Eberhard Graf von Fugger-Blumenthal (* 24. Februar 1824 auf Schloss Blumenthal; † 4. Mai 1902 in München) war ein deutscher Gutsbesitzer und Mitglied der Bayerischen Ständeversammlung.
Leben Eberhard von Fugger-Blumenthal war ein Sohn des Grafen Karl Fugger von Glött (1789–1855) und dessen Ehefrau Aloysia Baugger (1798–1864). Dieser erhielt 1822 nach dem Tod des Grafen Fugger von Dietenheim die patrimonialgerichtliche Gutsherrschaft Blumenthal. Nach dem Tod seines Vaters kaufte er 1856 das Anwesen.
Fugger betätigte sich politisch und wurde 1865 in den Oberbayerischen Landrath gewählt, der durch König Ludwig I. am 15. August 1828 mit dem „Gesetz die Einführung der Landräthe betreffend“ gebildet wurde.
Er wurde Mitglied der Bayerischen Patriotenpartei. Mit seinem Parteikollegen Johann Baptist Sigl geriet er in Streit wegen seiner Veröffentlichungen in dessen Tageszeitung Das bayerische Vaterland. Fugger soll nach einem Bericht der Pfälzer Zeitung behauptet haben, Sigl „sei von Bismarck“ gekauft. Daraufhin strebte dieser einen Prozess gegen ihn an, der allerdings nicht zur Verhandlung kam, weil Fugger am 27. Dezember 1872 eine öffentliche Erklärung abgegeben hatte.
Von 1869 bis 1875 hatte er ein Mandat für die Abgeordnetenkammer, die neben der Kammer der Reichsräte der Krone Bayerns den bayerischen Landtag bildete. Er wurde im Wahlbezirk Pfaffenhofen gewählt und hatte in mehreren Ausschüssen einen Sitz.
1877 fassten die Agnaten der Antonianischen Hauptlinie des fürstlichen/gräflichen Gesamthauses Fugger einen Erbfolgevertrag, in dem die Primogenitur-Erbfolge-Ordnung geregelt wurde. Diesem trat Graf Eberhard am 6. Mai 1877 bei.
In der Bayerischen Armee war er Hauptmann À la suite.
Sonstiges Für die Zeitung Der deutsche Jäger verfasste Fugger eine Humoreske unter dem Titel Jäger-Latein. 1872 hielt er im Katholischen Casino in München einen Vortrag mit dem Thema Der moderne Staat und der alte Kreittmayr: Scherz und Ernst, Universitätsbuchdrucker WeißDer moderne Staat und der alte Kreittmayr Digitalisat, auf books.google.de
Mitgliedschaften und öffentliche Ämter Kunstverein München unter der Schirmherrschaft des Prinzregenten Luitpold Historischer Verein von Oberbayern Aufsichtsratsmitglied der Süddeutschen allgemeinen Hagelversicherungs-Gesellschaft. Organisationskomitee zur Vorbereitung der 23. Generalversammlung deutscher Katholiken. Kunst- und Gewerbeverein München.
Familie Er war seit dem 18. September 1854 mit Adelheid Edle von Mayer auf Starzhausen (1833–1902) verheiratet. Aus der Ehe gingen die Kinder Karl (1857–1910, ∞ 1886 Dagmar von Quist), Max (1859–1909, Hauptmann), Bertha (1865–1936), Eberhard (1866–1907, ∞ 1901 in London Hedwig Graf) und Joseph Fugger von Glött hervor. Er war Offizier der kaiserlichen Schutztruppe in Kamerun und wurde dort im Februar 1903 ermordet.
Siehe auch Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 12. Wahlperiode)
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Einzelnachweise
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