Kraken – Erwachen der Tiefe (Originaltitel Kraken) ist ein norwegischer Horrorfilm aus dem Jahr 2026 mit Sara Khorami. Regie führten Pål Øie und Sjur Aarthun nach einem Drehbuch von Vilde Eide, Natasha Arthur und Kjersti Helen Rasmussen. Den Filmtitel verknüpft das nordische und speziell das norwegische Verständnis mit der Legende vom Riesenkraken.

Handlung Johanne ist in Norwegen Meeresbiologin und auch Gutachterin für Behörden. Nach einem ungewöhnlichen Ereignis wird sie zu einer Lachsfarm im Sognefjord beordert: Ein Internet-Video von dort hatte gezeigt, wie Lachse sich aus dem Wasser an Land flüchten. Diesem Betrieb war zuvor gelungen, die unter Lachsen allgemein verbreiteten Läuse mit einer Art Schallkanone zu bekämpfen. Kurz bevor Johanne eintrifft, steigen gerade ausländische Investoren in das erfolgversprechende Geschäft ein. Zugleich nehmen Umweltschützer die Farm ins Visier. Sie befürchten, dass die neue Technologie das Ökosystems des ganzen Fjords verändert, insbesondere das Tiefseeleben, denn der Fjord ist hier 1300 Meter tief.

Johanne hatte einst diese Technologie mitentwickelt, bevor sie zur Reife kam und hat deshalb zunächst daran nichts auszusetzen. Unterdessen verschwinden im Ort Menschen, zum Beispiel ein Jet-Ski mit zwei Touristen, die später tot aus dem Wasser geborgen werden.

Die Schalltechnik gegen die Läuse wurde mit höherer Dosierung als vorgesehen betrieben, um die Investoren mit verbesserten Ergebnissen zu beeindrucken. Tatsächlich werden nun Änderungen in der Tierwelt sichtbar. Zum Beispiel tauchen tellergroße Riesenläuse und rätselhafte selbstleuchtende Gebilde auf. Vor allem aber erscheint ein Riesenkrake – zunächst nur zu vermuten nach aus dem Meer ragenden, Dutzende Meter langen Fangarmen. Bald attackiert der Krake die Lachszucht-Anlage. Ein Fangarm schiebt sich durch die Arbeitsräume und Schächte der Station; Johanne und die Mitarbeiter rennen um ihr Leben.

Schließlich platziert Johanne einen Schallimpuls im Wasser, wird jedoch vom Monster gepackt und stürzt aus dem Boot. Als der Kraken sie unter Wasser zieht, kommt es zur direkten Begegnung, als Johanne sich dem gigantischen Krakenauge gegenübersieht. Sie erkennt etwas in seinen Augen. Bei der Detonation des Schallimpulses lässt der Kraken von Johanne ab; die Explosion tötet das Tier.

Ein Jahr später sieht man Maria in ihrem Boot – das sie auf den Namen „Johanne“ getauft hat – eine Rose ins Wasser legen. Sie denkt an Johannes Worte zurück: Nur fünf Prozent der Weltmeere seien erforscht, und das sei wohl auch besser so – denn so bleibe den Menschen ein tieferes Verständnis für die verborgene Welt unter der Meeresoberfläche sowie für die Folgen von Eingriffen in Ökosysteme, die sie nicht vollständig begreifen. Es stellt sich heraus, dass die Kraken-Legende tatsächlich auf der Wahrheit beruhte: Es handelte sich um ein Wesen, das über Generationen hinweg verborgen geblieben war, bis die Menschheit es aufweckte.

Der Blick taucht erneut tief unter die Wasseroberfläche hinab in einen Tiefseegraben, wo ein riesiges, durchscheinendes Ei zu sehen ist. Im Inneren der leuchtenden Hülle bewegt sich langsam ein gewaltiger Schatten – ein Wesen, das wie eine kleinere Ausgabe des Krakens aussieht und darauf hindeutet, dass der Kraken die ganze Zeit über seinen Nachwuchs beschützt hat.

Produktion und Hintergrund Der Film wurde von Handmade Films in Norwegian Woods und Nordisk Film produziert, als Produzenten fungierten John Einar Hagen, Einar Loftesnes und Vindhya Sagar.

Die Kamera führte Co-Regisseur Sjur Aarthun, der auch die Montage verantwortete. Die Musik schrieb Roy Westad, für das Casting zeichnete Alicia M. Eidesund verantwortlich. Das Production-Design gestaltete Kari Kankaanpää und das Kostümbild Lari Lintumäki.

Regisseur Pål Øie hatte zuvor unter anderem die Filme Tunnelen (2019) und Die Tote am See (2003) inszeniert.

Die Handlung spielt im Ort Vangsnes am Sognefjord.

Veröffentlichung In Norwegen kam der Film am 6. Februar 2026 in die Kinos. Ein deutschsprachiger Trailer erschien im März 2026. In Deutschland erfolgte der Kinostart am 23. Juli 2026 im Vertrieb der Splendid Film.

Rezeption

Am 19. Juni 2026 waren 24 der 35 bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken positiv, bei einer durchschnittlichen Bewertung von 6,3 von 10 Punkten.

Lutz Granert bewertete die Produktion auf filmstarts.de mit drei von fünf Sternen. Hübsche Originalschauplätze in Norwegen und Finnland und 20 Minuten temporeiche und solide getrickste Oktopus-Action entschädigten für ein hölzernes Skript und flache Charaktere.

wortvogel.de nannte den Streifen einen schick aussehenden, kompakt inszenierten und in seinem Lovecraft-esken Finale beeindruckenden nature’s revenge-Monsterfilm, dessen Öko-Botschaft zu aufgesetzt wirke und der in Sachen Handlung und Charaktere nur die müdesten Klischees den Genres durchkaue.

Oliver Armknecht vergab auf film-rezensionen.de fünf von zehn Punkten. Das Setting sei stimmungsvoll, das Monster könne sich sehen lassen. Es dauere allerdings sehr lang, bis es wirklich zum Einsatz kommt, davor sei vor allem Warten angesagt, was bei den klischeehaften Figuren zur Geduldprobe werde.

moviejones.de (2,5 von 5 Punkte) schrieb, dass Genre-Fans durch die kurze Laufzeit zwar einmal reinschauen könnten, ihre Erwartungen allerdings deutlich herunterschrauben sollten. Am Ende bliebe ein Monsterfilm mit ordentlichen Ansätzen und einem guten Cast, der seine Möglichkeiten jedoch viel zu selten ausschöpfe.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Norwegischer Film Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Thriller