Gregor Wedekind (* 1963 in Mainz) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Hochschullehrer.

Leben und Werk Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Bamberg, Dijon und Berlin (FU) wurde Wedekind 1995 an der Technischen Universität Berlin promoviert. Nach seiner Promotion war er bis 2001 wissenschaftlicher Assistent am Fachgebiet Kunstgeschichte der Technischen Universität Berlin. Zwischenzeitig hatte er 1999 eine Gastdozentur am Institut of Social Sciences der Istanbul Technical University inne. Von 2002 bis 2003 war er Dozent am kunstgeschichtlichen Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Anschluss daran war er bis 2007 Leiter des wissenschaftlichen Programms am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris. Von 2007 bis 2008 vertrat er eine Professur für Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. 2008 habilitierte er sich an der Technischen Universität Berlin mit der Arbeit Das Leben fassen. Strategien der Mimesis im Werk von Théodore Géricault. Danach vertrat er von 2008 bis 2009 eine Professur für Neuere und Neuste Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Seit 2010 ist er Professor für Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 2013 war er Gastwissenschaftler am Getty Research Institute in Los Angeles. Von 2010 bis 2019 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 19. Jahrhunderts. Zudem war er von 2013 bis 2020 Sprecher des Forums für Interkulturelle Frankreichforschung. Weiterhin war er von 2015 bis 2022 stellvertretender Vorsitzender der Paul-Strecker-Stiftung; seitdem Vorsitzender. Seit 2019 ist er Sprecher des Zentrums für Frankreich- und Frankophoniestudien. Von 2020 bis 2021 war er Prodekan für Forschung des Fachbereichs für Geschichts- und Kulturwissenschaften und im Anschluss daran bis 2024 Dekan. Seit 2021 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift für Kunstgeschichte und seit 2022 Membre titulaire der Deutschen Delegation des Comité International d’Histoire de l’Art.

Von April bis September 2025 war er Senior Fellow am Alfred Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald am Projekt Die Republik der Künste: David d’Angers’ deutsche Netzwerke.

Wedekinds Forschungsschwerpunkte sind die Bildkünste des späten 18. bis zum 21. Jahrhundert, die französische Kunst des 19. Jahrhunderts, die europäische Romantik, die Stadt und ihre Medien, die Geschichte des Künstlertums, Genieästhetik und Kunstreligion, die Theorie und Geschichte der Mimesis, die Ideengeschichte der europäischen Moderne, die Geschichte und Theorie der Fotografie sowie Kunst und Psychiatrie.

Gregor Wedekind lebt in Mainz.

Forschungsprojekte Laufende Forschungsprojekte (Stand August 2022) CODA – Das moderne Europa formen. Kunst und Politik im Lichte der Korrespondenz David d’Angers’. Digitale Edition zusammen mit Prof. Dr. France Nerlich [in Vorbereitung]. Romantische Ökologien, Interdisziplinäre Verbundforschergruppe des Initiativfonds der Rhein-Main-Universitäten. Mobilier urbain. Objektkultur und öffentlicher Raum im Paris des 19. Jahrhunderts, DFG-Drittmittelprojekt 9499532 (2019–2023) zusammen mit PD Dr. Salvatore Pisani. Digitale Edition der Tagebücher von Paul Strecker in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Akademie der Künste Berlin. Die ästhetischen Erfindungen der Ökologie um 1800 (AESTHOEK1800), Minigraduiertenkolleg in Kooperation mit Univ.-Prof. Dr. Rainer Emig, Univ.-Prof. Dr. Immanuel Ott, Univ.-Prof. Dr. Barbara Thums. Abgeschlossene Forschungsprojekte Minigraduiertenkolleg „Sozialität und Materialität in Kultur und Gesellschaft“ im Rahmen des Gutenberg-Nachwuchs-Kollegs der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Handlungsmacht ästhetischer Objekte, AG 2 der Forschungsplattform SOCUM.

Publikationen (Auswahl)

(mit Nina Amstutz, Anne Bohnenkamp, Mareike Hennig, Hrsg.) Das Bild der Natur in der Romantik. Kunst als Philosophie und Wissenschaft (Schriften der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 19. Jahrhunderts 4), Paderborn 2021. Die Stadt und ihre Medien. Das Paris des 19. Jahrhunderts, hg. von Steffen Haug und Gregor Wedekind (Schriften der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 19. Jahrhunderts 3), Paderborn 2018. Widerspiel der Existenz. Théodore Géricaults tragischer Realismus, in: Géricault. Bilder auf Leben und Tod, hg. von Gregor Wedekind und Max Hollein, Kat. Ausst. Frankfurt am Main, Schirn Kunsthalle, München 2013, S. 17–188. Wie in einem Spiegel. Porträt und Wirklichkeit in Jan van Eycks Arnolfinihochzeit, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 70, 2007, H. 3, S. 325–346 Paul Klee: Inventionen, Berlin, 1996.

Weblinks https://www.kunstgeschichte.uni-mainz.de/gregorwedekind/#akademischer-lebenslauf https://www.socum.uni-mainz.de/personen/univ-prof-dr-gregor-wedekind/

Einzelnachweise

Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Berlin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Mann