mini|hochkant=1.2|Anna-Verena Nosthoff auf der re:publica 2026 Anna-Verena Nosthoff (* 1988 in Verl) ist eine Philosophin, Sozialtheoretikerin, Hochschullehrerin und Autorin, die zu Digitalisierung, Kybernetik und Machtfragen digitaler Technologien arbeitet. Sie trat insbesondere mit Analysen zu Plattformmacht, KI-Ideologien und den politischen Folgen des Silicon Valley hervor.
Leben Nosthoff wurde 1988 in Verl geboren. Sie studierte Philosophie und Wirtschaft an der Universität Mannheim und der University of North Carolina at Chapel Hill und schloss ihr Bachelorstudium 2011 ab. Es folgte ein Masterabschluss am Goldsmiths, University of London (Soziologie), und ein weiterer Masterabschluss an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und der TU Darmstadt (Politische Theorie). 2024 promovierte sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Dissertation wurde von dem Kultursoziologen Ulrich Bröckling (Erstgutachter) betreut, weitere Gutachter waren der Medientheoretiker und Netzaktivist Geert Lovink sowie der Technikphilosoph Oliver Müller.
Seit 2022 ist Nosthoff Ko-Direktorin des Critical Data Lab an der Humboldt-Universität zu Berlin / Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. An der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist sie seit 2024 Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung. Seit 2026 ist Nosthoff zudem affiliierte Forscherin am Sonderforschungsbereich Strukturwandel des Eigentums an den Universitäten Jena und Erfurt.
Zuvor war Nosthoff u. a. Gastwissenschaftlerin und Research Fellow an der Princeton University, der London School of Economics and Political Science, am Institute of Network Cultures (Amsterdam) und am Weizenbaum-Institut.
Wirken Zu ihren Arbeitsgebieten gehören Plattformmacht, digitale Steuerungs-, Regierungs- und Herrschaftsformen, die Politiken sozialer Netzwerke sowie Datenschutz- und Öffentlichkeitsfragen neuer digitaler Umgebungen wie des Metaverse. In publizistischen Beiträgen setzte sie sich mit kollektivem Datenbewusstsein, digitaler Gerechtigkeit und der demokratischen Begrenzung tech-oligarchischer Macht auseinander. Im Jahr 2026 veröffentlichte sie mit Kybernetik und Kritik. Eine Theorie digitaler Regierungskunst eine bei Suhrkamp erschienene Studie, welche die historischen Wurzeln der digitalisierten Gegenwart von der Kybernetik der 1940er- und 1950er-Jahre bis zu Plattformmonopolen, Silicon-Valley-Ideologie und aktuellen KI-Debatten nachzeichnet. Sie beschreibt die Entwicklung des Silicon Valley nicht als Bruch, sondern als Zuspitzung älterer antidemokratischer und technikdeterministischer Motive und fordert eine erneuerte Kritik des Technofaschismus sowie stärkere demokratische Regulierung von Big Tech.
Gegenwärtig setzt sich Nosthoff in zwei von der Volkswagenstiftung geförderten Projekten zudem mit der Demokratisierung digitaler Infrastrukturen sowie mit den Dynamiken der Verbreitung von rechten Tech-Ideologien auseinander.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Kybernetik und Kritik. Eine Theorie digitaler Regierungskunst. Suhrkamp, Berlin 2026, ISBN 978-3-518-30079-4. mit Felix Maschewski: Die Gesellschaft der Wearables: Digitale Verführung und soziale Kontrolle. NP & I., Berlin 2019, ISBN 978-3-96476-029-6.
Weblinks Internetauftritt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Einzelnachweise
Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau Kategorie:Hochschullehrer Kategorie:Autor