste liegen in der Weiterentwicklung der reproduktionsgrafischen Techniken, insbesondere der mehrfarbigen Reproduktion durch eine besondere Art der Aquatintaradierung, bei der er die Techniken Radierung und Schabkunst kombinierte. Auf diese Weise gab er 46 Faksimiledrucke von Originalzeichnungen niederländischer Künstler des 17. und 18. Jahrhunderts heraus. Dabei wurde er unter anderem von Bernardus Schreuder unterstützt. Die Publikation dieser Blätter begann im Jahr 1765 und wurde in loser Folge in Heften fortgeführt. Nach Abschluss der ersten Ausgabe im Jahr 1785 wurde das Werk von C. Josi in London mit 58 weiteren Blättern fortgesetzt und im Jahr 1821 neu herausgegeben.

Die ersten Versuche auf diesem Gebiet reichen bis in die frühen 1750er Jahre zurück. Zu den reproduzierten Zeichnungen gehören Werke von Adriaen van Ostade, Rembrandt, Herman Saftleven, Frans van Mieris, Jan van Huysum, Abraham Bloemaert und anderen. Daneben fertigte er Entwürfe für Medaillen sowie Druckvorlagen für einen posthum erschienenen Bildatlas von Amsterdam an (Nieuwe Atlas of Amsterdamsche Tafereelen, Amsterdam, ca. 1800). An diesem waren unter anderem Reinier Vinkeles und Jacob Houbraken beteiligt. Über 200 Aquarellkopien nach Gemälden zeitgenössischer Künstler sind überliefert. Außerdem entstanden frühe druckgrafische Arbeiten in Schabkunsttechnik, darunter 1759 das Blatt Hopman Ulrich nach einem Gemälde von Cornelis Troost.

Zu seinen Schülern zählten Christina Chalon, Prinz Wilhelm V. von Oranien-Nassau sowie Hermanus Petrus Schouten. Cornelis Ploos van Amstels Werke sind unter anderem im Rijksmuseum in Amsterdam, im Maritiem Museum in Den Helder sowie im Städel in Frankfurt am Main zu finden.

Literatur

Alfred von Wurzbach: Niederländisches Künstlerlexikon. Band 2, Halm und Goldmann, Wien/Leipzig 1910. Jane Turner: The Dictionary of Art. Band 25, Grove, London 1996. Theo Laurentius, Jan Wolter Niemeijer, G. Ploos van Amstel: Cornelis Ploos van Amstel 1726–1798. Kunstverzamelaar en prentuitgever. Van Gorcum, Assen 1980. G. Ploos van Amstel: Cornelis Ploos van Amstel. Koopman en uitvinder. Van Gorcum, Assen 1980. Christoph Andreas Schwaighofer: Von der Kennerschaft zur Wissenschaft. Reproduktionsgraphische Mappenwerke 1726–1857. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2009. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.

Weblinks

Digitale Bibliotheek voor de Nederlandse Letteren

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Amsterdam) Kategorie:Zeichner (Niederlande) Kategorie:Kunstsammler Kategorie:Sachbuchautor (Kunst) Kategorie:Kaufmann Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1726 Kategorie:Gestorben 1798 Kategorie:Mann