We’re in the Money (Untertitel In Jazz We Trust) ist ein Musikalbum des Keith Ingham Manhattan Swingtet. Die am 20. und 21. Oktober 1999 im Studio Kampi Audio in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen 2000 auf Sackville Recordings.
Hintergrund Seit den 1990er-Jahren arbeitete der Pianist Keith Ingham in verschiedenen Konstellationen mit dem Klarinettisten Bobby Gordon, dem Bassisten Murray Wall und dem Schlagzeuger Steve Little. Ergänzt um den Gitarristen Chris Flory und den Trompeter Peter Ecklund nahm Ingham 1999 Material für We’re in the Money auf. Der Titel nimmt Bezug auf The Gold Diggers’ Song (We’re in the Money) von Al Dubin und Harry Warren (1931), mit dem das Album beginnt.
Titelliste Keith Ingham Manhattan Swingtet: We’re in the Money (Sackville Recordings – SKCD2-2055) We’re in the Money (The Gold Diggers Song) (Al Dubin, Harry Warren) 3:35 Where Have You Been? (Cole Porter) 3:38 The Image of You (Fred E. Ahlert, Joe Young) 2:53 Mighty Like the Blues (Leonard Feather) 3:58 Every Now and Then (Al Lewis, Al Sherman, Abner Silver) 3:25 Lulu’s Back in Town (Al Dubin, Harry Warren) 3:13 Pastel Blue (Don Raye, Charlie Shavers, Artie Shaw) 4:29 She Didn’t Say Yes (Otto Harbach, Jerome Kern) 3:46 Celestial Boogie (Keith Ingham) 3:29 Comes Love (Lew Brown, Sam H. Stept, Charles Tobias) 3:39 I Must Be Dreaming (Joe Marsala) 3:44 Gee, But You’re Swell (Abel Baer, Charles Tobias) 3:31 A Room With a View (Al Stillman) 3:33 Solid Old Man (Barney Bigard, Rex Stewart, Billy Taylor) 4:52 Let’s Get Lost (Frank Loesser, Jimmy McHugh) 3:40 Indian Summer (Al Dubin, Victor Herbert) 3:05 Peggy (Keith Ingham) 3:51
Rezeption mini|Teddy Wilson am Klavier, zusammen mit den Musikern um Benny Goodman (3. von links; 1952) Nach Ansicht von Dave Nathan, der das Album in All About Jazz rezensierte, orientiert sich dieses Ensemble unter der Leitung von Keith Ingham an jenen herausragenden Combos, die die Bop-Revolution an sich vorbeiziehen ließen und dem raffinierten Swing treu blieben. Das Manhattan Swingtet lasse sich von Gruppen inspirieren, die von Teddy Wilson, Benny Goodman, Tiny Grimes, Ike Quebec und Earl „Fatha“ Hines geleitet wurden. Vielleicht spiele die Ingham-Gruppe etwas eleganter als diese Gruppen, mit einem etwas ausgefeilteren Swing. Selbst bei Stücken, deren Titel auf wilde Ausbrüche hindeuten, sei ein Hauch von Zurückhaltung zu spüren, wie bei „Celestial Boogie“, wo Ingham zur kleinen Celesta wechsle. Doch bei einigen Titeln lockere die Gruppe die Zügel, etwa beim Titelstück „We’re in the Money“, wenn Peter Ecklunds verspielte Trompete den Ton angibt. Im Gegensatz dazu würde „A Room with a View“ zu einer weniger hektischen Atmosphäre zurückkehren, mit Bobby Gordons Klarinette im mittleren Register im Vordergrund und Ingham, der erneut aristokratisch auf der Celeste spielt.
Dave Nathan verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, vielen sei Ingham wahrscheinlich eher für sein Können als Begleitmusiker bekannt. Er war musikalischer Leiter von Susannah McCorkle und begleitete Sängerinnen wie Maxine Sullivan und Joyce Breach. Doch im Laufe seiner aktiven und abwechslungsreichen Karriere habe er auch mit Bob Wilber, Bud Freeman und The World’s Greatest Jazz Band aufgenommen. Er fühle sich also in rein instrumentalen Konstellationen sehr wohl, wie dieses Album auf unterhaltsame Weise demonstrieren würde. Mit genau der richtigen Mischung aus Stücken im schnellen und mittleren Tempo sowie Balladen, ergänzt durch ein oder zwei Blues-Nummern, sei We’re in the Money Jazz von seiner kosmopolitischsten Seite. mini|Peter Ecklund am Kornett 2007 auf dem Satchmo Summer Fest, New Orleans. Links die Bassistin Carol Stuckey Der Untertitel dieses Albums sei eine Bestätigung von Keith Inghams Philosophie: Der Jazz, auf den er setze, sei eine moderne Interpretation der Tradition, urteilte Harvey Siders in JazzTimes. Das Swingtet sei eine kaum verhüllte Dixieland-Combo ohne Posaune, bei der der Bandleader und Pianist außerhalb des Zweivierteltakt-Stils spiele und nur minimale Arrangements für die Melodien liefere. Von den 17 Stücken seien die meisten so unbekannt, dass sie erst wieder ausgegraben werden mussten: Fast alle wurden zwischen 1919 und 1943 geschrieben. Dies sei eine der Schwächen dieses Albums. Doch offensichtlich sei die Unbekanntheit gerechtfertigt: Stücke mit uninteressanten Akkordwechseln würden es verdienen, in Frieden ruhen zu dürfen. Die Aufnahme von schwachem Material führe zu uninspiriertem Spiel, und davon gebe es hier zu viel – insbesondere bei den Titeln, in denen Inghams Celesta zu hören sei.
Positiv zu vermerken sei Charlie Shavers’ „Pastel Blue“ (aus dem Thelonious Monks „Blue Monk“ hervorgegangen sein soll), so Siders weiter; des Weiteren „Solid Old Man“ von Rex Stewart, mit solide altmodischem, dreckigem Blues-Spiel des Trompeters Peter Ecklund; ein feines Arrangement von „Let’s Get Lost“ dank einfacher Charleston-Einwürfe; und die swingende Nummer „Lulu’s Back in Town“ mit ihrem überraschenden Tonartwechsel in den letzten beiden Takten. Ebenso überraschend aus archäologischer Sicht sei die Dualität des Klarinettisten Bobby Gordon. Sein Improvisieren in der Frontline sei recht wirkungsvoll, doch wenn er Solo spiele, würde er das tränenreiche Klagen von Pee Wee Russell herbeizaubern.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2000